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Die böse Mutter/der böse Vater muss ganz raus

Wir alle tragen Mutter und Vater (so wir sie denn hatten) in unserer Seele mit herum – der eine mehr, der andere weniger. Mutter und Vater sind als „Primärobjekte“ (primäre Objekte) in unsere Seele sozusagen eingebaut. Sie lieferten uns den Prototyp der Kommunikation. Wie wir uns bei Vater und Mutter fühlten, so fühlen wir uns später im Leben immer wieder mal. Diejenigen, dieüberwiegend eine liebevolle Beziehung zu Mutter und Vater hatten, genießen das und zehren ihr ganzes Leben davon. Doch die schwer traumatisierten Kinder haben später oft nur Eines im Sinn: Mutter und Vater aus der Seele heraus zu befördern. Weiterlesen

Eine kurze Geschichte der Erschöpfung

Ich fühle mich von allen Seiten eingeengt. Im Hamsterrad. „Gönn‘ Dir mal was“, heißt es. „Geh mal wieder raus“, „Tu dir was Gutes.“ Ja, aber! Warum hilft es mir denn nicht? Warum habe ich das Gefühl, es gibt keinen Ausweg, keinen Ausgang, keine Lösung? Warum erscheint Entspannung so unmöglich? Ist es wirklich die Lage, die mich zermürbt, bewegungsunfähig und müde macht? Kann ich meditieren, wenn um mich herum das Chaos herrscht, wenn ich Dinge tun, erledigen, wegschaffen muss? Ich habe das Gefühl, ich kann nicht mehr aufstehen, keinen Schritt mehr tun, selbst der nächste Atemzug ist mir zu anstrengend. Selbst der kühnste Traum verschafft mir keine Erleichterung. Was ist das bloß? Mein Herz rennt. Bin ich krank? Yoga, ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung – all das für die Katz? Warum wirkt es nicht? Ich warte doch schon so lange.Weiterlesen

Der Baum der Erkenntnis

Er steht da, im Paradies: Der Baum der Erkenntnis. Um mich herum ist die Welt in Ordnung. Innen drin bin ich unwissend. Ich stelle mich dumm, ich halte mich dumm. Ich weiß: Wenn ich diesen Apfel esse, wird die Welt um mich herum zusammenbrechen. Aber ich bin lieber gebildet in einer kaputten Welt als ungebildet in einer heilen Welt. Und als ich den Apfel esse, sehe ich, dass die Welt schon vorher nicht heil war. Aber jetzt können wir einander verstehen, die Welt und ich.Weiterlesen

Sich abends versöhnen – geht das?

Ich kenne mehrere Paare, die glücklich zusammen alt geworden sind. Beide Partner sind gesund. Keiner ist durch unterdrückten Ärger an Krebs erkrankt (wie wir uns das manchmal vorstellen). Beide verraten mir die Basis ihres glücklichen Zusammenseins: „Wir haben uns abends immer vergeben.“ Wie ist sowas möglich? „Jetzt sei doch mal dankbar, jetzt entschuldige Dich doch mal!“ – Das sind Sätze, bei denen jeder weiß: Der andere fühlt keine Dankbarkeit und der andere fühlt auch keine Reue, wenn er sich auf Kommando entschuldigen muss. Dankbarkeit, Reue und auch der Wunsch nach Versöhnung lassen sich nicht aktiv, nicht mit Willen herbeizaubern. Das wissen auch die reiferen Paare – aber was meinen sie dann? Weiterlesen

Der psychische Schmerz der Wechseljahre: Mit dem Ende der Tage sind die Tage nicht zu Ende

Für Mädchen ist es ein besonderes Ereignis, wenn sie das erste Mal ihre Tage bekommen. Für viele Eltern ist es das Signal, mehr Abstand zu halten. „Meine Mutter hat mich oft geschlagen, aber das hat aufgehört, als ich meine Tage bekam“, erzählen manche Frauen. Die Periode empfanden sie wie einen Schutz. Das Ufer des Erwachsenseins ist erreicht. Die Periode bestimmt von nun an den Lebensrhythmus. Mit einem Mann zu schlafen bedeutet lange Zeit auch, dass daraus neues Leben entstehen könnte. Neigt sich die Periode dem Ende zu, empfinden viele Frauen das als Befreiung, aber mancher wird’s auch schwer ums Herz. Das war’s gewesen. Das erste spürbare Ende des Lebens naht – die Blätter an den Bäumen werden gelb. Weiterlesen

Warten

Wenn ich warte, denke ich, ich muss sterben. Es tut alles weh. Ich fühle mich gequetscht. Mein Herz stolpert und schmerzt. Ich habe Angst, dass es kaputt geht. In mir und um mich herum rutscht alles in eine Katastrophe. Wenn ich nichts tue, passiert etwas Schlimmes – meine ich. Ich muss doch was tun! Aktiv werden! Den Abrutsch verhindern! Denke ich nachts. Während ich liege und warte. Doch vom Warten – vom sehr langen Warten – wird es besser. Nach vielen, vielen Stunden merke ich: Die Katastrophe zieht vorbei. Sie zieht sich zurück. Es wird Morgen am Übermorgen. Warten und Nichtstun haben sich gelohnt.Weiterlesen

Wut – Gefühle erklärt für Kinder (aber nicht nur)

Wenn Du richtig wütend bist – wie fühlt sich das an? Wie ein Erdbeben? Wie eine Wallung, die von unten hoch kommt? Zittern deine Hände? Wirst Du rot und möchtest ganz laut schreien? Wut ist ein sehr, sehr starkes Gefühl. Wenn man wütend ist, bekommt man ungeheure Kraft. Und es wird einem alles egal – man will die Wut nur los werden. Wir glauben manchmal, dass wir explodieren, wenn wir jetzt nicht jemanden anschreien. Kleine Kinder schlagen einfach zu, wenn sie wütend sind. Das ist wie ein Reflex: Zack, ist die Schaufel auf dem Kopf des anderen.Weiterlesen

„Eins, zwei, …!?“ Warum zählen so viele Eltern?

"Warum zählen so viele Eltern immerzu bis Drei?", fragte ich auf Twitter. Die Antwort einer Mutter: "Weil's funktioniert." Ich stelle mir vor, mein Partner würde mich bitten, ihm Kaffee mitzubringen und dann sagen: "Aber ganz schnell! Eins, zweeeiiii ..." Kin...

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Enttäuschung – wie damit klar kommen?

Enttäuschung ist ein Herz-erdrückenes Gefühl. Man mag den anderen nicht mehr. Er fällt hinten rüber. Das, was man für wahr hielt, ist (nicht mehr) wahr. Vielleicht war es einmal wahr - für uns und für den anderen. Bei einer Enttäuschung hat sich etwas mass...

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Was kann ich tun, wenn ich mich immer zu sehr schäme?

Wie es bei der Angststörung die „Angst vor der Angst“ gibt, so gibt es bei der Scham auch die „Scham der Scham“. Wenn wir rot werden und andere sehen, dass wir uns schämen, ist uns das doppelt unangenehm. Manche Menschen schämen sich fast ständig – besonders Menschen mit einer Sozialen Phobie und/oder mit einer Erythrophobie (Angst vor dem Erröten) sind betroffen. Gegen die Scham kann man erstmal nicht viel machen. Genauso wenig wie man sagen kann: „Jetzt freu dich doch mal“, kann man sagen: „Jetzt schäm‘ Dich mal nicht.“ Weiterlesen