Wieviele Supervisoren brauche ich in der Psychoanalyseausbildung?

Wer eine Ausbildung zum Psychoanalytiker nach den Richtlinien der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) macht, der muss jede Analyse mit seinem Patienten nach der vierten Stunde supervidieren lassen. In der DPV-Ausbildung muss man mindestens zwei Patienten je 300 Stunden behandeln (mit vier Sitzungen pro Woche). Diese beiden Patienten-Behandlungen müssen von unterschiedlichen Supervisoren begleitet werden, wobei die Supervisoren den Status „Lehranalytiker der DPV“ haben müssen.

Kommt nun ein dritter Ausbildungsfall hinzu, stellt sich die Frage: „Soll ich mir einen dritten Supervisor suchen oder kann ich diesen neuen Patienten bei einem meiner beiden Supervisoren mit aufnehmen?“ Hier sollte man als Ausbildungskandidat immer im Institut nachfragen, ob es da spezielle Regeln oder Empfehlungen gibt. Wenn man frei entscheiden kann, ist das Bauchgefühl gefragt.

Je mehr Supervisoren man hat, desto mehr Arbeitsrichtungen lernt man kennen. Das hat Vor- und Nachteile. Die vielen Richtungen können einerseits verwirren – andererseits passt man sich im Prozess auch rasch dem jeweiligen Supervisor an. So, wie jeder Patient einzigartig ist, so ist es auch jede Supervision. Mir kommt es manchmal in verschiedenen Supervisionen so vor, als würde ich Geigespielen lernen und hätte verschiedene Geigenlehrer. In anderen Phasen erscheint es mir, als lernte ich verschiedene Instrumente, sodass es sowieso mehrere Lehrer geben muss.

Zeit- und Krafteinteilung

Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich Analytiker arbeiten. Der Nachteil von mehreren Supervisoren ist natürlich die viele Fahrerei. Wenn man bei einem Supervisor zwei Patienten hintereinander besprechen kann, ist das eine Zeitersparnis. Allerdings kann eine Doppelstunde Supervision als sehr kraftzehrend empfunden werden.

Hat man für jeden Patienten einen anderen Supervisor, ist man beweglicher. Kommt man mit einem Supervisor nicht zurecht und möchte sich einen neuen Supervisor suchen, braucht man nur mit einem Patienten den Wechsel vorzunehmen. Hat man zwei Patienten bei einem Supervisor, muss man auch für beide Patienten einen oder zwei neue Supervisoren finden, was wiederum kraft- und zeitaufwendig sein kann. Doch wenn man „seinen“ Supervisor gefunden hat, kommt alle Kraft zurück.

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