Das eine ist zum Schmunzeln: Die Familie fährt in den Urlaub und Tina denkt eine Stunde lang darüber nach, ob der Herd aus ist. Das andere ist zum Verrücktwerden: Immer wieder muss Susanne kontrollieren, ob sie den Herd ausgemacht hat und verpasst dadurch fast den Bus. Während Tina bald die Fahrt genießen und den Herd vergessen kann, leidet Susanne immer mehr unter ihren Kontrollzwängen. Sobald sich Leidensdruck bemerkbar macht, ist es Zeit, sich die Zwänge genauer anzusehen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © S. Hainz, Pixelio) [Read more...]
Zwangsstörung – Zählen statt Fühlen
Selffulfilling Prophecy – oft missverstanden
Natürlich gibt es sie: scheinbar “geheime Kräfte”, die uns bei unseren Vorhaben immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Oft sind es unbewusste Erwartungen, Wünsche oder Phantasien, die verhindern, dass wir unser Ziel erreichen. Da fällt ein Student immer wieder durch die Prüfung, auf die er sich gut vorbereitet hat, weil er insgeheim den Neid des unstudierten Vaters fürchtet. Der Student weiß: “Ich werde sowieso wieder durch die Prüfung fallen.” Er fällt aber nicht durch, weil er es sich so sagt, sondern weil er Ängste hat, von denen er nichts weiß und die vielleicht erst in einer psychoanalytischen Therapie verstanden werden können. Die “Selffulfilling Prophecy” wird jedoch oft missverstanden, weil mit bewussten Vorgängen argumentiert wird. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Petra Bork, Pixelio) [Read more...]
Angst, laut loszuschreien?
Die Angst, einfach laut losschreien zu müssen, ist nicht selten. Sie kommt bei vielen gesunden Menschen vor, aber auch bei Menschen mit psychischen Beschwerden wie zum Beispiel Burnout, einer Angst- oder Zwangsstörung. Wenn Sie darunter leiden, dann kennen Sie das vielleicht: Gerade in Situationen, in denen viele Menschen um Sie herum versammelt sind, befürchten Sie, laut loszuschreien. Dieser Drang entsteht möglicherweise häufig in Situationen, in denen Sie schlecht wegkommen würden: in Aufzügen, Seilbahnen, im Flugzeug, während der Moderation einer Fernsehsendung, während einer Rede, im Theater oder im Hörsaal (man beachte die Symbolik
). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Harald KU, Pixelio) [Read more...]
“Ja, aber …” Der Zwang und die Psychoanalyse:
Fachtagung vom 24.-25.2.2012 in Salzburg
“Ist die Zwangsneurose eine Überich-Störung, die vor allem mit der Vaterbeziehung zu tun hat? Stimmt es, dass der Zwangsneurotiker ein Problem mit seiner Homosexualität hat? Wie lässt sich der offenkundige Zusammenhang von Zwang und Denken verstehen?” Diese Fragen und viele mehr werden bald auf der Tagung der Freiberg Wissenschaftlichen Gesellschaft beantwortet. Am Freitag/Samstag, dem 24./25.2.2012 können Fachleute beim “Arbeitskreis für Psychoanalyse in Österreich” auf interessante Redner stoßen, darunter auf den Baseler Psychoanalytiker Raymond Borens, auf den Leipziger Theologen und Philosophen Christoph Türcke und die Wiener Kinderanalytikerin Friedl Früh. Die Tagung findet im Parkhotel in Salzburg statt. Tagungskosten: 230 Euro (für Mitglieder 180 Euro). Informationen und Anmeldung auf www.psychoanalyse-freiberg.at.(Text: © Dunja Voos, Bild: © Freiberg Wissenschaftliche Gesellschaft) [Read more...]
Magisches Denken
Wer einen Zusammenhang zwischen zwei Dingen sieht, die in Wirklichkeit nicht zusammenhängen, der denkt magisch. Wer “auf Holz klopft”, um ein Unglück abzuwenden, der verbindet gedanklich zwei unabhängige Dinge miteinander. Das magische Denken kann manchmal eine Lebenshilfe sein. Viele Menschen leiden jedoch darunter – zum Beispiel bei einer Zwangsstörung. Für kleine Kinder in der analen Phase (2.–3. Lebensjahr) ist das magische Denken ein normaler Bestandteil der Entwicklung. Am Ende der Entwicklung steht die Sicherheit, dass es zwischen den Gedanken und der äußeren Realität eine Grenze gibt. (Text: © Dunja Voos. Bild: © Juschi, Pixelio) [Read more...]
Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen
Kleine Kinder können unglaublich zwanghaft sein. Da muss der Teddy in der richtigen Ecke sitzen, da darf die Mama nur über die weißen Steine laufen oder da muss der Fernseher zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgestellt werden. Kinder haben oft viele kleine oder größere Zwänge. Das ist Teil einer normalen Entwicklung. Zu einer “Störung” wird es erst, wenn die Zwänge einen Leidensdruck hervorrufen und wenn Eltern und Kind deutlich das Gefühl haben: das ist zu stark, zu lang anhaltend, zu einschränkend. So unangenehm sie sind – Zwänge haben häufig ihren Sinn. Wird der Sinn der Zwänge zum Beispiel in einer psychoanalytischen Psychotherapie verstanden, lassen sie häufig nach. Sowohl Ärzte als auch Patienten werden hier leider sehr einseitig geschult und “aufgeklärt”. Meistens ist überwiegend von der Verhaltenstherapie und von Medikamenten die Rede, wie kürzlich im Deutschen Ärzteblatt (18.3.2011). Doch tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapien sind ebenfalls wirksam; die Zwangsstörung ist in der Psychoanalyse schon lange als “Zwangsneurose” bekannt. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Knipseline, Pixelio) [Read more...]
Die anale Phase – Töpfchentraining unnötig
Im zweiten und dritten Lebensjahr ist ein Kind in der “analen Phase”. In dieser Zeit lernt es, Stuhl und Urin bewusst zu halten oder abzugeben. Töfchentraining ist dabei unnötig. Es reicht, ein Töpfchen bereitzustellen und dem Kind zu zeigen, wie man selbst auf die Toilette geht. Wenn das Kind soweit ist, wird es innerhalb weniger Tage von selbst “trocken”. Stolz setzt es sich dann auf sein “Thrönchen” und fühlt sich wie ein kleiner König. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Esther Hildebrandt – Fotolia.com) [Read more...]



