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Wenn Du Schulangst hast, brauchst Du einen guten inneren Raum

Die Fehlstunden häufen sich und Du weißt nicht weiter: Morgens in der Schule wird’s Dir oft so schlecht, dass Du nach Hause gehen musst. Oder aber Du möchtest flüchten, hast jedoch das Gefühl, dass Du unbedingt in der Schule bleiben musst. Du fühlst Dich bedroht, eingeschlossen und gezwungen. Und so richtig helfen kann Dir scheinbar niemand – Du hast Schulangst. Genaugenommen unterscheidet man zwischen „Schulphobie“ und „Schulangst“. Bei der Schulphobie hat man konkret Angst vor der Schule – zum Beispiel vor Mobbing, vor dem Gebäude, vor den Lehrern oder vor Klassenarbeiten. Bei der „Schulangst“ sind verschiedene Ängste beteiligt, die sich in der Schule besonders zuspitzen wie z.B. Angst vor Krankheiten oder Angst davor, dass irgendwas mit den Eltern ist. Im Grunde aber geht eines in das andere über. Weiterlesen

Wie sprichst Du eigentlich mit Dir? Über die liebevolle Stimme in Dir.

„Sag mal – wie sprichst Du eigentlich mit mir?“, fragen wir den anderen aufgebracht. Doch wie sprichst Du eigentlich mit Dir selbst? Hast Du eine gute innere Stimme in Dir? Vielleicht fällt es Dir leicht, zu anderen freundlich zu sein und ihnen Mut zuzusprechen. Doch Du selbst quälst Dich vielleicht mit strengen Sätzen. Wenn wir mit Kindern sprechen, sind wir manchmal erschrocken, wenn wir uns selbst reden hören. Wir sagen die Sätze, die wir selbst nie hören mochten. Unsere Eltern, Geschwister, Großeltern und Lehrer beeinflussten unsere innere Stimme. Wenn uns etwas misslingt, sagen wir uns: „Ich hab’s ja gleich gewusst!“ Wir ziehen und zerren an uns in Gedanken. Weiterlesen

Paranoid-schizoide und depressive Position (PS-D): erst verpappt, dann getrennt

Die Psychoanalytikerin Melanie Klein (1882-1960) hat die Begriffe „paranoid-schizoide Position“ und „depressive Position“ geprägt (1946: Bemerkungen über einige schizoide Mechanismen, The Journal of Psychotherapy Practice and Research, 1996). Gemeint waren damit ursprünglich Entwicklungsstadien, die ein Kind durchläuft. Mit „Position“ ist jedoch ein psychischer Zustand gemeint, den wir ein Leben lang immer wieder einnehmen. Wir oszillieren ständig zwischen paranoid-schizoider und depressiver Position. Melanie Klein ging davon aus, dass sich das Baby zunächst als einen Teil seiner Mutter wahrnimmt. Seelische Teile von sich selbst, z.B. Wut, projiziere es auf die Mutter. Das Baby fühle sich jedoch direkt nach der Verlagerung seiner Gefühle in die Mutter von der Mutter verfolgt, weil es glaube, die Mutter sei wütend. Weiterlesen

Spiegelübertragung: Ich sehe mich als Glanz im Auge der Mutter

Der Begriff „Spiegel-Übertragung“ wurde von dem Selbstpsychologen Heinz Kohut geprägt. Spiegel-Übertragung ist der Wunsch und das Gefühl, dass der andere uns spiegelt und dabei anerkennt, so wie die Mutter uns – im Idealfall – mit einem „Glanz im Auge“ anschaute. „Bitte spiegele mich! Aber nicht so, wie ich bin, sondern so, dass ich mich bei Dir gut fühlen kann“, könnte die Botschaft lauten. „Wenn ich mich richtig gut fühle und Dir davon erzähle, dann fühle ich mich noch besser! Ich habe das Gefühl, dass Du da mitfühlen kannst und mir meine Großartigkeit bestätigst.“ So kann Spiegelübertragung aussehen.Weiterlesen

Verschmelzungs-Übertragung und das Größenselbst

Verschmelzungsübertragung bedeutet, dass wir gefühlt eine absolute Einheit mit unserem Psychoanalytiker erleben - ganz so, wie wir es einmal mit unserer Mutter erlebt haben und auch heute noch in glücklichen Beziehungen erleben können. Es geht um ein subjekti...

