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Chunk: Unser Gehirn kann sieben Chunks pro Sekunde verarbeiten

Chunk = englisch „Klumpen“, wird eine Einheit genannt, die das Gehirn über die Sinne pro Sekunde aufnehmen kann. Man sagt, dass wir 7 Chunks pro Sekunde verarbeiten können. Der Psychologe und Physiker Walter von Lucadou erklärt es ganz einfach: „Ein Schüler, der gerade erst lesen lernt, braucht viel Zeit für jedes Wort, weil jeder Buchstabe für sich einen Chunk darstellt. Für geübte Leser dagegen ist das ganze Wort ein Chunk, manchmal sogar ein ganzer Satz“ („Die Geister, die mich riefen“, Bastei-Lübbe, Köln 2012: S. 61).

Peinlich!

Peinlichkeit ist so eng verwandt mit Scham und fühlt sich oft doch ganz anders an. Im Wort „Peinlichkeit“ steckt die „Pein“, also die „Qual“, der „Schmerz“. Ist uns etwas peinlich, dann versetzt es uns einen Stich. Es fühlt sich spitz an. Die Scham ist da irgendwie „breiter“. Weiterlesen

Folie à deux in der Psychoanalyse

Die „Folie à deux“ ist ein „Verrücktsein zu zweit.“ Verliebte kennen es oder Mutter und Kind in den ersten Lebenswochen. Die „Folie à deux“ kann der Himmel auf Erden, aber auch die Hölle sein, z.B. wenn zwei Menschen, die einander nicht gut tun, nicht voneinander loslassen können. Eine „Folie à deux“ kann auch in der Psychoanalyse entstehen, wenn Patient und Analytiker quasi aneinander haften, wenn es keine innere und/oder äußere Triangulierung mehr gibt und keinen Ausweg. Weiterlesen

Wieviele Supervisoren brauche ich in der Psychoanalyseausbildung?

Wer eine Ausbildung zum Psychoanalytiker nach den Richtlinien der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) macht, der muss jede Analyse mit seinem Patienten nach der vierten Stunde supervidieren lassen. In der DPV-Ausbildung muss man mindestens zwei Patienten je 300 Stunden behandeln (mit vier Sitzungen pro Woche). Diese beiden Patienten-Behandlungen müssen von unterschiedlichen Supervisoren begleitet werden, wobei die Supervisoren den Status „Lehranalytiker der DPV“ haben müssen. Weiterlesen

Über Gedankengänge, Containment-Körbchen und Rohrsysteme in uns

Ich habe einen guten Gang. Der liegt weit unterirdisch. Die anderen sehen ihn nicht. Ich muss ihn verheimlichen, denn er ist mein Überlebensgang. Nur manchmal, da könnte er etwas Luft vertragen. Weiterlesen

Einzelkinder – werden ihre Probleme übersehen?

Die meisten Einzelkinder, die ich kenne, haben sich ihr Leben lang Geschwister gewünscht. Über die spezielle Einsamkeit von Einzelkindern wird selten gesprochen. Auf Einzelkindern lastet der Blick der Eltern viel schwerer. Sie haben gegenüber den Eltern keine Verbündeten. Die „Verwöhnung“, die die Einzelkinder oft erfahren, lässt sie sich manchmal nur noch einsamer fühlen. Einzelkinder wünschen sich vielleicht viel, so das gängige Bild. „Doch eigentlich habe ich mir immer nur Eines gewünscht: ein Geschwisterkind“, sagt eine ältere Frau. Die vielen Wünsche kommen oft daher, dass das, was sich das Einzelkind wirklich wünscht, nicht in Erfüllung geht. Weiterlesen

Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik: Die fünf OPD-Achsen

„Behandlungsvoraussetzungen und Krankheitsverarbeitung“ lautet die Überschrift der Achse I der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD). Hier kann der Therapeut folgende Punkte beschreiben: Weiterlesen

Strukturniveau damals in den Anfängen: Wieviel Platz hat mein Ich zwischen Es und Über-Ich?

Die Psyche besteht aus psychoanalytischer Sicht aus „Es, Ich und Über-Ich“. Psychoanalytiker sprechen vom Strukturmodell (= Instanzenmodell). Wer sich mithilfe stabiler Eltern gesund entwickeln konnte, der hat schließlich ein reifes Ich, ein reifes Überich (nicht allzu streng und nicht allzu locker) und einen beobachtenden und wahrnehmenden Kontakt zum „Es“. Diese Ich-Reife ermöglicht, dass man mit seinen Emotionen gut umgehen kann. Man wird nicht umgehauen von eigenen Affekten wie Wut oder Angst, sondern kann sich selbst steuern – mal mit mehr, mal mit weniger Mühe. Weiterlesen

Das Gesetz des Entgleitens

Viele sprechen über das „Gesetz der Anziehung“ oder das „Gesetz der Resonanz“. Dazu gehört die Vorstellung, dass man das, was man sich wünscht, anzieht, wenn man es sich nur häufig genug vorstellt („visualisiert“). Es ist ähnlich wie mit dem roten Auto, das man sich gerade gekauft hat: Plötzlich sieht man nur noch rote Autos. Es gibt Tage, da glückt alles und alles fügt sich zusammen. Man hat das Gefühl, man tut gar nichts dazu – es fällt einfach alles passend vom Himmel. Man handelt einfach entsprechend, wenn man sich etwas von ganzem Herzen wünscht. Aber es gibt auch ein unschönes Gegengesetz: Das Gesetz des Entgleitens. Weiterlesen

Wohlgefühl als Angst-Abwehr: „Es ist wie eine innere Droge, von er ich nicht lassen kann.“

Manchmal wundern wir uns, dass wir in schweren Zeiten relativ gut einschlafen und am nächsten Morgen gut aufwachen. Das kann daran liegen, dass wieder eine Ordnung hergestellt wurde, auch, wenn der Vorgang schmerzlich war. Wenn du dich jedoch kurze Zeit danach wieder sehr schlecht fühlst, kann es auch ein anderer Mechanismus sein. „Dieses große Wohlgefühl beim Aufwachen, vielleicht nach einem schönen Traum, ist zwar unglaublich angenehm, aber es ist nicht gut für Körper und Geist. Es verschwendet Lebensenergie“, sagte mir einmal ein chinesischer Mediziner. Weiterlesen