Der Begriff „Regression“ stammt vom lateinischen Wort „regredi“ ab, was „zurückgehen“ bedeutet. Wer sich von altersentsprechenden Verhaltensweisen zurückzieht auf frühere Entwicklungsstufen, der regrediert. In kritischen Situationen neigen wir zur Regression. Wir haben dann verstärkt Angst vor dem Alleinsein, verkrümeln uns in unser Bett oder weinen leicht vor anderen. Die Fähigkeit, zu regredieren ist wichtig. So können wir entspannen, uns helfen und trösten lassen und wir können einschlafen. Weiterlesen
Unsere Beziehungen und die Gefühle, die mit diesen Beziehungen verbunden sind, formen unsere Psyche enorm. Wir haben ein Bild von uns selbst (Selbstrepräsentanz), von anderen (Objektrepräsentanzen) und Affekte, die aufkommen, wenn wir an diese Beziehungen denken. Die Objektbeziehungstheorie ist ein Zweig der Psychoanalyse, bei dem besonders das Thema „Beziehung“ im Mittelpunkt steht. Der Ursprung liegt in Sigmund Freuds Theorien über die Übertragung und Gegenübertragung. Weiterlesen
„Erlauben wir dem jetzigen Moment, zu sein.“ – „Erlauben wir uns, da zu sein.“ – „Es ist, wie es ist“, hören wir. „Das heißt aber doch nicht, dass es gut ist!“, wagt einer zu sagen. Es gibt Sätze, die tun häufig den Menschen gut, die ein „Mindestmaß“ an psychischer Stabilität haben, die eine behütete Kindheit oder zumindest eine gute Mutter-Kind-Beziehung hatten. Viele Menschen jedoch, die in der Baby- und Kleinkindzeit Gewalt oder Vernachlässigung ausgesetzt waren, bekommen bei diesen Sätzen ein schwer mulmiges Gefühl. Ihr Körper „erinnert“ sich möglicherweise an furchtbaren Qualen von damals – und die Seele auch. Weiterlesen
„Der Narzissmus ist das Interesse am Selbst.“ So einfach definiert es der amerikanische Psychoanalytiker Ben Bursten in seinem Buch „The Manipulator“ (amazon). Weiterlesen
„Da haben wir wieder so eine abhängige Persönlichkeit: Die Patientin meint, nicht ohne uns leben zu können“, sagt die Stationsschwester genervt. Die Klinik gibt der Patientin Struktur, doch sobald sie entlassen ist, leidet sie wieder unter übergroßer Angst. Weiterlesen
Es ist die Abhängigkeit, gegen die sich die Patienten in der Psychoanalyse besonders am Anfang am meisten wehren. Zu spüren, dass wir eben nicht so unabhängig sind wie wir uns oft fühlen, ist eine harte Erkenntnis. Der Psychoanalytiker Roger Ernle Money-Kyrle (1898-1980) prägte den Begriff der „Facts of Life“, der Grundtatsachen des Lebens, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen.Weiterlesen
„Ich habe eine riesige Trennungsangst!“, sagen manche und fürchten sich sehr vor Trennungen. Doch was sie damit meinen, ist die „unorganische“ Trennung. Eine Trennung, die zu früh oder plötzlich kommt, ist oft kaum aushaltbar. Weiterlesen
Große Freude: Für diesen Blog habe ich im November 2018 den Großen Förderpreis der Stiftung der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV-Stiftung) erhalten. Auf der DPV-Herbsttagung 2018 in Bad Homburg konnte ich ihn entgegennehmen. Ich freue mich riesig – auch mit meinen Mit-Preisträgern, Dr. Cécile Loetz und Dr. Jakob Müller, die dieses Jahr den Psychoanalyse-Podcast „Rätsel des Unbewussten“ www.psy-cast.de gegründet haben. Danke auch Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, denn durch Sie und den regen Austausch ergibt der Blog seinen Sinn.
So mancher kennt noch die ewig gleichen Kriegsgeschichten von Oma und Opa. Wie langweilig uns das wurde! Wenn ein Patient jahrelang zur Psychoanalyse geht, erzählt er immer wieder dasselbe. Wird das nicht langweilig? In der Psychoanalyse dreht man sich meistens nicht im Kreis, auch wenn es sich oft so anfühlt. Meistens ist es eine Spirale, bei der man fast an denselben Punkt kommt, aber doch schon eine Windung weiter nach oben gegangen ist. Weiterlesen
„Lass‘ uns doch sprechen wie zwei erwachsene Menschen! Dieser Kinderkram ist ja nicht auszuhalten!“, sagt der Partner laut. „Es ist kindisch, worüber wir uns immer streiten. Es dreht sich immer nur um Kleinigkeiten!“, sagt die verzweifelte Ehefrau. Warum hängen wir uns an den Kleinigkeiten auf? Weil der „kleine Haken“ einen schweren Mantel trägt. Weiterlesen