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Das Gesetz des Entgleitens

Viele sprechen über das „Gesetz der Anziehung“ oder das „Gesetz der Resonanz“. Dazu gehört die Vorstellung, dass man das, was man sich wünscht, anzieht, wenn man es sich nur häufig genug vorstellt („visualisiert“). Es ist ähnlich wie mit dem roten Auto, das man sich gerade gekauft hat: Plötzlich sieht man nur noch rote Autos. Es gibt Tage, da glückt alles und alles fügt sich zusammen. Man hat das Gefühl, man tut gar nichts dazu – es fällt einfach alles passend vom Himmel. Man handelt einfach entsprechend, wenn man sich etwas von ganzem Herzen wünscht. Aber es gibt auch ein unschönes Gegengesetz: Das Gesetz des Entgleitens. Weiterlesen

Wohlgefühl als Angst-Abwehr: „Es ist wie eine innere Droge, von er ich nicht lassen kann.“

Manchmal wundern wir uns, dass wir in schweren Zeiten relativ gut einschlafen und am nächsten Morgen gut aufwachen. Das kann daran liegen, dass wieder eine Ordnung hergestellt wurde, auch, wenn der Vorgang schmerzlich war. Wenn du dich jedoch kurze Zeit danach wieder sehr schlecht fühlst, kann es auch ein anderer Mechanismus sein. „Dieses große Wohlgefühl beim Aufwachen, vielleicht nach einem schönen Traum, ist zwar unglaublich angenehm, aber es ist nicht gut für Körper und Geist. Es verschwendet Lebensenergie“, sagte mir einmal ein chinesischer Mediziner. Weiterlesen

Es gibt die Erfüllung

„Beziehung ist halt immer harte Arbeit.“ | „Den Traumprinzen gibt es nicht.“ | „Das ist eben die Realität! | „Du kannst Dir nicht immer die Rosinen rauspicken.“ | „Letzten Endes sind wir doch immer alleine.“ | „In der Psychoanalyse kann man doch auch nur lernen, mit seinen Symptomen umzugehen, oder?“ | Es gibt so viele Sätze, die zeigen: Da hat jemand noch nicht die Erfüllung erlebt. „Beziehung ist nicht ‚harte Arbeit‘. Ich musste mit meinem Partner noch nie an unserer Beziehung ‚arbeiten‘. Es ist einfach etwas Natürliches“, sagt Barbara. „Ich weiß seit 25 Jahren wie es ist, mit Männern zu schlafen. Doch erst seit einem Jahr weiß ich, dass es zutiefst befriedigend sein kann“, sagt Lea. „Bei meiner Arbeit habe ich immer das Gefühl: ‚Ja, das ist es!'“, sagt Peter. Weiterlesen

Im Sog

Ich war weit hinaus geschwommen. Als ich zurück schwimme, spüre ich einen Sog unter mir. Ich schwimme und er zieht mich zurück. Ich schwimme mehr und er zieht mich mehr zurück. Ich verzweifle. Am Strand stehen die beiden Jungs. Sie schauen auf mich. Sie können nichts tun, außer blicken. Sie sehen mich. Sie sind bei mir. Ich blicke zurück. Und bekomme Kraft. Ich schwimme zurück. Sie helfen mir aus dem Wasser. „Da war was!“, sage ich. „Wir haben’s gesehen“, sagen sie. Manchmal ist es einfach nur wichtig, dass andere wissen und sehen. Weiterlesen

Warum Denken und Fühlen in der Psychose oft schwierig ist und konkretistisches Denken überwiegt

Der britische Psychoanalytiker Wilfred Bion (1897-1979) stellte viele Theorien über das Denken und Fühlen auf. Er beschäftigte sich intensiv mit dem Thema „Psychose“ und mit der Frage, warum psychotische Patienten oft nur schwer denken und fühlen können. Bions ehemaliger Analysand James Grotstein (1925-2015) beschreibt seine Theorien sehr verständlich. In seinem Buch „A Beam of Intense Darkness“ (Karnac, 2007) schreibt Grotstein: Weiterlesen

