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Ein Tag aus dem Leben einer angehenden Analytikerin

Supervisor: „Ihren Fallbericht sollten Sie noch einmal gründlich überarbeiten.“ Dann zur Bank: „Einen Ausbildungskredit können wir Ihnen nicht geben: Sie machen ja jeden Monat 1400 Euro Verlust!“ (Anmerkung: Die Ausbildung kostet monatlich 1400 Euro, deshalb bin ich ja da.) Dann schnell in die Praxis. Rasch aus dem Briefkasten ein Schreiben gefischt: „Die Krankenkasse hat Ihren Antrag (für die Therapie des „Ausbildungsfalls“) abgelehnt.“ Gefahrene Strecke heute: 200 km. An solchen Tagen: Einfach weiteratmen. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Die Stunde wie einen Traum betrachten

In Alltagsunterhaltungen haften wir gerne dem Konkreten an. Auch in Psychoanalyse-Sitzungen können wir dazu verführt werden, uns mit dem Patienten in Rechthabereien und Richtigstellungen zu verwickeln. Wir können die Stunde jedoch auch ganz bewusst wie einen Traum betrachten und uns fragen: Wo gibt es Verdichtungen und Verschiebungen? Die Patientin erzählt zwar von zwei Kolleginnen, die sich stritten, doch könnte sie damit auch die Beziehung zwischen ihr und ihrer Analytikerin meinen. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Ausbildung und Beruf vereinen

Wer mitten im Berufsleben steht und eine Psychoanalyse-Ausbildung beginnen möchte, braucht erstmal Zeiträume für die Lehranalyse. Bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) heißt das: Vier Mal pro Woche 45 Minuten Lehranalyse plus Hin- und Rückweg müssen eingeplant werden, also grob gesagt zwei bis drei Stunden pro Tag. Das bedeutet für viele zunächst einmal weniger Zeit fürs Geldverdienen. Rein rechnerisch. Doch die Lehranalyse gibt oft Kraft, sodass man mehr Energie für seine Arbeit hat und seine Kräfte sinnvoller einsetzen kann. Andererseits kann die Psychoanalyse phasenweise sehr erschöpfend sein.Weiterlesen

Wir werde ich Psychoanalytiker*in? Bewerbungsgespräche

Zur Bewerbung um die Ausbildung bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) gehören drei Bewerbungsgespräche bei verschiedenen Lehranalytikern. Es kann sinnvoll sein, sich bei den Analytikern zum Bewerbungsgespräch zu melden, die vielleicht auch für die eigene Lehranalyse infrage kämen, um schon einmal ein Gefühl für die Zukunft zu bekommen. Das örtliche DPV-Institut erhält eine Bewerbungsgebühr. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Der Patient erzählt immer Dasselbe – und bringt auch Fotos mit.

So mancher kennt noch die ewig gleichen Kriegsgeschichten von Oma und Opa. Wie langweilig uns das wurde! Wenn ein Patient jahrelang zur Psychoanalyse geht, erzählt er immer wieder dasselbe. Wird das nicht langweilig? In der Psychoanalyse dreht man sich meistens nicht im Kreis, auch wenn es sich oft so anfühlt. Meistens ist es eine Spirale, bei der man fast an denselben Punkt kommt, aber doch schon eine Windung weiter nach oben gegangen ist. Weiterlesen

Psychoanalytiker*in werden mit einem „Nicht-nur“ in Gedanken

Die intensiven Ausbildungen bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) und Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) führen nicht selten dazu, dass man zeitweilig fast nur noch für die Ausbildung lebt. Die Psychoanalytikerin Dr. med. Diana Pflichthofer (DPG) macht in dem Buch „Grenzen“ (DGPT, 2017) einen sinnvollen Vorschlag: „Deswegen folgt hier eine weitere mentalgymnastische Übung: Sollte man nicht eigentlich jedem Ausbildungskandidaten raten, ja es fast zur Bedingung machen, dass er, wenn er diese Ausbildung beginnt, mindestens noch eine andere Ausbildung mache, sei es in der Musik, der bildenden Kunst, im Sport oder wo auch immer – Hauptsache woanders? Wenn er bloß die Zeit dazu hätte!“ (Grenzen. Eine Publikation der DGPT. Psychosozial-Verlag 2017: S. 164)Weiterlesen

Psychoanalyse-Ausbildung: Welcher Patient passt zu mir?

Es gibt Ärzte, die nur in den Krisengebieten dieser Welt glücklich sind. Sie haben mit „Husten und Schnupfen“ nichts am Hut. Andere hingegen mögen die geduldige Arbeit mit Patienten, die schon wieder mit Spannungskopfschmerzen kommen. In der Psychoanalyse ist es manchmal ähnlich. „Ich kann auf keinen Fall mit magersüchtigen Patienten arbeiten“, sagt ein sehr erfahrener Psychoanalytiker. „Psychosen finde ich so interessant, dass ich am liebsten mit solchen Patienten arbeite“, sagt der andere. Weiterlesen

Psychoanalytiker*in werden bei der DPV

Wer die Psychoanalyse an einem Institut der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) erlernen möchte, der muss sich erst einmal einsortieren. (Akademiker aus anderen Fachrichtungen als Medizin oder Psychologie können gerne hier weiterlesen: „Nicht nur für Ärzte und Psychologen“.) Als Basis dient den Ärzten die Weiterbildungsordnung zum Psychoanalytiker nach der Ärztekammer (unabhängig von der DPV), sodass der Arzt (Facharzt der unmittelbaren Patientenversorgung) später als Psychoanalytiker im Kassensystem arbeiten kann. Zusätzlich haben viele Ärzte und Psychologen auch das Ziel, später einmal „DPV-Analytiker“ zu sein, also der Vereinigung anzugehören. Weiterlesen

Wieviele Supervisoren brauche ich in der Psychoanalyseausbildung?

Wer eine Ausbildung zum Psychoanalytiker nach den Richtlinien der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) macht, der muss jede Analyse mit seinem Patienten nach der vierten Stunde supervidieren lassen. In der DPV-Ausbildung muss man mindestens zwei Patienten je 300 Stunden behandeln (mit vier Sitzungen pro Woche). Diese beiden Patienten-Behandlungen müssen von unterschiedlichen Supervisoren begleitet werden, wobei die Supervisoren den Status „Lehranalytiker der DPV“ haben müssen. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytikerin? Leistung und Wissen zählen weniger – das Sein und Sein-Lassen ist wichtig

Voraussetzung für eine Psychoanalyse-Ausbildung ist ein akademischer Abschluss. Meistens werden Ärzte oder Psychologen Psychoanalytiker – fast immer jedoch sind es Menschen, die es gewohnt sind, sehr viel zu leisten. Sie haben hunderte Prüfungen hinter sich gebracht zu dem Zeitpunkt, an dem sie die Psychoanalyse-Ausbildung beginnen. „Da musst du aber sicher viel lernen“, sagen mir viele, wenn sie sich meine Ausbildung vorstellen. „300 Seiten in zwei Wochen, das heißt also 22 Seiten pro Tag“ – diese Zeiten, die ich noch als Medizinstudentin kannte, sind mit der Psychoanalyse-Ausbildung jedoch vorbei. Hier wird etwas viel Schwierigeres verlangt: „Sei ganz Du selbst.“, oder, wie es auf vielen T-Shirts steht: „Be!“ Weiterlesen