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Kassensitz – was ist das? Und sind Sie ohne Kassenzulassung eine echte Psychotherapeutin?

Wenn ein Arzt oder Psychotherapeut einen „Kassensitz“ hat, dann heißt das, dass dieser Arzt gesetzlich krankenversicherte Patienten behandelt. Er bekommt sein Geld von der „Kassenärztlichen Vereinigung“ (KV) bzw. als Psychotherapeut von den Krankenkassen direkt. Natürlich kann der Arzt auch Privatpatienten behandeln. Aber auf einem „Kassensitz“ hat er die Pflicht, eine bestimmte Anzahl von Patienten aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu behandeln. Einen Kassensitz muss der Arzt bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) beantragen. Weiterlesen

Regression im Dienste des Ichs, maligne Regression und Regression im Traum

Der Begriff „Regression“ stammt vom lateinischen Wort „regredi“ ab, was „zurückgehen“ bedeutet. Wer sich von altersentsprechenden Verhaltensweisen zurückzieht auf frühere Entwicklungsstufen, der regrediert. In kritischen Situationen neigen wir zur Regression. Wir haben dann verstärkt Angst vor dem Alleinsein, verkrümeln uns in unser Bett oder weinen leicht vor anderen. Die Fähigkeit, zu regredieren ist wichtig. So können wir entspannen, uns helfen und trösten lassen und wir können einschlafen. Weiterlesen

Objektbeziehungstheorie: Bindungen beeinflussen unsere körperliche und psychische Gesundheit

Unsere Beziehungen und die Gefühle, die mit diesen Beziehungen verbunden sind, formen unsere Psyche enorm. Wir haben ein Bild von uns selbst (Selbstrepräsentanz), von anderen (Objektrepräsentanzen) und Affekte, die aufkommen, wenn wir an diese Beziehungen denken. Die Objektbeziehungstheorie ist ein Zweig der Psychoanalyse, bei dem besonders das Thema „Beziehung“ im Mittelpunkt steht. Der Ursprung liegt in Sigmund Freuds Theorien über die Übertragung und Gegenübertragung. Weiterlesen

„Es ist wie es ist“ – Sätze, die den Zustand bei vielen Frühtraumatisierten schlimmer machen

„Erlauben wir dem jetzigen Moment, zu sein.“ – „Erlauben wir uns, da zu sein.“ – „Es ist, wie es ist“, hören wir. „Das heißt aber doch nicht, dass es gut ist!“, wagt einer zu sagen. Es gibt Sätze, die tun häufig den Menschen gut, die ein „Mindestmaß“ an psychischer Stabilität haben, die eine behütete Kindheit oder zumindest eine gute Mutter-Kind-Beziehung hatten. Viele Menschen jedoch, die in der Baby- und Kleinkindzeit Gewalt oder Vernachlässigung ausgesetzt waren, bekommen bei diesen Sätzen ein schwer mulmiges Gefühl. Ihr Körper „erinnert“ sich möglicherweise an furchtbaren Qualen von damals – und die Seele auch. Weiterlesen

Du darfst kommen, Du Böses, Du Unerwünschtes!

Ha! Ich hab’s! Ich habe keine Angst mehr. Komm‘ doch, Du Böses! Du Ungewolltes! Du darfst gerne kommen, liebe Verkrampfung, liebe Abneigung, lieber Hass. Wie oft habe ich gedacht: „Oh bitte nicht! Ich kann das jetzt nicht gebrauchen, nicht ertragen. Ich will das nicht so! Er/sie darf sowas nicht sagen, ich darf dieses oder jenes nicht denken oder fühlen.“ Die Wahrheit wollte ich so oft verbannen. Weiterlesen

