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Intuition – wie sehr kann ich ihr trauen?

Manchmal liegen wir mit unserem Bauchgefühl richtig. „Ich hab’s doch gewusst!“, sagen wir. „Ich bin meiner inneren Stimme gefolgt und habe an diesem Institut genau das gefunden, was ich gesucht habe“, berichten wir froh, wenn’s gut ging. Auch in Bezug auf unseren Körper haben wir manchmal eine gute Intuition. „Dies wird meine letzte Nacht sein“, sagt eine sterbenskranke Frau – und sie hat recht. Und doch können wir mit unseren Vorahnungen, mit unserem „sicheren Gespür“, oft auch komplett falsch liegen. Manchmal gaukelt uns die Intuition eine Sicherheit vor in einer Situation, in der wir eben nicht wissen können, was uns erwartet Wie finden wir heraus, wann wir unserer Intuition gerade trauen können und wann nicht?Weiterlesen

Neurologische Soft Signs (NSS) häufig bei Zwangsstörungen und Schizophrenie

Neurologische Soft Signs (NSS) sind leichte neurologische Störungen, die sich bei Bewegungen bemerkbar machen. Sie können z.B. durch Sauerstoffmangel unter der Geburt entstehen. Solche NSS sind manchmal kaum bemerkbar, aber an bestimmten Bewegungen erkennbar. Zum Beispiel können Musiker oder andere Künstler darüber klagen, dass sie bei Repetitionsbewegungen scheitern – einzelne Muskeln des Körpers verkrampfen und die Bewegung geht nicht weiter. Deutlichere NSS zeigen sich z.B. im motorischen Luria-Test (Youtube): Wenn es uns schwerfällt, in einem flüssigen Bewegungsablauf mehrmals mit unserer Hand zuerst eine Faust zu machen, dann die Hand auf der Kante, dann auf der Handinnenfläche aufzustellen (englisch: „Fist-Edge-Palm“-Reihenfolge), weist dies auf ein NSS hin. Häufig ist dies ein Zeichen für leichte Schädigungen des Frontalhirns. Früher wurde auch von „Minimaler zerebraler Dysfunktion“ (MCD) gesprochen.Weiterlesen

Gesundheit auf dem Boden: Barfußlaufen übers ganze Jahr kann das Wohlgefühl fördern

„Unser Barfußpfad ist von November bis März geschlossen“, steht auf dem Schild. Glücklicherweise sind wir nicht auf angelegte Barfußpfade angewiesen. Wir können selbst morgens barfuß durch’s nasse Gras gehen und nachmittags mit nackten Füßen durch den Wald spazieren. Gerade der Morgentau an den Füßen hat etwas sehr Erfrischendes. Regelmäßiges Barfußgehen zu allen Jahreszeiten soll Erkältungen vorbeugen und die Venen stärken. Es sorgt dafür, dass wir mit der Natur in Verbindung bleiben. Wenn wir uns auf unsere Schritte konzentrieren, weil Steine oder Dornen uns pieksen könnten, dann erhöht es auch unsere Aufmerksamkeit – wir gehen achtsam. Manchmal hält die Frische eines Barfußspaziergangs noch viele Stunden an. Weiterlesen

kPTBS – komplexe posttraumatische Belastungsstörung: Es braucht viel Geduld

Manche Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) können von ihrem Trauma erzählen. Anders ist es bei Menschen, die schon sehr früh Traumata erlitten haben, insbesondere im Babyalter, also in der präverbalen Zeit. Es gibt viele Fragezeichen, denn oft ist gar nicht so richtig klar, was nun genau zu dieser extremen Anspannung, zu der massiven Angst, zur scheinbar lebenslangen Schlaflosigkeit und einem unberechenbaren Körper führt. Manche wünschen sich, „das entscheidende Trauma“ zu finden, z.B. in einer Hypnosetherapie. Doch das ist meistens nicht möglich. Weiterlesen

Wie ist Psychoanalyse nach der Weiterbildung?

