Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Schweigen und Zuhören lernen und wie Salman Akhtar es sieht
„Psychoanalytiker werden dafür bezahlt, dass sie nichts sagen“, heißt es. „Manchmal frage ich mich, warum ich dahin gehe – der sagt ja gar nichts“, sagt ein Patient. „Sie können das Schweigen nicht aushalten“, sagt der Supervisor. „Ich bin so froh, dass Sie gerade nichts sagen“, sagt eine Analysandin tief berührt. Schweigen und dem Schweigen ausgesetzt zu sein, ist immer anders.
Es gibt gelangweiltes, interessiertes, haltendes, nachdenkliches, beschwingtes, friedliches Schweigen und viele Arten mehr. Manchmal ist vom Analytiker oder vom Patienten rein gar nichts zu hören. Manchmal hört man, wie sich einer der beiden über Pulli, Hose oder Gesicht streicht. Einen Augenblick später hört man den Atem.
Oft ist der schweigende Psychoanalytiker im Zustand der „freischwebenden Aufmerksamkeit“. Die Psychoanalytikerin Evelyne Sechaud beschreibt, was dann passiert (Konferenz der Europäischen Psychoanalytische Föderation, EPF 2015):
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Links:
Raul Paramo-Ortega (1967):
Einige Bemerkungen über das Schweigen des Analytikers. Jahrbuch für Psychologie, Psychotherapie und medizinische Anthropologie, 1967, Jg. 15, H. 3/4 S. 247-252 PDF
Evelyne Sechaud (2015):
Das Schweigen des Psychoanalytikers. EPF-Konferenz 2015: S. 71-74, epf-fep.eu
Sechaud, Evelyne (2018):
The silence of the psychoanalyst
In Revue francaise de psychanalyse Volume 82, Issue 1, 2018, pages 89 to 97, cairn-int.info/…
Lewis Aron and Karen Starr:
A Psychotherapy for the People. Toward a Progressive Psychoanalysis. Routledge …
„sie schreien es hinaus, indem sie schweigen“
„cum tacent, clamant“
cicero: In Catilinam oratui 1,21. hubertus kudla: lexikon der lateinischen zitate, zitat 2532, verlag c.h. beck, ohne datum
Beitrag vom 10.2.2026 (begonnen am 13.5.2014)
One thought on “Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Schweigen und Zuhören lernen und wie Salman Akhtar es sieht”
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Wenn sich da die ganze Therapeutenriege mal nicht in was verrannt hält, wenn sie das Schweigen weiterhin für sich berechtigen, während Patienten das oft ganz anders erleben. Nehmt deren Rückmeldungen dazu ernst, die feinste Begründungstheorie bringt nichts, wenn sie in der Praxis kontraproduktiv wirkt. Und das tut sie in – meiner Erfahrung nach mit den Rückmeldungen, die ich erfuhr – häufig.