Wie gut wirkt eine spezielle Form der Psychoanalytischen Psychotherapie bei der Borderline-Störung? Eine Arbeitsgruppe um Kenneth N. Levy (Pennstate University, USA), Otto Kernberg und Kollegen gingen dieser Frage in einer randomisiert-kontrollierten Studie (2006) nach. In dieser Studie wurden 90 Patienten mit Borderline-Störung zufällig (= randomisiert) auf drei Gruppen verteilt: Die Mitglieder einer Gruppe erhielten eine Übertragungs-fokussierte Psychotherapie (Transference Focused Psychotherapy, TFP), die Mitglieder der zweiten Gruppe wurden mit der Dialektisch-behavioralen Therapie (DBT) behandelt. Die Teilnehmer der dritten Gruppe erhielten eine unterstützende psychodynamische Psychotherapie. Weiterlesen
„Empireia“ ist griechisch und heißt „Erfahrung“. Wenn eine Therapie empirisch belegt ist, kann das heißen: Die Wirksamkeit ist durch Erfahrung offensichtlich oder sie wurde durch Beobachtung oder Experimente belegt. Sie ist also „wissenschaftlich“ nachgewiesen. Das Kennzeichen empirischer Forschung ist ihre Reproduzierbarkeit. Oder einfach gesagt: Wenn ich 9-mal ein Ei zu Boden fallen lasse, kann ich nach dieser Beobachtung davon ausgehen, dass das zehnte Ei auch zerbrechen wird. Ich kann somit mein Experiment beliebig oft wiederholen – es wird fast immer gleich ausgehen. Somit habe ich empirisch belegt, dass rohe Eier zerbrechen, wenn man sie fallen lässt. Weiterlesen
„Die Ausbildung bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) ist mir zu teuer“, sagen manche, die sich dafür interessieren. Für Ausbildungsteilnehmer ohne guten finanziellen Hintergrund ist die Ausbildung auch finanziell eine Herausforderung, aber sie ist nicht unmöglich. Das, was die Lehranalyse einem mitgeben kann, ist oft von unbezahlbarem Wert. Existenzängste gehören jedoch bei vielen dazu – man weiß eben nicht, wie es ausgeht. Vor einigen Jahren (2015) habe ich einmal ausgerechnet, wie das bei mir in der Anfangszeit der Ausbildung mit den Kosten aussah. Weiterlesen
Unbewusstes und Bewusstes greifen ineinander, stehen nebeneinander oder kämpfen miteinander. Manchmal wenden wir viel Kraft auf, damit Teile von uns nicht ans Licht kommen. Das nennt man Abwehr. Zum Beispiel versuchen wir unsere Rede-Angst abzuwehren, um sie vor der Gruppe, vor der wir sprechen, zu verstecken. Die Bewegungen und Kraftakte, die in der Psyche aufgrund von Konflikten und Ängsten stattfinden, sind die Psychodynamik. Weiterlesen
Oft sprechen Psychologen davon, etwas sei „psychisch integriert“. Aber was heißt das? Wir alle kennen Seiten an uns, die wir nicht mögen. Oder wir haben unangenehme Erinnerungen, die wir weit von uns schieben, weil sie schmerzlich sind. Doch wenn wir einen Film sehen oder Worte hören, die uns an das erinnern, was wir eigentlich vergessen wollten, reagieren wir allergisch. Wir merken: Die kleine, abgeschobene Insel in unserer Psyche taucht wieder auf. Weiterlesen
Das „General Health Questionnaire 12“ (GHQ-12) ist ein Fragebogen, mit dem der Arzt/Psychologe grob erfassen kann, wie „psychisch gesund“ eine Person ist. Der Fragebogen besteht aus 12 Items (= Fragepunkten). Die Fragen sehen zum Beispiel so aus: „Haben Sie in den letzten Wochen wegen Sorgen weniger geschlafen?“ Antwort: „nein“, „nicht schlechter als üblich“, „schlechter als üblich“ oder „viel schlechter als üblich“. Weiterlesen
„Odds“ bedeutet eigentlich: Die Wahrscheinlichkeit, beim Wetten zu gewinnen. Die „Odds“ in medizinischen Studien zeigt an, wieviele Ereignisse auf wieviele Nicht-Ereignisse kommen. Beispiel: 5 Medizinstudenten gehen in die Mensa. Dabei verdirbt sich 1 Student den Magen, während sich die 4 anderen Studenten nicht den Magen verderben. Die „Odds“ für das „Magenverderben“ beträgt hier 1 : 4 = 0,25 = 25%. (Im Vergleich dazu würde sich das „Risiko“ auf die Gesamtzahl der Studenten beziehen: Risiko = 1:5 = 0,2 = 20%.) Weiterlesen