Der Wolfsmann mit den weissen Wölfen von Sigmund Freud, der Rattenmann mit der Zwangsneurose und der kleine Hans mit der Angst vor dem Wiwimacher

„Der Wolfsmann“ (1918) war ein Patient von Sigmund Freud, der in Wirklichkeit „Sergej Pankejeff“ hieß. Er träumte im Alter von vier Jahren einen Angsttraum von weißen Wölfen, die übereinander herfielen. Der Patient litt seither unter einer Wolfsphobie. Sigmund Freud deutete dies als den unbewussten Wunsch, dass der Vater des Patienten über diesen herfiele. Als Kleinkind hatte Sergej Pankejeff beobachtet, wie sein Vater über seine Mutter im Beischlaf „hergefallen“ war. Die Geschichte des Wolfsmanns ist in Sigmund Freuds Werk „Aus der Geschichte einer infantilen Neurose“ (Projekt Gutenberg) nachzulesen.Weiterlesen

Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV), Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG), DGPT und IPA – ein Überblick

Die Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV) ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft für Psychoanalytiker. Die Vereinigung gehört zur Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV). Die DPV besteht aus 13 Instituten. Die Institute haben Ambulanzen, an die man sich mit psychischen Beschwerden wenden kann. An den Instituten kann man sich außerdem zum Psychoanalytiker ausbilden lassen. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? „Wie hältst Du die Geschichten aus?“

Bei der Vorstellung, Psychoanalytiker*in zu werden, fragen sich viele, ob sie die „Geschichten“ aushalten, die ihnen die Patienten erzählen. Man hält sie meistens gut aus, wenn man eine gute Ausbildung erhält. In der Ausbildung zum Psychoanalytiker begibt man sich selbst in Lehranalyse – bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) legt man sich in der Ausbildung 4-mal pro Woche bei einem Lehranalytiker auf die Couch, um eigene Probleme und Traumata zu bearbeiten. Weiterlesen

Verwirrung ist Zerstörung

Hält die Grenze? Erkennt er, was ich wirklich denke? Ich teste es aus, weil ich Angst habe. Angst davor, durchsichtig zu sein. Ich verwirre ihn. Nein, er sieht nicht, was ich wirklich meine. Erleichtert stelle ich fest, dass die Grenze hält. Durch meine Verwirrung habe ich ihn auf Abstand gehalten. Enttäuscht stelle ich fest, dass er nicht in mich hineingreifen kann, um meine Wirklichkeit herauszufischen. Und plötzlich spüre ich: Ich habe auch mich selbst verwirrt. Was ich mir wünsche, weiß ich nicht mehr, weil ich nicht nur ihn und mich, sondern auch unsere Kommunikation verwirrt habe. Verwirrung ist Zerstörung. (Text: © Dunja Voos; Bild: © Julia)

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Ich will das nicht so.

Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen – nur ein kleiner Schnitt? (Buchtipp)

„Die Vorhaut ist doch nur ein nutzloses Häutchen“, hörte ich eine Mutter sagen, die ihren Sohn aufgrund von Entzündungen operieren lassen wollte. Doch die Vorhaut (lateinisch „Praeputium“) ist eng mit Nerven durchzogen und ermöglicht eine befriedigende Sexualität. Selbstbefriedigung ist für viele Männer ohne Vorhaut kaum vorstellbar. Viele Männer, denen die Vorhaut entfernt wurde, leiden manchmal ein Leben lang unter ihrem Fehlen. Der Autor Clemens Bergner (Pseudonym) ist selbst betroffen und will mit seinem Buch „Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen – nur ein kleiner Schnitt?“ auf die Probleme der Beschneidung (Zirkumzision, lateinisch: circumcisio) aufmerksam machen. Weiterlesen