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Goldwater-Regel: Psychotherapeuten sollen sich nicht öffentlich über Politiker äußern

Barry Goldwater (1909-1998) war ein US-amerikanischer Politiker, der sich 1964 zur Präsidentschaftswahl aufstellen ließ. Er verlor, nachdem das fact-magazine über 12.000 Psychiater zu ihrer Meinung zur Person Barry Goldwaters befragten. Über 1000 Psychiater schätzten es so ein, dass sich Barry Goldwater aufgrund seiner Persönlichkeit nicht für das Amt des Präsidenten eigne (siehe vox.com). Weiterlesen

Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT)

Die „Dialektisch Behaviorale Therapie“ (DBT) ist eine spezielle Therapie für Patienten mit Früher Störung bzw. Borderline-Störung und komplexer Posttraumatischer Belastungsstörung. Häufig schädigen sich die Betroffenen auf die verschiedenste Weise selbst und haben große Schwierigkeiten, gut für sich zu sorgen und mit anderen Menschen befriedigend zu kommunizieren. Sie können Spannungen schwer aushalten und verlieren leicht die Fassung. Die DBT soll hier rasch und konkret helfen. Die Psychologin Marsha Linehan, die selbst einmal an einer Borderline-Störung litt, hat die DBT entwickelt.Weiterlesen

Wahn und Halluzination – wie kommt man raus? Auch die negative Halluzination kann schlimm sein

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Bei einem Wahn hat man überstarke Phantasien, Sinneseindrücke und Gedanken, die scheinbar weit entfernt von der äußeren Realität sind. Man kann sich zum Beispiel verfolgt fühlen (Verfolgungswahn), großartig fühlen (Größenwahn) oder man ist überzeugt, an einer bestimmten Erkrankung erkrankt zu sein (hypochondrischer Wahn). Es ist nicht immer leicht zu sagen, ab wann eine Vorstellung ein Wahn ist. Manchen Menschen wirft man „Wahn“ vor und stellt hinterher fest, dass ihr Gefühl, ihre Erinnerung oder Vermutung richtig war. Bei anderen Menschen denkt man, es ist „normal“, was sie fühlen, denken und sagen, doch dann stellt sich heraus, dass es ein Wahn ist. Weiterlesen

Flimmerskotom – wenn das Bild verschwimmt

Auf einmal sind beim Lesen die Buchstaben weg. Es ist, als wäre ein blinder Fleck entstanden. Alles verschwimmt und der undeutliche Bereich wird immer größer. Langsam wandert der verschwommene Halbkreis nach außen. Diese Dynamik, dieses „Wandern“ ist typisch für das Flimmerskotom. Manchmal entstehen auch Taubheitsgefühle an Händen und Mund. Hier können Betroffene, die einen Schlaganfall befürchten, beruhigt sein: Bei einem Schlaganfall „wandern“ die Symptome nicht so stark. Pfeiffen, Sprechen, Armheben, Zunge gerade herausstrecken – all das funktioniert im Gegensatz zum Schlaganfall weiterhin normal. Weiterlesen

Früheste Kindheitserinnerung und Deckerinnerung: Das ganze Leben in einer Szene

„Das Lebensalter, in welches der Inhalt der frühesten Kindheitserinnerung verlegt wird, ist meist die Zeit zwischen zwei und vier Jahren (so bei achtundachtzig Personen in der Beobachtungsreihe der [V. und C.] Henri). Eis gibt aber einzelne, deren Gedächtnis weiter zurückreicht, selbst bis in das Alter vor dem vollendeten ersten Jahr, und anderseits Personen, bei denen die früheste Erinnerung erst aus dem sechsten, siebenten, ja achten Jahre stammt.“ Sigmund Freud, Gesammelte Werke: Über Deckerinnerungen, Imago Publishing London, 1952, S. 533Weiterlesen

Magisches Denken – was hat es damit auf sich?

Wer einen Zusammenhang zwischen zwei Dingen sieht, die in Wirklichkeit nicht zusammenhängen, der denkt magisch. „Klopf auf Holz“, sagen wir, um ein Unglück abzuwenden. Dabei kann Holzklopfen wohl kaum etwas ausrichten. Aber es beruhigt uns. Das magische Denken kann eine Lebenshilfe sein, doch wenn es zu stark wird, wie zum Beispiel bei einer Zwangsstörung, leiden wir darunter. Weiterlesen

Die Angst vor dem Mittendrin – eingeschlossen in Freiheit. Zugehörigkeit kann befreiend sein – für’s Elektron wie für den Menschen

Manche Menschen bewegen sich immer am Rande. Sie scheinen immer kurz vor dem Absturz zu stehen oder kurz vor dem Rauswurf. Da heiraten zwei und ein Partner geht sofort fremd. Da erhält ein Schüler seinen begehrten Studienplatz und gefährdet ihn gleich wieder durch Nicht-Lernen. Weiterlesen

Das Schlimme (1)

Es ist mal da und mal nicht. Es krallt sich manchmal um meinen inneren Körper wie eine Krake. Es krallt sich um mein Herz und bringt mich fast um. Und es krallt sich um meine Muskeln. Es ist die Psyche meiner Mutter, die aus der Ferne in mich kommt und das mit mir macht. Es ist vielleicht die Seele des anderen, der mir nahe steht. Daher muss jeder gut beäugt werden, ob er ES machen würde oder nicht. Sie quetscht meine Seele, meinen inneren Körper, sie quetscht mich fast zu Tode. Wann diese Kraft kommt, ist ungewiss. Sie überfällt mich. Jetzt ist wieder so ein Tag, das merke ich schon morgens. Und wenn sie losgelassen hat, ist sie verschwunden, als hätte es sie nie gegeben. Weiterlesen

Corona auf der Couch

Patient (C): „Ich halte das nicht mehr aus. Ich kann so auf keinen Fall weiterleben! Also wie soll ich sagen, ich traue mich kaum, es auszusprechen.“ Analytiker (A): „Hmm.“ C: „Also … äh … ich habe zuerst ein ganzes Land lahmgelegt. Und schließlich sogar die ganze Welt.“ A: „Donnerwetter.“ Weiterlesen

„Psychoanalyse ist mir zu esoterisch“

Der Gedanke, dass Psychoanalyse „esoterisch“ sei, wird immer wieder ängstlich geäußert. Gemeint ist damit häufig eine Angst vor dem Unbewussten oder die Angst, die entsteht, wenn man das Gefühl hat, keine verlässliche Grenze zu haben. Nicht selten sprechen diejenigen von „esoterisch“, die gerne eine Psychoanalyse machen würden, sich aber vor ihr fürchten. Weiterlesen