

„Ich habe so viel zu erledigen, ich kann mich jetzt nicht hinsetzen und ‚Oom‘ singen“, sagst du vielleicht. Sobald du dir vornimmst, Yoga zu machen, drängen sich dir unglaublich wichtige, ja lebenswichtige Dinge auf: der Streit mit dem Partner, das nicht überwiesene Geld, der zu verschiebende Termin, der Schimmel im Kühlschrank, der merkwürdige Hautfleck. Weiterlesen

Wenn Du Deine Ernährung umstellst, um dauerhaft gesünder zu leben, nimmst Du vielleicht vieles auf Dich. Doch eines fehlt vielleicht dabei: das Essen zu relativ festen Zeiten am Tisch oder gar auf dem Boden. Wenn man alleine lebt, kann sich das Einsamkeitsgefühl so breit machen, dass man den ganzen Tag irgendwie isst, aber sich nicht alleine hinsetzen möchte. „Alleine essen ist wie alleine sterben“, hörte ich eine Afrikanerin sagen. Manchen Menschen fällt es allerdings schwer, in der Gegenwart eines anderen zu essen. Weiterlesen

Mit „Ganzkörperphänomen“ meine ich nicht die chronische tophöse Ganzkörpergicht, die sich ähnlich wie eine Fibromyalgie äußern kann (eine Patientin erzählt ihre Geschichte auf Youtube: Living With Gout). Ich spreche zunächst von der Gicht an der Großzehe, mit der man frühmorgens aus dem Schlaf gerissen wird. Ein Schmerz so groß, dass man noch nicht einmal mehr die Bettdecke auf der Haut erträgt. Während die stärksten Schmerzen innerhalb weniger Tage abklingen, können Allgemeinsymptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen, eine erhöhte Herzfrequenz, Schüttelfrost, erhöhte Temperatur und Erschöpfung mehrere Wochen anhalten. Obwohl sich die Gicht (englisch: Gout) vielleicht zuerst nur am Großzehengrundgelenk und schließlich oft am ganzen Fuß äußert, fühlt man sich mitunter richtig krank, wie bei einer Infektion. Weiterlesen

Schon lange verfolge ich den Youtube-Kanal des Zen-Meisters Muho Nölke, der als junger Mann nach Japan ging, um Zen kennenzulernen. Schließlich war er selbst bis zum Jahr 2020 Abt des Klosters Antaji. Oft dachte ich: Vieles von dem, was Muho über Zen erzählt, meine ich, auch so oder ähnlich in der Psychoanalyse erfahren zu haben. Ich fragte ihn, ob er nicht Lust auf ein Gespräch darüber hätte. Hatte er – und lud mich zu Interviews auf seinem Kanal ein. Hier die Liste unserer Gespräche:Weiterlesen
Normalerweise wollen wir das Negative vermeiden. Wir haben Angst vor dem „Schmerzgedächtnis“, wir wollen uns „rein“ halten und positiv denken. Doch indem wir versuchen, das Schlechte von uns wegzuhalten, machen wir uns eng. Es ist außerdem ermüdend – das Schlechte ist sowieso da. Die buddhistische Nonne Pema Chödrön stellt auf Youtube die Meditationsform „Tonglen“ vor. Dabei atmest Du ein, indem Du Dir eine klaustrophobische Enge vorstellst, etwas Dunkles, Dickes, Negatives. Du leitest diese Einatmung in Deinen gesamten Körper oder auch nur in Dein Herz. Paradoxerweise lassen dadurch Engegefühle im Herzen manchmal nach.Weiterlesen
Wenn du gerade weinst und dich alleine fühlst, probiere die Blinzelmeditation aus: Stelle ein Kerzchen auf, zünde es an, setz dich davor und schließe die Augen – aber nur so weit, dass du gerade noch etwas durch deine Wimpern sehen kannst. Wenn du so auf das Kerzenlicht schaust, siehst du die feinen Lichtstrahlen, die überall in die Länge gezogen werden und sich fein bewegen. Durch deine Tränen verstärkt sich der Effekt. Ich finde, das hat etwas Tröstliches. Auch im Sonnenlicht können wir so einen Augenblick verweilen: Wir blinzeln und beobachten, wie das Licht aussieht, das durch die Wimpern ins Auge fällt. Weiterlesen