Zyklisch Maladaptiver Beziehungszirkel (CMP und SASB)

Der Zyklisch Maladaptive Beziehungszirkel (Cyclic Maladaptive Pattern, CMP) ist ein Kommunikationsmodell, das 1984 vom Psychotherapieforscher Hans Strupp und dem Psychologen Jeffrey L. Binder entwickelt wurde. Der Psychoanalytiker Wolfgang Tress hat dieses Modell 1990 modifiziert. Das Modell bezieht sich auf die Erwartungen eines Menschen an andere und die Reaktionen, die die anderen auf diese Erwartungen zeigen. In dem von Tress modifizierten Modell werden mögliche Zirkel in der Arzt-Patienten-Beziehung beschrieben.

Von den Wünschen zu den Reaktionen

1. Wünsche und Erwartungen des Patienten:
Am Anfang stehen die Wünsche und Erwartungen des Patienten an den Arzt. Beispiel: Ein Bluthochdruckpatient wendet sich an den Arzt, um sich mit ihm über seine Erkrankung auseinanderzusetzen. Er erwartet aber, dass der Arzt ihn kontrollieren wird.

2. Verhalten des Patienten:
Der Patient verhält sich zwar unterwürfig, weil er Hilfe sucht, verweigert sich aber heimlich dem Arzt, weil er als Patient selbst die Kontrolle behalten will.

3. Reaktion des anderen:
Der Arzt ist verärgert und kontrolliert den Patienten noch mehr.

4. Umgang des Patienten mit sich selbst:
Der Patient zieht sich zurück und schädigt sich selbst durch trotzige Reaktionen und mangelnde Kooperation.

Mithilfe dieses Zirkels können Kommunikationsprozesse zwischen Arzt und Patient genau untersucht werden. Im Lehrbuch „Psychosomatische Grundversorgung“ von Wolfgang Tress, Schattauer-Verlag, werden die verschiedensten Beispiele für Arzt-Patienten-Situationen aufgeführt – zum Beispiel mögliche Zyklisch Maladaptive Beziehungszirkel von Migränepatienten oder Diabetikern und ihrem Arzt.

Link:

Wolfgang Tress et al.:
Das Modell des Zyklisch Maladaptiven Beziehungszirkels und der Strukturalen Analyse Sozialen Verhaltens (CMP/SASB)
Psychotherapeut 1996, 41 (4): 215–224
Springer-Verlag
DOI 10.1007/s278-1996-8108-8

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