
Manchmal bleibt uns nichts anderes übrig, als zu hoffen. Manchmal kannst du nichts anderes tun, als Tee zu trinken und zu warten. Während du dich so ohnmächtig fühlst, schlägt dir das Herz bis zum Hals. Es fühlt sich an, als müsstest du sterben – weil du nichts tun kannst, während dein Innerstes rast. Aber du kannst hoffen – immer wieder hoffen und hoffen. Weiterlesen

„Abgrenzung“ bedeutet, den richtigen Abstand zum nächsten herzustellen. Ein Abstand, in dem sich beide wohlfühlen. „Abgrenzung“ heißt, dass du ein gutes Gespür für dich hast und in kluger Weise zeigst, wie es dir geht und was du möchtest. „Abgrenzung“ bedeutet, dass du dem anderen zeigst, wenn er dir zu nahe kommt. Es kann „Nein-Sagen“ heißen, aber auch „Ja-Sagen“. Es gibt viele Gründe, warum wir uns oft nicht abgrenzen können. Weiterlesen

Ich habe den tiefen Wunsch, zu zerstören. Nicht nur ein bisschen was abzubrechen, nicht nur irgendwo einen Katscher reinzumachen, Kaffee drüberlaufen zu lassen oder ein bisschen zu kneifen. Ich habe den tiefen Wunsch, ganz zu zerstören, vollkommen, sodass nichts mehr übrig bleibt. Der Hass in mir ist unermesslich. Ich will nicht nur irgend etwas zerstören, sondern alles, was mir im Weg ist. Besonders, wer und was mir am nächsten steht, will ich zerstören. Und zwar ganz. Weiterlesen

Bist du gelangweilt, bist du zu müde zum Wachsein und zu wach zum Schlafen. Ein Sonntagnachmittagsspaziergang bei heissem Wetter kann auch zeigen: Übelkeit und Langeweile liegen nah beieinander. Wir essen, trinken, schlafen aus Langeweile. Wir warten darauf, wieder anzuspringen, doch nichts spricht uns an. Weiterlesen

Alte Menschen, die kaum noch kauen, haben mehr harten Ohrenschmalz als denjenigen, die sich noch gut ernähren können (Mansour et al., 2025). Schmerzende Ohrpfropfen können meiner Erfahrung nach manchmal die Folge von langen Zahnbehandlungen oder Zahnextraktionen sein. Kauen hilft also auch dem Ohr. Weiterlesen
„Ich war so froh, als der Tag kam, dass ich ins Heim konnte“, sagt Sebastian. „Ich hätte trotz aller Gewalt nicht von meiner Familie weg gewollt“, sagt Andrea. Im Radio sagt eine Pädagogin: „Wir wollen die Kinder stärken. Wir wollen ihnen erklären, wo Missbrauch anfängt.“ Es klingt so intellektuell – so weit weg. Weiterlesen

Wir wollen alles im Griff haben und doch geschieht uns immer irgendwas – Dinge, die wir so gar nicht wollen: Neue Kosten kommen auf uns zu, wir werden verlassen, wir bekommen ein riesiges Haus vor unser eigenes Fenster gesetzt, die Klassenlehrerin wechselt, die Diagnose ist schrecklich. Mit uns wird etwas „gemacht“. Weiterlesen