

„Da muss jetzt unbedingt etwas passieren. Was soll ich tun?“ Nichts. Manchmal einfach nichts. Oder sogar öfter mal nichts. Wir kommen so oft in Bedrängnis, weil wir ständig das Gefühl haben, dass wir aktiv etwas tun sollen. Wir wollen immer sofort reagieren. Im Rechtsstreit, bei medizinischen Problemen, bei psychischen Beschwerden. Schlimmer noch: Wir wollen nicht nur sofort reagieren, wir wollen sogar verhindern, dass etwas passiert. Doch so kann sich nichts entfalten. Gerade in der Meditation oder in der Psychoanalyse entdecken die Menschen häufig unerwünschte Gefühle, die sie sofort wieder loswerden wollen, nachdem sie sie entdeckt haben: „Was soll ich jetzt tun?“, ist die Frage, die sofort kommt. Weiterlesen

Klossgefühle im Hals, Atemnotgefühle, Panik – was ist das bloss? Es ist, als ob da irgendwas über deinem Hals schwirrte oder in deinem Hals ist, das dich ganz unruhig macht. Manchmal tritt das Gefühl nach dem Trinken heißer Getränke auf, manchmal bei der Begegnung mit anderen Menschen – oft kommt es aber auch ganz unvermittelt. Weiterlesen

„Was mache ich bei einer Panikattacke?“ Vielleicht fragst du die KI (Künstliche Intelligenz). Doch sie ist oft verhaltenstherapeutisch orientiert. Auf diesem Blog findest du Gedankenanstösse aus psychoanalytischer Sicht. Angststörungen, Depressionen, komplexe posttraumatische Belastungsstörung und ihre körperlichen Folgen können sehr hartnäckig sein. Und wenn du schon vieles ausprobiert hast oder mit dem Älterwerden kämpfst, tut es dir vielleicht gut, in diesem Blog zu stöbern und neue Ideen zu bekommen. (Logo-Grafik: Susan, Soul-Designs.com) Weiterlesen

„Was ist das?“, fragte ich mich. Nach dem Infekt fühlte ich mich entsetzlich krank. Alles tat mir weh – ich schaffte es kaum noch nach draussen. Die Blutuntersuchung war vollkommen unauffällig und auch meine Psychoanalyse half mir nicht. Erst viel später begriff ich, dass ich möglicherweise eine „leichte“ Form des Chronischen Erschöpfungssyndroms hatte (Chronic Fatigue Syndrom, CFS, Myalgische Enzephalitis, ME). Weiterlesen

Manchmal fangen wir hochmotiviert mit Yoga an und geben dann wieder auf. Dabei tritt die gute Wirkung oft erst nach einer längeren Zeit ein. Der Gründer des „Somatic Experiencing“, Peter Levine, sagt so treffend: „Die Fähigkeit des Körpergewahrseins muss sich langsam entwickeln. Wir können den Körper nur ganz allmählich erfahren“ (www.somatic-experiencing.de/…). Weiterlesen

Du isst oder trinkst etwas und plötzlich hast du das Gefühl, die Atemwege ziehen sich zusammen: Das Atmen fällt auf einmal schwer. Einige Wissenschaftler vermuten zwar, dass diese Atemnot die Folge von Magensäure ist, die aus dem Magen die Speiseröhre hochsteigt (Reflux). Doch oft fühlt es sich anders an – sehr direkt. Asthmatiker leiden besonders häufig unter einer Refluxkrankheit (englisch: Gastroesophageal Reflux Disease, GERD). Manche Forscher vermuten, dass das Nervensystem reflexartig auf die Magensäure in der Speiseröhre reagiert und es dadurch zu einem Zusammenziehen der Atemwege kommt. Weiterlesen
Wenn uns übel ist, dann ist der Nervus vagus gereizt. Er ist der 10. Hirnnerv und gehört zum parasympathischen Nervensystem. Der Nervus vagus ist während der Verdauung aktiv und beruhigt uns. Der amerikanische Arzt Stephen Porges (Universität North Carolina, USA) hat dazu beigetragen, den Nervus vagus in einem neuen Licht zu sehen. Der Nervus vagus besteht nach der Polyvagaltheorie aus zwei verschiedenen Teilen: Im vorderen Teil des Vagusnerven sind die Nervenäste von einer schützenden Hülle, der Myelinscheide, umgeben. Der hintere Teil ist frei von Myelin.Weiterlesen

„Unser Barfußpfad ist von November bis März geschlossen“, steht auf dem Schild. Glücklicherweise sind wir nicht auf angelegte Barfußpfade angewiesen. Wir können selbst barfuß durch’s nasse Gras gehen und mit nackten Füßen durch den Wald spazieren. Gerade der Morgentau an den Füßen hat etwas sehr Erfrischendes. Regelmäßiges Barfußgehen zu allen Jahreszeiten soll Erkältungen vorbeugen und die Blutgefässe stärken. Es sorgt dafür, dass wir mit der Natur in Verbindung bleiben. Wenn wir uns auf unsere Schritte konzentrieren, weil Steine oder Dornen uns pieksen könnten, erhöht es auch unsere Aufmerksamkeit. Manchmal hält die Frische eines Barfußspaziergangs noch viele Stunden an. Weiterlesen
Heutzutage kämen die Themen „Schuld, Überich und Selbstbestrafung“ nicht stark genug in der Psychoanalyse vor, höre ich manchmal. Der kanadische Psychoanalytiker Donald L. Carveth hat zu diesem Thema einen Beitrag veröffentlicht: „Self-Punishment as Guilt Evasion: The Case of Harry Guntrip“ (Canadian Journal of Psychoanalyis, 15,1, 2007, PDF), zu deutsch: „Selbstbestrafung als Flucht vor der Schuld: Der Fall Harry Guntrip.“ Hier beschreibt Carveth, wie der Psychoanalytiker Harry Guntrip, der seine Lehranalysen bei Ronald Fairbairn und Donald Winnicott gemacht hat, seine Analyse nicht zu Ende gedacht habe und auf einer Art paranoid-schizoider Position stehengeblieben sei. Weiterlesen

Ich hatte mich oft gewundert, dass ich morgens nach dem Yoga vegetativ gestresst bei der Arbeit ankam. „Du machst zu viel davon“, sagte mir die Stationsschwester, mit der ich zusammenarbeitete. Und konnte es kaum glauben, denn ich machte gar nicht so viel. Außerdem beendete ich meine Yogarunden mit der Ruheübung Savasana (Leichenstellung). Yoga ist sehr wirksam und insbesondere Menschen mit Angststörungen und komplexen Traumata müssen es oft sehr langsam angehen lassen. Die meisten Youtube-Videos stammen von jungen dynamischen Yogalehrern und -lehrerinnen. Auch schon beim „Anfängerkurs“ nebenan möchte man vielleicht gleich wieder abschalten. Weiterlesen