Take these broken wings – Schizophrenie heilen ohne Medikamente
„Die meisten Psychiater haben niemals gesehen, wie ein schwer erkrankter Mensch, gesund wird“, sagt der Psychiater Bertram P. Karon in dem Film Film „Take these broken wings“. Er sagt auch, er habe niemals einen schizophrenen Menschen gesehen, der nicht ein furchtbar erschreckendes Leben hatte. Der Film des New Yorker Filmemachers Daniel Mackler, wildtruth.net erschien 2014 und klärt über die Schizophrenie auf. Im Film werden Menschen in einem Park befragt: „Was glauben Sie, was Schizophrenie ist?“
Fast alle Befragten antworten, sie glaubten, Schizophrenie sei eine psychische Erkrankung, die durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn entstehe. Fast alle denken, dass die Betroffenen ein Leben lang Medikamente benötigten. Doch parallel dazu werden zwei Menschen in diesem Film befragt, denen es mithilfe ihrer Psychoanalytiker gelungen ist, gesund zu werden.
Zwei Betroffene erzählen
Die Patientinnen sind Joanne Greenberg (geb. 1932) und Catherine Penny. Sie beschreiben eindrücklich, wie sich die Psychose anfühlt. Joanne Greenberg war in Behandlung bei der Psychoanalytikerin Frieda Fromm-Reichmann (1889-1957). Heute ist Joanne Greenberg College-Dozentin und Autorin des autobiografischen Buches „Ich habe dir niemals einen Rosengarten versprochen“ (I never promised you a rose garden, Verlag Signet, 1964). Catherine Penney (geb. 1950), ehemals schwer psychotisch, arbeitet heute als Krankenschwester.
Psychiater und Psychoanalytiker erzählen
Die Psychiater und Psychoanalytiker, die in diesem Film zu Wort kommen, glauben und erleben, dass Medikamente einfach nur die Gefühle kaputtmachen. „Natürlich haben die Betroffenen mit Medikamenten keine Angst mehr – weil sie nichts fühlen können“, erklärt der Psychiater Bertram P. Karon. Der Erfahrung der befragten Therapeuten nach haben Patienten bessere Heilungschancen ohne Medikamente. Sie alle aber sind auch Therapeuten, die bei ihren Patienten bleiben, die mit ihrer eigenen Angst umgehen können und die an die Patienten glauben. Die Therapeuten in den „Hauptrollen“ dieses Films sind:
- Danielle Knafo Psychoanalytikerin (IPA), Professorin an der Long Island University C.W. Post Campus (LIU Post), private Universität in Brookville, Nassau County im US-Bundesstaat New York, studierte Psychologie und Literatur an der Tel Aviv Universität-Israel
- Bertram P. Karon, Psychoanalytiker und Psychiater, der zusammen mit Gary R. VandenBos dieses Buch schrieb: „Psychotherapy of Schizophrenia, The Treatment of Choice“ (erschienen 1977, Link zu amazon)
- Dr. Daniel Dorman. Der Psychoanalytiker (Los Angeles Psychoanalytic Institute) behandelte Catherine Penney acht Jahre lang. Er führte sie heraus aus der Psychose. Fünf Mal pro Woche fanden Sitzungen von je 50 Minuten Dauer statt. Catherine Penney konnte nur sitzen und schaukeln, noch nicht einmal schlucken – ihr Speichel lief ihr einfach aus dem Mund heraus. Später verfasste Daniel Dorman ein Buch über diese Therapie. Der Titel: Dante’s Cure
- Dr. Peter Breggin, arbeitet in seiner Privatpraxis in Ithaka, New York und klärt über Psychopharmaka auf. Er gründete das Center for the Study of Empathic Therapy, Education & Living, www.empathictherapy.org
Zu Wort kommt auch der investigative Journalist Robert Whitaker (Mad in America), der Einblicke über die Zusammenhänge von den Informationskampagnen der Pharmaindustrie und dem Glauben der Menschen gibt.
Verwandte Artikel in diesem Blog:
- Harold Searles: Der psychoanalytische Beitrag zur Schizophrenieforschung
- Stimmenhören – wenn die Verbindng zum (bösen) Selbst fehlt
Links:
Dr. Ann-Louise Silver, Psychoanalytikerin
(ehemalige Analysandin von Harold Searles)
Columbia Association of Psychodynamics
mdpsychotherapy.com/videos/
ISPS-US
The International Society For Psychological And Social Approaches To Psychosis
United States Chapter
www.isps-us.org
ISPS Germany
Peter Gøtzsche – Overdiagnosed & Overmedicated
https://youtu.be/ZMhsPnoIdy4
(Dank an @haldolleiche auf Twitter für den Linktipp)
Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht am 30.12.2015
Aktualisiert am 17.6.2022
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Wenn jemand ohne Medikamente leben kann, sollte man sie ihm nicht andauernd aufschwatzen wollen. Patienten mit der Diagnose Schizofrenie werden nicht wirklich serieus genommen.