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„Es geht mir unter die Haut.“ Elektrodermale Aktivität und psychischer Zustand hängen zusammen

Wir spüren auf unserer Haut oft, wie wir uns fühlen. Bei Panikattacken merken wir vielleicht, wie dünnhäutig wir sind. Menschen mit Psychosen leiden oft unter dem Gefühl, dass viele kleine Insekten auf ihrer Haut herumkrabbeln. Haut, Nervensystem und auch der Zahnschmelz entstehen in der Entwicklung des Embryos aus derselben Keimschicht, nämlich dem Ektoderm. Die psychische Gesundheit lässt sich häufig auch an den Zähnen ablesen. Die „Elektrodermale Aktivität“ (EDA) der Haut lässt sich leicht mit Elektroden messen. Die Leitfähigkeit der Haut verändert sich etwa eine halbe bis vier Sekunden nach einem Reiz. Danach findet die Leitfähigkeit zum Ausgangswert zurück. Im Schlaf und bei starken Gefühlen haben wir unterschiedliche Elektrodermale Aktivitäten bzw. „Hautwiderstände“. Sich wie „elektrisiert“ zu fühlen hat also eine reale körperliche Basis. Weiterlesen

Neurologische Soft Signs (NSS) kommen häufig bei Zwangsstörungen und Schizophrenie vor

Neurologische Soft Signs (NSS) sind leichte neurologische Störungen, die sich bei Bewegungen bemerkbar machen. Sie können z.B. durch Sauerstoffmangel unter der Geburt entstehen. Solche NSS sind manchmal kaum bemerkbar, aber an bestimmten Bewegungen erkennbar. Zum Beispiel können Musiker oder andere Künstler darüber klagen, dass sie bei Repetitionsbewegungen scheitern – einzelne Muskeln des Körpers verkrampfen und die Bewegung geht nicht weiter. Deutlichere NSS zeigen sich z.B. im motorischen Luria-Test (Youtube): Wenn es uns schwerfällt, in einem flüssigen Bewegungsablauf mehrmals mit unserer Hand zuerst eine Faust zu machen, dann die Hand auf der Kante, dann auf der Handinnenfläche aufzustellen (englisch: „Fist-Edge-Palm“-Reihenfolge, FEP-Test), weist dies auf ein NSS hin. Häufig ist dies ein Zeichen für leichte Schädigungen des Frontalhirns. Früher wurde auch von „Minimaler zerebraler Dysfunktion“ (MCD) gesprochen.Weiterlesen

Gesundheit auf dem Boden: Barfußlaufen übers ganze Jahr kann das Wohlgefühl fördern

„Unser Barfußpfad ist von November bis März geschlossen“, steht auf dem Schild. Glücklicherweise sind wir nicht auf angelegte Barfußpfade angewiesen. Wir können selbst morgens barfuß durch’s nasse Gras gehen und nachmittags mit nackten Füßen durch den Wald spazieren. Gerade der Morgentau an den Füßen hat etwas sehr Erfrischendes. Regelmäßiges Barfußgehen zu allen Jahreszeiten soll Erkältungen vorbeugen und die Venen stärken. Es sorgt dafür, dass wir mit der Natur in Verbindung bleiben. Wenn wir uns auf unsere Schritte konzentrieren, weil Steine oder Dornen uns pieksen könnten, dann erhöht es auch unsere Aufmerksamkeit – wir gehen achtsam. Manchmal hält die Frische eines Barfußspaziergangs noch viele Stunden an. Weiterlesen

Mein Durst lässt sich nicht löschen – was hilft?

Obwohl der Arzt nichts feststellen kann – keinen Diabetes, keine organischen oder hormonellen Störungen (Aldosteron, Antidiuretisches Hormon etc. sind normal) – fühlt sich Dein Mund oft trocken an und obwohl Du viel trinkst, geht Dein Durst nicht weg. Warum das so ist, können auch viele Ärzte nicht erklären. Manchmal steckt eine (psychisch bedingte) Schluckstörung dahinter, sodass Du ständig zu wenig Flüssigkeit zu Dir nimmst, obwohl Dein Durst groß ist. Auch Müdigkeit oder Mangelerscheinungen können das Durstgefühl verstärken. Hier ein paar Tipps:Weiterlesen

Operation ist auch Aggression: Warum lässt Du Dich oder Dein Kind operieren?

