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Filmtipp: Beautiful Mind

Der Film „Beuatiful Mind – Genie und Wahnsinn“ aus dem Jahr 2001 erzählt – mit Variationen – die wahre Geschichte des Mathematikers John Nash (1928-2015), der mit knapp 30 Jahren an einer Paranoiden Schizophrenie erkrankte. Der Film bezieht den Zuschauer in das psychotische Erleben des Mathematikers mit ein, weil wichtige Hauptpersonen zu Beginn des Films keinen Zweifel an deren Echtheit lassen. John Nashs langer Weg zur Gesundung gelingt ihm, indem er seine Wahn-Figuren als nicht real erkennt. Weiterlesen

Psychoanalytiker*in werden mit einem „Nicht-nur“ in Gedanken

Die intensiven Ausbildungen bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) und Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) führen nicht selten dazu, dass man zeitweilig fast nur noch für die Ausbildung lebt. Die Psychoanalytikerin Dr. med. Diana Pflichthofer (DPG) macht in dem Buch „Grenzen“ (DGPT, 2017) einen sinnvollen Vorschlag: „Deswegen folgt hier eine weitere mentalgymnastische Übung: Sollte man nicht eigentlich jedem Ausbildungskandidaten raten, ja es fast zur Bedingung machen, dass er, wenn er diese Ausbildung beginnt, mindestens noch eine andere Ausbildung mache, sei es in der Musik, der bildenden Kunst, im Sport oder wo auch immer – Hauptsache woanders? Wenn er bloß die Zeit dazu hätte!“ (Grenzen. Eine Publikation der DGPT. Psychosozial-Verlag 2017: S. 164)Weiterlesen

Welche Form hat die Psyche?

In der Liebesbeziehung oder in der Psychoanalyse erscheint sie manchmal fast greifbar. Sie ist mal fein wie ein Eihäutchen, mal gewaltvoll. Sie zieht sich ängstlich zusammen oder dehnt sich aus. Sie ist etwas, das leicht verletzt werden kann. Hermann Hesse beschreibt ihre Form sehr schön in „Narziß und Goldmund“: „Ihre Seele war ihm bekannt und lieb geworden … wie sehr diese Seele ihrem Leibe entsprach: sie konnte etwas tun, etwas sagen, einen Wunsch oder ein Urteil äußern, und ihr Wort und die Haltung ihrer Seele war vollkommen nach derselben Form geprägt wie der Schnitt ihrer Augen und die Bildung ihrer Finger!“Weiterlesen

Psychoanalyse-Ausbildung: Welcher Patient passt zu mir?

Es gibt Ärzte, die nur in den Krisengebieten dieser Welt glücklich sind. Sie haben mit „Husten und Schnupfen“ nichts am Hut. Andere hingegen mögen die geduldige Arbeit mit Patienten, die schon wieder mit Spannungskopfschmerzen kommen. In der Psychoanalyse ist es manchmal ähnlich. „Ich kann auf keinen Fall mit magersüchtigen Patienten arbeiten“, sagt ein sehr erfahrener Psychoanalytiker. „Psychosen finde ich so interessant, dass ich am liebsten mit solchen Patienten arbeite“, sagt der andere. Weiterlesen

Psychoanalytiker*in werden bei der DPV

Wer die Psychoanalyse an einem Institut der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) erlernen möchte, der muss sich erst einmal einsortieren. Als Basis dient den Ärzten die Weiterbildungsordnung zum Psychoanalytiker nach der Ärztekammer (unabhängig von der DPV), sodass der Arzt (Facharzt der unmittelbaren Patientenversorgung) später als Psychoanalytiker im Kassensystem arbeiten kann. Zusätzlich haben viele Ärzte und Psychologen auch das Ziel, später einmal „DPV-Analytiker“ zu sein, also der Vereinigung anzugehören. Weiterlesen

Peinlich!

Peinlichkeit ist so eng verwandt mit Scham und fühlt sich oft doch ganz anders an. Im Wort „Peinlichkeit“ steckt die „Pein“, also die „Qual“, der „Schmerz“. Ist uns etwas peinlich, dann versetzt es uns einen Stich. Es fühlt sich spitz an. Die Scham ist da irgendwie „breiter“. Weiterlesen

Folie à deux in der Psychoanalyse

Die „Folie à deux“ ist ein „Verrücktsein zu zweit.“ Verliebte kennen es oder Mutter und Kind in den ersten Lebenswochen. Die „Folie à deux“ kann der Himmel auf Erden, aber auch die Hölle sein, z.B. wenn zwei Menschen, die einander nicht gut tun, nicht voneinander loslassen können. Eine „Folie à deux“ kann auch in der Psychoanalyse entstehen, wenn Patient und Analytiker quasi aneinander haften, wenn es keine innere und/oder äußere Triangulierung mehr gibt und keinen Ausweg. Weiterlesen

Wieviele Supervisoren brauche ich in der Psychoanalyseausbildung?

Wer eine Ausbildung zum Psychoanalytiker nach den Richtlinien der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) macht, der muss jede Analyse mit seinem Patienten nach der vierten Stunde supervidieren lassen. In der DPV-Ausbildung muss man mindestens zwei Patienten je 300 Stunden behandeln (mit vier Sitzungen pro Woche). Diese beiden Patienten-Behandlungen müssen von unterschiedlichen Supervisoren begleitet werden, wobei die Supervisoren den Status „Lehranalytiker der DPV“ haben müssen. Weiterlesen

Unser „Nie mehr!“ verhindert Glück und Entwicklung

Wir hatten gerade vertraut, da zerstört der andere etwas in uns. „Nie mehr werde ich jemandem vertrauen“, sagen wir. So, als wollten wir den anderen und auch uns selbst damit bestrafen. Wir hatten uns gerade entspannt, da verletzt der andere uns. Wir hatten dem anderen endlich geglaubt, da belügt er uns. „Nie mehr!“ Wir wissen, dass wir alle nur Menschen sind und dass Abwehr uns zeitweise zwar nützen und schützen kann, uns auf Dauer aber krank macht. Wir brauchen vielleicht eine Erholungsphase, aber dann können wir sagen: „Ich bin wieder bereit für neue Erfahrungen.“ Aus dem „Nie-mehr!“ wird ein Bereit-sein für „Immer wieder neu“, denn jeder entwickelt sich immer ein bisschen weiter.

Wie werde ich Psychoanalytikerin? Leistung und Wissen zählen weniger – das Sein und Sein-Lassen ist wichtig

Voraussetzung für eine Psychoanalyse-Ausbildung ist ein akademischer Abschluss. Meistens werden Ärzte oder Psychologen Psychoanalytiker – fast immer jedoch sind es Menschen, die es gewohnt sind, sehr viel zu leisten. Sie haben hunderte Prüfungen hinter sich gebracht zu dem Zeitpunkt, an dem sie die Psychoanalyse-Ausbildung beginnen. „Da musst du aber sicher viel lernen“, sagen mir viele, wenn sie sich meine Ausbildung vorstellen. „300 Seiten in zwei Wochen, das heißt also 22 Seiten pro Tag“ – diese Zeiten, die ich noch als Medizinstudentin kannte, sind mit der Psychoanalyse-Ausbildung jedoch vorbei. Hier wird etwas viel Schwierigeres verlangt: „Sei ganz Du selbst.“, oder, wie es auf vielen T-Shirts steht: „Be!“ Weiterlesen