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Träume vom Fliegen: Warum ist die Flughöhe oft relativ gering?

Jugendliche berichten häufiger als Erwachsene vom Fliegen im Traum (Michael Schredl, Brigitte.de). Doch auch viele Erwachsene haben noch Traumflüge und Flugträume. Erstaunlich ist, dass viele sagen, dass sie es genießen, nur wenige Meter über dem Boden zu schweben. Warum ist das so? Wenn man bedenkt, dass sich im Traum auch konkrete körperliche Erfahrungen widerspiegeln, so ist Manches denkbar: Kinder träumen vielleicht auch deshalb oft von Tieren, weil sie mit ihnen auf Augenhöhe sind. Weiterlesen

Ein inneres Denkmal zu errichten kann vor inneren Attacken schützen

Ich las einmal von einem Patienten mit schrecklichen Alpträumen aus dem Vietnam-Krieg. Ein junger Psychoanalytiker hatte sich vorgenommen, dem Patienten zu helfen, die Alpträume los zu werden. Das hatte auch eine Weile funktioniert. Doch dann habe der Patient seine Alpträume wieder geträumt und gesagt: „Ich brauche diese Träume. Sie sind ein Andenken an meine verstorbenen Kameraden.“ Diese Idee ist vielleicht gar nicht so schlecht. „Immer wieder werde ich von heftigen Angstattacken überfallen und ich frage mich: Was war denn jetzt schon wieder?“, sagen manche Patienten mit einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung. Die Psyche erinnert sie daran, dass da mal eine furchtbare Gefahr war, dass da etwas Schreckliches passiert ist.Weiterlesen

Unser Alptraummann – woher kommt er?

Träume sind eine Verdichtung von vielen Eindrücken, Gefühlen und Erfahrungen. Manche Kinder haben eine Alptraum-Figur, von der sie immer wieder träumen. Diese Alptraumfigur kann uns auch noch als Erwachsene begleiten. Diese Horrorfigur ist so etwas wie der böse Wolf, ein „Monster“, ein „schwarzer Mann“. Er hat vielleicht große Zähne, abstehende Haare, lange Finger. Er verfolgt uns im Traum, wir fühlen uns ihm ausgeliefert. Diese Figur ist oft eine Zusammensetzung aus vielen Eindrücken, die uns Angst gemacht haben. Weiterlesen

Primärprozess und Sekundärprozess: vom Chaos zur Ordnung

Wenn wir träumen, sind uns Gegensätze, Widersprüche und Logik vollkommen egal. Wir orientieren uns nicht mehr an der Vernunft. Rechts kann im Traum auch links sein, oben und unten sind Eins (lateinisch: „altus“ = „hoch, tief“), zeitliche Abfolgen spielen keine Rolle. Diese Art des Denkens nannte Sigmund Freud den „Primärvorgang“, auch „Primärprozess“ genannt. Weiterlesen

Die Traumdeutung von Sigmund Freud (Buchtipp)

„Die Traumdeutung“ von Sigmund Freud ist immer noch der Klassiker – unverzichtbar für alle, die sich mit Träumen, Schlafen, der Psychoanalyse und dem Unbewussten beschäftigen. Der Träumer selbst kann seinen Traum am besten deuten – aber es ist kompliziert: „Es wird niemand erwarten dürfen, dass ihm die Deutung seiner Träume mühelos in den Schoß falle“ (Sigmund Freud, Die Traumdeutung, 1900: Zur Psychologie der Traumvorgänge, Projekt Gutenberg). Ähnlich, wie wir im Wachzustand unerwünschte Gedanken und Gefühle vermeiden oder verdrängen, so kann es für den Träumer auch schwierig sein, im Wachzustand frei über seinen Traum zu sprechen und ihn zu deuten.Weiterlesen

„Diese psychotische Welt ist so echt!“

Wer schon als Baby oder (Klein-)Kind schwer traumatisiert wurde, hat meistens extrem außergewöhnliche Dinge erlebt. Die Erfahrungen brennen sich fest in Psyche und Körper ein und führen auf eine Art zu einem hochsubjektiven Gefühl. Die Gefühle, die gefühlt werden, die Bilder die entstehen, die gedanklichen Schlüsse, die aus all dem gezogen werden, sind sehr fest. „Ich bin mir ganz sicher“, sagen viele Menschen, die schwer traumatisiert sind. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Die Stunde wie einen Traum betrachten

In Alltagsunterhaltungen haften wir gerne dem Konkreten an. Auch in Psychoanalyse-Sitzungen können wir dazu verführt werden, uns mit dem Patienten in Rechthabereien und Richtigstellungen zu verwickeln. Wir können die Stunde jedoch auch ganz bewusst wie einen Traum betrachten und uns fragen: Wo gibt es Verdichtungen und Verschiebungen? Die Patientin erzählt zwar von zwei Kolleginnen, die sich stritten, doch könnte sie damit auch die Beziehung zwischen ihr und ihrer Analytikerin meinen. Weiterlesen

Träumen Blinde?