Vielleicht hast Du Dich auch schon mal unter größten Zweifeln operieren lassen. Am liebsten wärest Du noch aus dem Vorbereitungsraum geflohen, aber Du hast Dich nicht getraut. Die psychischen Vorteile einer Operation können darin liegen, dass Du berührt und getragen wirst, dass Du Dich fallenlassen kannst und je nach Art der Narkose schöne und erotische Träume hast. Du kannst Deinen Freundinnen davon erzählen und wirst geschont. Jeder sieht, wie schlecht es Dir geht. Gleichzeitig kann eine zweifelhafte Operation aber auch ein Akt der Aggression gegen Dich selbst sein: Du leidest und somit kannst Du Schuldgefühle eindämmen und Dich selbst in der Kasteiung freier von psychischem Leid fühlen. Weiterlesen

Dislozierte Radiusfraktur nach Reposition, ohne OP, Teil 3: zwei Monate danach

ich kann die hand und den arm nun wieder im Alltag etwas einsetzen. die orthese trage ich stundenweise, doch die zeit ohne orthese überwiegt langsam. viele „über-eck-bewegungen“ klappen noch nicht, wie das führen der gabel zum mund oder das herausziehen des handys aus der jackentasche. der bruch selbst schmerzt kaum noch. was mir zu schaffen macht, sind die schulter und der daumen, der bei den meisten bewegungen weh tut. die computertastatur kann ich gut bedienen, wenn ich ein handtuch unter den (ehemals) gebrochenen arm lege. nur die shift-taste für die großbuchstaben (kleiner finger) meide ich noch. insgesamt bin ich sehr froh – jeden tag werde ich beweglicher und denke immer weniger an hand und arm.Weiterlesen

Dislozierte Radiusfraktur nach Reposition, ohne OP, teil 2: vom Gips entwöhnen

Sechs Wochen lang sollte der Gips bzw. Kunststoffverband nach meinem Sturz auf den ausgestreckten arm dran bleiben. doch was bedeutet das? sechs wochen voll gips und dann von jetzt auf gleich nichts mehr? ich hatte lange sorge, der bruch könnte sich im gips erneut verschieben. Doch das passiert, wenn überhaupt, am ehesten in den ersten zwei wochen nach dem einrenken (reposition) (delft et al., 2019). am ende der vierten woche hatte ich das dringende gefühl, den kunststoffverband (gipsäquivalent) abzumachen, um nachzuschauen. ich hatte mir schon in den ersten zwei wochen zwei verschiedene orthesen bestellt (oped und die lange manumed rfx). ziemlich ängstlich entfernte ich den „gips“. (ergebnis auf youtube)Weiterlesen

dislozierte distale radiusfraktur: nach reposition natürliche heilung ohne operation, teil 1

tag 1 ich sehe noch den weissen schnee und die schwarzen schuhe ohne profil, wie mir die beine wegrutschen und ich auf dem langen weg zum boden denke: mein arm ist gleich gebrochen! ein reißender schmerz und sofortige klarheit: der arm ist gebrochen. eine wulst nahe dem handgelenk nach vorne und eine wulst nach hinten (colles-extensionsfraktur). noch eine weile im kalten schnee sitzend halte ich mir den arm. die kühle tut gut. kreislaufprobleme. meine medizinerphantasie weitet sich aus auf angst-vorstellungen von knochenbrüchen mit innerem verbluten (was realistischerweise höchstens bei becken- oder oberschenkelfrakturen vorkommt, siehe zur verletzung der arteria radialis auch sigrist&dirndorfer, 1983). ich wähle 112.Weiterlesen

Hitzewallungen in den Wechseljahren kommen oft mit System: Selbstbeobachtung kann helfen

Oft fallen Hitzewallungen nicht vom Himmel. Sie treten z.B. bei angestrengtem Nachdenken auf, bei körperlicher Anstrengung oder im Stau bei Aufregung. Sie kommen mitunter an den Tagen, an denen normalerweise die Regel eingesetzt hätte und bleiben in Wellen manchmal auch so lange. Sie können gut etwa um vier Uhr morgens auftreten, zu der Zeit, in der früher die Regel in der Nacht wieder verstärkt einsetzte – eine Zeit, in der wir nachts sowieso oft Hitze entwickeln. Und die Wellen bleiben nicht auf ewig: Sie sind bei vielen selbstlimitierend und nach einigen Monaten wieder verschwunden – um nach ein paar Monaten in abgeschwächter Form vielleicht wieder aufzutreten. Nimmt man keine Hormone ein, stellt man vielleicht fest, dass die Hitzewallungen zeitgleich mit denen der Freundin aufhören, die erzählt, dass sie endlich, seit sie die Hormone nimmt, Besserung verspürt. Es gibt viel Interessantes zu entdecken. Weiterlesen

Die verschiedenen Arten von Übelkeit

Hast Du schon einmal bemerkt, wie viele verschiedene Arten von Übelkeit es gibt? Ähnlich, wie man einen Schmerz als drückend, stechend, pulsierend, dumpf etc. beschreiben kann, so lässt sich auch die Übelkeit in Worte fassen. Das kann dem Arzt wichtige Hinweise geben und bei der Medikamentenauswahl helfen. Uns kann übel sein in der pubertät, in den wechseljahren oder im schockzustand. wir können bemerken, ob unsere übelkeit vom magen kommt oder ob die ursache im nacken, innenohr oder kopf liegt. Unser Magen liegt wie ein beutel relativ weit oben im bauch. er biegt sich links herum – so, als würden wir mit unserem linken arm ein baby halten.Weiterlesen