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Primärer Narzissmus: das Hochgefühl des Kleinkindes

Säuglinge und kleine Kinder haben einen "primären Narzissmus" (Freud 1914: Zur Einführung des Narzissmus, Projekt Gutenberg). Wichtig ist allein ihr Hunger, ihr Durst, ihr Bedürfnis, sich zu entleeren. Die Mutter wird auf gewisse Weise noch nicht als getrennt...

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Allmachtsgefühle (Omnipotenz) und Größenwahn: manchmal hilfreich, meistens hinderlich

"I'm a survivor" - der Song von Destiny's Child ist ein trotziges Lied. Auch "Alles wird gut" von Bushido handelt vom Wiederaufstehen, vom Es-doch-noch-Schaffen - davon, es den Leuten zu zeigen. Wenn wir unser höchstes Ziel zunächst aufgeben müssen, wenn wir ...

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Schizophrenogene Mutter – gibt es sie noch? (Psychose-Serie 2)

Der Begriff „schizophrenogene Mutter“ kam in den 70er Jahren noch häufig vor. Man ging davon aus, dass die Mutter (bzw. die engste Bezugsperson) ein Kind schizophren „machen“ konnte. Der Begriff wurde von der Psychoanalytikerin Frieda Fromm-Reichmann (1889-1957) geprägt. Sie war die Analytikerin von Joanne Greenberg (geb. 1932), die schon als Jugendliche unter Schizophrenie litt. Später (1964) schrieb Joanne Greenberg unter dem Namen „Hannah Green“ das Buch „Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen“ (Verlag Rowohlt). Weiterlesen

Bertram Karon: Psychotherapy of Schizophrenia (Buchtipp)

„Der Psychotherapeut, der Patienten mit schizophrenen Psychosen behandelt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es bei diesen Patienten hauptsächlich um’s Überleben geht“, schreibt Bertram Karon (1930-2019) in seinem wunderbaren Buch „Psychotherapy of Schizophrenia“ (Bertram Karon und Gary Vandenbos, Rowman&Littlefield Publishers 2004: S. 204, 1981, 1994 by Jason Aronson Inc.). Bei der schizophrenen Psychose leiden Patienten unter Stimmenhören, Wahnvorstellungen (z.B. „der andere will mich umbringen“, „ich werde verfolgt“) und – seltener – unter optischen Halluzinationen. Bertram Karon verstarb 2019 – er gilt als einer der versiertesten Psychoanalytiker auf dem Gebiet der Psychosen. Weiterlesen

Deuten am Dringlichkeitspunkt

In der Hundeschule lernt man: Die Reaktion des Menschen muss in direktem zeitlichem Zusammenhang mit dem Verhalten des Hundes stehen, weil der Hund sonst keinen Zusammenhang mehr zwischen den Geschehnissen herstellen kann. Es ist schon merkwürdig, die Psychoanalyse mit einer Hundeschule zu vergleichen, aber kürzlich kam es mir in den Sinn, als ich meinte, den richtigen Zeitpunkt für eine Deutung verpasst zu haben. Manchmal geschieht es ganz schnell – der Psychoanalytiker überlegt, ob er die Deutung nun geben soll oder nicht und wenige Augenblicke später merkt er: Jetzt ist es zu spät. In der Psychoanalyse gibt es für den passenden, sich aufdrängenden Augenblick zur Deutung einen schönen Begriff: den Dringlichkeitspunkt.Weiterlesen