Gut psychoanalytisch arbeiten kann ich mit Patienten, die gut symbolisieren können. Sie können z.B. so etwas sagen wie: „Ich fühle mich so traurig – es ist, als ginge ich durch eine dunkle Wolke.“ Die bildhafte Sprache und das bildhafte Denken machen ein „träumerisches Miteinander“ möglich. Das Unbewusste kann sozusagen leicht angesprochen werden, Phantasien und Überzeugungen können sich verändern. Menschen, die nicht so gut symbolisieren und abstrahieren können, hängen oft sehr am Konkreten fest. Sie brauchen manchmal erst viele logische Erklärungen. Es ist manchmal, als ob es ihnen an einem psychischen Raum fehlte, der erst einmal durch die therapeutische Beziehung entstehen muss. Diese Arbeit bzw. der Versuch, gemeinsam zu „spielen“, kann lange dauern und erfordert viel Geduld – mit Respekt vor natürlichen Grenzen. Weiterlesen
Die Sicherheit ist unsere Geliebte. Das Bedürfnis nach Sicherheit zählt zu unseren Grundbedürfnissen. Die Unsicherheit, unsere Feindin, lauert uns überall und jeden Tag auf. Unsicherheit aushalten zu lernen ist eine hohe Kunst. An der Hand eines Freundes lässt es sich besser ertragen, wenn man nicht weiß, wie es morgen weitergehen soll. Unsicherheit fühlt sich an, als stünde man auf einem Hochseil und müsste den nächsten Schritt setzen, ohne wirklich gut balancieren zu können.Weiterlesen
Wenn Du häufig unter Rückenschmerzen und vielleicht auch unter (unerklärlicher) Atemnot leidest, kannst Du Dich einmal selbst beobachten: Vielleicht merkst Du, wie bei bestimmten Bewegungen beim Sport oder beim Spazierengehen plötzlich das Gefühl auftaucht, schwerer Luft zu bekommen. Vielleicht kannst Du auch Atemgeräusche hören wie bei einem Asthmatiker. Hier zeigt sich vielleicht, wie die Verkrampfung der unteren Rückenmuskulatur auch zur Verkrampfung der Atemmuskulatur, vielleicht sogar der Bronchialmuskulatur führen kann. Weiterlesen
Die „Melancholie der Erfüllung“ kennen vielleicht viele von uns – wir schaffen die Prüfung und sind endlich in dem Beruf, den wir uns gewünscht haben. Doch die erwartete Freude bleibt aus. Da ist man endlich genesen von einer langwierigen Krankheit oder man hat endlich die große Liebe gefunden. Und doch fühlt man sich vielleicht seltsam schwer, gedrückt, unglücklich, einsam und gequält. Wenn Glück depressiv macht, kann das viele verschiedene Ursachen haben, die oft weit in die Kindheit, ja vielleicht sogar bis in die Babyzeit oder vorgeburtliche Zeit zurückreichen.Weiterlesen
Ähnlich wie beim Lachen entspannen sich beim Weinen die Muskeln. Es wird etwas „abgeführt“, das Weinen erleichtert uns normalerweise. Menschen mit Depressionen berichten jedoch oft, dass sie das Weinen anstrengend finden. Es ist, als hätte es seinen Sinn verloren. Manche Menschen sprechen von „Traurigkeit“, wenn sie von Depression sprechen. Tatsächlich ist die Depression aber oft eher eine Unfähigkeit, Trauer zu empfinden und traurig zu sein. Auch andere „negative“ Gefühle können in der Depression schlechter wahrgenommen werden. Stattdessen macht sich oft Gefühllosigkeit, Gelähmtheit, Erschöpfung und eine Starre breit. Weiterlesen