Es gab eine Zeit, da hätte ich ohne Psychoanalyse nicht leben können. Ich spürte, dass die Psychoanalyse der einzige Weg für mich war. Meine schweren Traumata stammten zu großen Teilen aus der präverbalen Zeit. Ich hatte zuvor vieles probiert: Verhaltenstherapeutische Techniken, Bibel-Abende, Meditation, Massage, ich hatte einen Segelbootschein gemacht, Tanzkurse besucht, intensiv Geige gespielt. Doch nur in der Psychoanalyse, in der sich mir eine Analytikerin, später ein Lehranalytiker vier Mal pro Woche widmete, fand ich Wege, um aus meiner Qual herauszufinden. Im Grunde ist man als frühtraumatisierter Mensch ständig damit beschäftigt, sich innerlich zu beruhigen. Weiterlesen

Gesundheit auf dem Boden: Auf dem Boden zu schlafen, kann gut tun

Wenn wir uns nachts wälzen, wenn wir grübeln und uns sorgen, kann es gut tun, den Ort der Qual zu verlassen. Wenn wir uns auf eine Decke auf den harten Boden legen, kann das Gefühl einer Sicherheit entstehen: Hier kann ich nicht mehr fallen. Ich habe den direkten Kontakt zum Boden. Die Härte des Bodens kann eine Art „Selbststrafe“ sein, die wir manchmal suchen, aber manchmal vielleicht auch wie eine Art Trost. Wenn wir uns auf den Boden ans leicht geöffnete Fenster legen, spüren wir, wie die frische Luft über unser Gesicht streicht. Auf dem Boden zu liegen, kann Ängste reduzieren und durch das körperliche Erleben der Härte kann sich das „Ich-Gefühl“ wieder stärken. Weiterlesen

Kafka, Körper und die Frühe Störung

Ich habe einen neuen Patienten, der so langweilig ist, dass ich Ihre Hilfe brauche. Der Patient Herr K. (geb. 3.7.1883, privat versichert) wurde mir überwiesen von Frau Professor Claudia Liebrand und Herrn Professor Rainer Kaus. Herr K. ist als Therapeutenkiller bekannt. Zunächst fühlte ich mich freudig herausgefordert, doch schon in der ersten Sitzung kämpfte ich mit Gefühlen von Leere und Langeweile. Ich spürte keine vitalen Affekte, sondern eher Negativsymptome, wie sie bei einer schweren Depression oder einer Schizophrenie vorkommen: Ich fühlte mich irgendwie leer und zurückgewiesen.Weiterlesen

Warum laufen manche autistische Kinder auf den Zehen?

Autistische Kinder laufen nicht selten auf den Zehenballen. Es ist, als wollten sie nicht die Boden-Berührung am ganzen Fuß haben. Manche geben Schmerzen an, wenn sie den ganzen Fuß aufsetzen. Es gibt zahlreiche Theorien dazu, warum das so ist. Der Youtube...

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Bei quälendem Suiziddruck können Dehnübungen helfen, das Druckgefühl zu reduzieren

Gerade wenn Du frühtraumatisiert bist, kann manchmal so etwas auftauchen wie ein Suiziddruck oder Suizidimpuls: Du hast das Gefühl, Du müsstest Dich umbringen, obwohl Du das gar nicht möchtest. Es fühlt sich vielleicht ein bisschen an wie ein Zwangsimpuls, den manchmal z.B. junge Mütter beschreiben, wenn sie den erschreckenden Impuls spüren, sie müssten ihrem Baby das Leben nehmen. Solche Druckgefühle können extrem unangenehm werden – gerade auch, weil sie so schwer zu beschreiben sind und wie „verrückt“ wirken. Es kann hilfreich sein, sie zu erforschen. Achte einmal darauf, wann es auftritt: Morgens beim Aufwachen? Oder nachdem Du lange irgendwo verkrampft gesessen oder gelegen hast? In Gesellschaft oder in Einsamkeit (oder beides)? Durch bestimmte körperliche Bewegungen kann sich Dein Befinden manchmal erstaunlich verändern. Auch, wenn es sehr platt klingen mag: Versuche es einmal mit Dehnübungen, vor allem mit sehr langsamen Dehnübungen von Armen und Beinen. Weiterlesen

Ultralangsames Körperkennenlernen hilft bei Schmerzen, Druckgefühlen und vegetativen Beschwerden

es ist nicht leicht, sich in seinem körper zu hause zu fühlen. vielleicht nimmst du dir immer wieder vor, sport zu machen, aber du fühlst dich zu erschöpft. du machst vielleicht yoga in gruppen, aber es geht dir zu schnell. irgendwie, so scheint es, gibt es kaum etwas, was deine schmerzen reduzieren könnte, und was bewirkt, dass du dich mehr gehalten in deinem eigenen körper fühlst. vielleicht hast du es schon mit entspannungsübungen und meditation probiert, aber es kommt immer wieder das gefühl auf, dass du flüchten möchtest. ich habe über einzelunterricht im yoga nach und nach einen weg gefunden, ein gutes körpergefühl zu bekommen, indem ich die übungen immer langsamer gemacht und dann abgewandelt habe. besonders inspirierend fand ich dabei die dänische körperpsychotherapeutin marete holm brantbjerg (youtube). Weiterlesen