„Ein violetter Apfel – das ist für mich genauso falsch wie für Sie“, hörte ich den blinden Bergsteiger AndyHolzer.com in einer Dokumentation einmal sagen. Auch Blinde können innerlich Dinge „abbilden“. Viele Vorstellungen, die wir haben, entstehen aus unserem Körperinneren. Wenn wir die Augen schließen und uns unseren Magen vorstellen, den wir ja auch nicht sehen können, haben wir dennoch ein Gefühl für ihn. Wir haben eine Vorstellung von Form und Struktur, von Fülle und Leere, von Magensäure, Hunger und Sattsein. Manche Blinde haben keinen REM-Schlaf, also ihre Augen bewegen sich nicht schnell hin und her beim Träumen. Dennoch träumen sie. (Do Blind People Dream? howtolucid.com/blind-dreaming)

Wir haben auch ohne zu sehen eine Vorstellung von Nähe und Abstand. Wir können streiten, lieben, Angst haben, uns berühren lassen und wir haben Kenntnis von der Lage unseres Körpers im Raum. Wir erfassen so vieles, ohne mit den Augen zu sehen. Und so träumen auch Blinde genauso intensiv wie Sehende, doch während visuelle Eindrücke nur schwach im Traum vertreten sind, träumen Blinde häufiger von Berührungen, Gerüchen und Geräuschen (Kerr et al., 1982).

Traumverlust beim Charcot-Wilband-Syndrom

Menschen, die einen Schlaganfall in der hinteren Hirnregion (im „Okzipitallappen“) erlitten haben, können manchmal nicht mehr träumen. Oft erst nach einigen Monaten kommt die Fähigkeit zu träumen zurück. Hier sprechen Mediziner vom „Charcot-Wilbrand-Syndrom“ (CWS), da es von dem Neurologen Jean-Martin Charcot (1825-1893), neurologienetz.de und dem Augenarzt Hermann Wilbrand (1851-1935), Wikipedia genau beschrieben wurde.

Obwohl die Patienten berichten, nicht mehr träumen zu können, kann man dennoch einen REM-Schlaf bei ihnen feststellen. REM = Rapid Eye Movement: Die Augen bewegen sich während des REM-Schlafes schnell hin und her. Bei Gesunden ist der REM-Schlaf mit lebhaften Träumen verbunden.

Wenn wir träumen, träumen wir vorrangig in Bildern. Dabei ist unser hinteres Gehirn, der Okzipitallappen, aktiv. Dort liegt die Sehrinde, die Gesehenes aufnimmt und verarbeitet. Sie ist normalerweise auch bei geschlossenen Augen aktiv, wenn wir uns Bilder vorstellen. Ist diese Region jedoch nach einem Hirninfarkt beschädigt, können die Betroffenen entweder gar nicht mehr sehen und nicht mehr träumen oder z.B. keine Gesichter oder Gegenstände mehr erkennen. Diese Störungen können sich nach einiger Zeit wieder verbessern.

Auch das Frontalhirn und der Hirnstamm sind am Traum beteiligt

Ein einziges „Traumzentrum“ im Gehirn gibt es nicht. Viele verschiedene Hirnareale sind beteiligt. Der REM-Schlaf bzw. die Traumimpulse gehen alle 90 Minuten vom Hirnstamm aus. Und auch das Vorderhirn (Frontalhirn, „Sitz der Persönlichkeit“ und der Emotionsverarbeitung) ist im Traum aktiv. Menschen, deren Frontalhirn verletzt ist, können ebenfalls häufig nicht mehr träumen (siehe Mark Solms im Beitrag von Wolfgang Merkel: „Flüchtige Botschaften der Seele“, Die Welt, 10.6.2006).

Verwandte Artikel in diesem Blog:

Links:

Kerr, Nancy; Foulkes, David; Schmidt, Marcella (1982):
The Structure of Laboratory Dream Reports in Blind and Sighted Subjects
The Journal of Nervous and Mental Disease: May 1982
journals.lww.com/…

Do Blind People Dream? Everything You’ve Wanted To Know
howtolucid.com/blind-dreaming/

Dream-Work-Alpha nach Bion: Wir träumen auch, um Erlebnisse ins Unbewusste zu schicken

Im Traum verarbeitet man seine Erfahrungen und lässt sie zu einem Teil von sich selbst werden. Psychoanalytiker sagen, man „introjiziert“ seine Erfahrungen. Die rohen Erfahrungen und Gefühle werden zu bedeutungsvollen Bildern und Worten. Manchmal ist es auch umgekehrt: Wir verarbeiten innere Erfahrungen außerhalb von uns selbst. Wir „projizieren“ sie nach aussen – in andere Menschen, aber auch in Gegenstände, beispielsweise, wenn wir die Unordnung in einem Schrank besonders dann unerträglich finden, wenn auch in unserem Inneren gerade Chaos herrscht. Im Traum lernen wir etwas aus unseren emotionalen Erfahrungen. Weiterlesen

Initialtraum

Der „Initialtraum“ ist in der Sprache der Psychoanalytiker der erste Traum, über den der Patient in der Psychoanalyse spricht. Einige Psychoanalytiker sagen, dass der Initialtraum die Beziehung zwischen Patient und Analytiker widerspiegelt. Er sei ein Bild dafür, wie der Patient die Analyse erlebt. Gleichzeitig würde er auch die Lösung für einen Konflikt enthalten.