Eckhart Tolle: Wenn der „Pain Body“ auf Sexualität trifft
Eckhart Tolle spricht vom „Ego“ – von dem Ich, das ständig denkt , sich Sorgen macht und die Verletzungen des Lebens angesammelt hat. Dahinter gibt es noch sozusagen ein wahres Ich, das frei von dem allen ist, so etwas wie den göttlichen Funken in uns.
Eckhart Tolle sagt, dass das „Ego“ immer wieder aktiv sein kann und spricht dann von einer bestimmten Frequenz, die der Körper einnimmt. Der Körper komme dann in einen Zustand von „Unconsciousness“ (Unbewusstheit). Das zeige sich zum Beispiel dann, wenn wir uns schrecklich über etwas aufregen. Das ist dann wie eine Sucht nach Ärger. Wir können und wollen dann gar nicht mehr aufhören, wütend zu sein. Dann ist der „Pain Body“ aktiv.
Eckhart Tolle fragt, ob wir jemals versucht hätten, mit dem aktiven „Pain Body“ zu argumentieren und er lacht dann: Der Pain Body ist für Einsicht und Vernunft nicht zugänglich, während er in diesem aufgeregten Status ist. Mich erinnert dies oft an die paranoid-schizoide Position nach Melanie Klein. Der Pain Body kann auch in einen Zustand von grosser Angst und Anspannung geraten.
Der Pain Body habe seine eigene Frequenz, so Eckhart Tolle
Wenn der Pain Body aktiv sei, sei da eine andere Frequenz in unserem Körper und auch das können viele Menschen mit einer psychischen Störung gut nachempfinden: Der furchtbare Zustand kommt und geht mitunter sehr plötzlich.
Eckhart Tolle erklärt, dass auch der sexuelle Teil in uns mit dem Pain Body zusammentreffen kann und dass es dann zu vielfältigen Problemen kommt. Dieses Bild finde ich sehr anschaulich. Tolle sagt, der Pain Body liebe den Schmerz und so komme es, dass Schmerz und Sexualität zusammengemischt werden würden. Der Schmerz werde dann zur Lust – der Pain Body wolle den Schmerz unbedingt haben. (Ich denke darüber hinaus, dass der Lebensschmerz schon in der Sexualität und in der Zeugung sichtbar wird.)
Aber, so sagt Eckhart Tolle: Weder unser (eigentlicher) Körper wolle das, noch unser (eigentliches) „Ich“ wolle das so. Nur der „Pain Body“ suche den Schmerz. So komme es, dass manche Frauen sich gewalttätige Partner aussuchten, dass es Sadismus gebe oder dass manche Paare den Streit brauchten, um miteinander schlafen zu können. Eckhart Tolle sagt, es sei die Kunst, sich dieser Zusammenhänge bewusst zu werden. Unser eigentliches „Ich“ kann all das beobachten: Es kann den „Pain Body“ beobachten und es kann beobachten, wie unser sexueller Anteil den Pain Body kreuzt.
Eckhart Tolle sagt, wenn wir uns dessen bewusst werden, dann haben wir die Wahl, ob wir dem Pain Body folgen wollen oder ob wir uns dagegen entscheiden. Wir sind dann nicht mehr mit dem Pain Body identifiziert und wissen, dass es da in uns noch etwas anderes gibt. Er sagt, dass unerwünschte alte Muster noch Jahre erhalten bleiben könnten und dass wir diese Situation immer wieder beobachten und intensiv fühlen könnten. Aber wir müssten dem nicht folgen, wenn wir uns dessen bewusst seien, was da geschieht.
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Links:
Eckhart Tolle:
How are sex and the pain body connected?
www.youtube.com/watch?v=MDEogZhQMCs
Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht am 9.11.2019
Aktualisiert am 17.10.2025