Die Mutter war außer sich. Schon wieder. Das Kind hatte alles falsch gemacht. Und doch hatte es etwas richtig gemacht: Weil es die Mutter nicht einschätzen konnte, machte es die Mutter wütend, damit es wusste, wo es dran war. Damit es Eindeutigkeit hatte. Doch ein kleines Kind kann die Welt nicht entdecken, wenn die Mutter wütend mit ihm ist. Weiterlesen
Das Kind, es bittet um Entschuldigung. Die Mutter sitzt auf dem Sofa. Und schweigt. Das Kind weiß nicht, warum die Mutter so wütend ist auf das, was es getan hat. Die Mutter ist unbarmherzig. Und schweigt. Den ganzen langen Sommernachmittag. Das Kind will vergehen. Weiterlesen

Ich dachte, es sei normal: das Geschrei, das Gezerre, das Gesperre, der Mangel, der Liebesentzug, der Alkoholgeruch, die Lügen, das Drama, die Nacktheit. Irgendwann dämmerte es mir. Ich fragte mich, ob das wirklich normal sei. Weiterlesen

Ich hatte mich oft gewundert, dass ich morgens nach dem Yoga vegetativ gestresst bei der Arbeit ankam. „Du machst zu viel davon“, sagte mir die Stationsschwester, mit der ich zusammenarbeitete. Und konnte es kaum glauben, denn ich machte gar nicht so viel. Weiterlesen

Manchmal fangen wir hochmotiviert mit Yoga an und geben dann wieder auf. Dabei tritt die gute Wirkung oft erst nach einer längeren Zeit ein. Der Gründer des „Somatic Experiencing“, Peter Levine, sagt so treffend: „Die Fähigkeit des Körpergewahrseins muss sich langsam entwickeln. Wir können den Körper nur ganz allmählich erfahren“ (somatic-experiencing.de/…). Weiterlesen

Wenn Du Dich ruhig hinstellst, die Augen schließt und eine Weile so stehen bleibst, dann kann es sein, dass Du etwas bewegen möchtest. Ganz leicht vielleicht – Du möchtest und kannst vielleicht Deine Arme heben oder kaum sichtbare Bewegungen mit den Fingern durchführen. Weiterlesen

Wir wollen, dass es uns wieder besser geht und schleppen uns ins Fitnessstudio oder zwingen uns zum Spaziergang. Doch dadurch geht es uns häufig nicht besser – im Gegenteil: Die körperliche Anstrengung führt vielleicht dazu, dass wir uns noch schlechter fühlen. Weiterlesen

„Was ist das?“, fragte ich mich. Nach dem Infekt fühlte ich mich entsetzlich krank. Alles tat mir weh – ich schaffte es kaum noch nach draussen. Die Blutuntersuchung war vollkommen unauffällig und auch meine Psychoanalyse half mir nicht. Weiterlesen

„Ich dachte, ich muss in die Notaufnahme oder mich umbringen“, erzählt eine Frau, die an der Angst vor dem ewigen Leben leidet. Der Autor Bobby Azarian leide unter dieser Apeirophobie seit er vier Jahre alt war – als seine Mutter ihm nach dem Versterben des Opas erzählte, dass er nun fröhlich im Himmel weiterlebe (The Atlantic, 1.9.2016). Weiterlesen

Ich habe den tiefen Wunsch, zu zerstören. Nicht nur ein bisschen was abzubrechen, nicht nur irgendwo einen Katscher reinzumachen, Kaffee drüberlaufen zu lassen oder ein bisschen zu kneifen. Ich habe den tiefen Wunsch, ganz zu zerstören, vollkommen, sodass nichts mehr übrig bleibt. Weiterlesen