Das Alleinerziehendengefängnis

20 Jahre. Knapp. Bei guter Führung weniger. Das Kind ist neun. Fast Halbzeit. Die Schuld lastet schwer. Den Geigenlehrer mit einer Ausrede angelogen, weil man nicht schon wieder sagen wollte, dass man wegen Erschöpfung absagt. „Lass Dir Zeit“, sagt die Nachbarin, die in dieser Woche schon das dritte Mal aufs Kind aufpasst. Doch das schlechte Gewissen klopft an, als die Abendveranstaltung die 22 Uhr überschreitet. Freigang beendet. Andere Mütter verabreden sich zum Kaffee und fühlen sich wie Alleinerziehende, weil der Mann erst so spät nach Hause kommt. Währenddessen sitzt die echte Alleinerziehende im Büro, um Geld zu verdienen. Sitzt die freiberufliche Alleinerziehende beim Kaffee, fließt in der Zeit kein Geld. Weiterlesen

Narzisstische Persönlichkeitsstörung – wenn Liebe verachtet wird

„Der Narzissmus ist das Interesse am Selbst.“ So einfach definiert es der amerikanische Psychoanalytiker Ben Bursten in seinem Buch „The Manipulator“ (amazon). Der Begriff leitet sich ab von Ovids Sage über Narziss, dem Jungen, der so in sein Spiegelbild im Teich verliebt ist, dass er davon nicht wegkommt und stirbt. Verachtung für andere, Überbetonung von Erfolg, Ehrgeiz und Eitelkeit sind narzisstische Verhaltensweisen. Auch Neid und Wut, wenn die selbstbezogene Haltung in Gefahr ist, gehören zum Narzissmus. Zu relativ nicht-narzisstischen Affekten zählen laut Bursten z.B. Schuld, Reue, Anteilnahme und Respekt. Weiterlesen

„Liebes, Du darfst mich hassen.“

Was für eine Befreiung. Wenn man merkt, dass man den, den man am meisten liebt, auch hassen darf. „Mama, ich hasse Dich!“ Dass das Kind sich traut, das zu sagen, kann bedeuten, dass es sich gewiss ist, dass die Mutter deswegen nicht wegläuft. Es ist leicht, jemanden zu hassen, den man kaum kennt. Aber es ist oft schwer, jemanden bewusst zu hassen, der einem nahesteht. Mit Erlaubnis zu hassen, kann auf gewisse Art Lebensfreude hervorrufen und von depressiver Stimmung befreien. Hass ist auch Vitalität. Hass enthält viel Kraft, die für Gutes genutzt werden kann. Weiterlesen

Psychoanalyse ist grausam

Selbst liegt man mit seiner „frühen Störung“ auf der Couch, lebt in Einsamkeit, ringt um seine Bindungs- und Lebensfähigkeit und die Psychoanalytikerin ist seit Jahren glücklich verheiratet und hat Kinder. So muss sich ein Krebspatient fühlen, dessen Arzt selbst gesund ist, glaubt man. Sicher hat der Analytiker/die Analytikerin selbst nur eine reife ödipale Störung und kann nur durch Zuhören erfassen, wie es ist, mit einem komplexen Trauma zu leben, das die Eltern gleich schon in der Säuglingszeit setzten. Meint man.Weiterlesen

Manche Krankheiten trennen Soma und Psyche, andere vermischen sie

Wenn wir eine schmerzhafte Blase am Fuß haben, ist die Sache eindeutig: Mit unserem klaren Verstand denken wir, dass wir jetzt ein Pflaster brauchen und vielleicht eine Schmerztablette nehmen werden. Unsere Seele funktioniert dabei einwandfrei. Ein körperlicher Schmerz kann uns den Unterschied zwischen Soma (= Körper) und Psyche ganz deutlich machen. Besonders bei Schmerzen in Armen, Beinen oder Rücken, wo die quergestreifte (die willentlich beeinflussbare) Muskulatur sitzt, sind wir meistens – aber natürlich längst nicht immer – Herr unserer Sinne. Körperliche Schmerzen können unser Bewusstsein sogar schärfen. Kopf- und Zahnschmerzen hingegen sind oft so kompliziert, weil sie unserer Psyche so nah sind. Weiterlesen