Manchmal werde ich gefragt, ob ich als angehende Psychoanalytikerin Homosexualität als Krankheit ansehen würde. Meine Antwort: Nein. Ich würde mich einfach für die Geschichte meines Patienten interessieren Viele haben das Bild, dass die Psychoanalyse die Homosexualität als „krankhaft“ betrachtet. Doch Freud selbst hat schon den „organischen Faktor“ anerkannt und sich dennoch für die psychischen Vorgänge interessiert. Auch bei Heterosexuellen interessiert sich der Analytiker für die psychischen Entwicklungen und Vorgänge. Heute habe ich die Website des britischen Psychoanalytikers Barry Watt entdeckt. Er beschreibt wunderbar, wie er zu den Themen Homosexualität und Transgender steht.
Sigmund Freud:
„Homosexualität. Die Anerkennung des organischen Faktors der Homosexualität überhebt uns nicht der Verpflichtung, die psychischen Vorgänge bei ihrer Entstehung zu studieren.“
Sigmund Freud:
Über einige neurotische Mechanismen bei Eifersucht, Paranoia und Homosexualität.
Erstveröffentlichung: Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse
Bd. 8 (3), 1922, S. 249-258.
Gesammelte Werke, Bd. 13, S. 195-207
Quelle: textlog.de

„Also während der Stunde gehe ich schon mal gar nicht!“ – „Mein Therapeut hat sein Bad direkt neben dem Therapieraum. Wenn ich da muss, schäme ich mich in Grund und Boden.“ Patienten sprechen in Online-Foren darüber, wie schwer es ihnen fällt, bei ihrem Psychotherapeuten auf die Toilette zu gehen. Einen interessanten Thread hierzu gibt es auf der Website psychotherapiepraxis.at. Viele Patienten bringen das Problem mit dem „Müssen“ in der Psychotherapie selbst erst nach großer Überwindung zur Sprache. Ausscheidungen sind gefühlt etwas Schmutziges. Doch in der Werbung für Tampons, Binden, Windeln und Inkontinenzhilfen sind die Menschen immer sauber und lächeln. Weiterlesen
Unter „Primärobjekten“ verstehen Psychoanalytiker die Menschen, die uns am wichtigsten sind. Meistens sind unsere Primärobjekte Mutter und Vater. Aber auch die Großeltern, Geschwister oder andere Bezugspersonen, mit denen wir die erste Lebenszeit verbrachten, können Primärobjekte sein. Diese Primärobjekte „leben“ in uns, weil wir genaue Vorstellungen von ihnen haben. Die Phantasien, die wir über diese Primärobjekte haben, können auch unser Handeln beeinflussen – zum Beispiel können wir uns leicht etwas gönnen, wenn wir eine weitherzige, gutmütige Mutter hatten. Oder wir bestrafen uns selbst, wenn unsere Mutter/unser Vater die Tendenz hatte, uns rasch zu bestrafen. (Text & Bild: © Dunja Voos)