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Wie werde und bleibe ich Psychoanalytiker*in? Auf die Ohren achten und sich gesund halten

Ein Psychoanalytiker kann wohl blind seinen Beruf ausüben, nicht aber gehörlos. Psychoanalyse auf der Couch in Gebärdensprache funktioniert leider nicht. Psychoanalytiker fürchten sich daher besonders vor einer Schwerhörigkeit. Denn die Voraussetzung für gutes Zuhören (englisch: Listening) ist ganz simpel die körperliche Fähigkeit zu hören (to hear). Weiterlesen

Psychoanalyse: Viele Probleme zeigen sich erst, wenn es einem besser geht

Der Beginn einer Psychoanalyse kann einem Keller-Aufräumen gleichkommen: Mühevoll schleppt man Kisten, schaut in alte Kartons und schmeißt so manche Päckchen raus. Auf der Couch liegend klagt der Analysand über heftigste Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Panikattacken, Zwangsvorstellungen, Atemnot, Müdigkeit und vielem mehr. Er leidet an Streiterein, Partnerschaftskonflikten, Schwierigkeiten mit den Vorgesetzten, traumatischen Erinnerungen oder Arbeitslosigkeit.Weiterlesen

Initialtraum

Der „Initialtraum“ ist in der Sprache der Psychoanalytiker der erste Traum, über den der Patient in der Psychoanalyse spricht. Einige Psychoanalytiker sagen, dass der Initialtraum die Beziehung zwischen Patient und Analytiker widerspiegelt. Er sei ein Bild dafür, wie der Patient die Analyse erlebt. Gleichzeitig würde er auch die Lösung für einen Konflikt enthalten.

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Was kostet das Leben in der Psychoanalyse-Ausbildung?

„Die Ausbildung bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) ist mir zu teuer“, sagen manche, die sich dafür interessieren. Für Ausbildungsteilnehmer ohne guten finanziellen Hintergrund ist die Ausbildung auch finanziell eine Herausforderung, aber sie ist nicht unmöglich. Das, was die Lehranalyse einem mitgeben kann, ist oft von unbezahlbarem Wert. Existenzängste gehören jedoch bei vielen dazu – man weiß eben nicht, wie es ausgeht. Vor einigen Jahren (2015) habe ich einmal ausgerechnet, wie das bei mir in der Anfangszeit der Ausbildung mit den Kosten aussah. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Erstgespräche organisieren

Voraussetzung für die Zulassung zum Vorkolloquium ist es (Beispiel DPV), dass man insgesamt 20 psychoanalytische Erstinterviews mit Patienten geführt hat. Davon müssen 10 Erstinterviews supervidiert werden. Für die Ausbildung nach den DPV-Regularien muss der Supervisor auch ein Lehranalytiker sein. Für viele, die eine Ausbildung zum Psychoanaltiker machen, sind diese Erstgespräche kein Problem, weil sie diese in der Klinik, im Institut oder in der Praxis führen können, in der sie arbeiten. Angehende Laienanalytiker hingegen müssen sich ihre Patienten manchmal etwas zusammensuchen. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Weiterlesen

Psychoanalytiker in der Öffentlichkeit als Blogger und Journalist – geht da Psychoanalyse noch?

Der Psychoanalytiker schweigt. Er zeigt sich lieber nicht, um seinem Patienten die Möglichkeit zu geben, so viel wie möglich über ihn zu phantasieren. Psychoanalytiker hat einen „aufnehmenden Beruf“ – der Analytiker nimmt das, was die Patienten ihm zeigen und sagen, auf. Der Journalist macht das Gegenteil. Er gibt ständig etwas von sich, verbündet sich mit der Öffentlichkeit, ist immer präsent. Das ist für den Journalisten überlebenswichtig. Nur so können potenzielle Auftraggeber ihn finden. Aber so finden ihn auch Patienten, wenn er gleichzeitig Psychoanalytiker ist. Der Journalist, der öffentlich seine Meinung äußert, der mit Bild und Stimme in Radio und Fernsehen erscheint, ist bekannt. Der Leser/Zuschauer hat das Gefühl, vertraut mit dem Journalisten zu sein. Weiterlesen

Bist du vielleicht eine „Too-good-Mother“?

Wenn uns jemand zu sehr bemuttert, werden wir ungehalten. Ich war einmal zu Gast bei einer übereifrigen Gastgeberin. Jedesmal, wenn ich meinen letzten Schluck Kaffee genießen wollte, fand ich schon wieder frischen Kaffee in meiner Tasse vor. Das war unglaublich frustrierend. Ich hatte das Gefühl, mir sei der „letzte Schluck“ nicht gegönnt. Auch ein Kind, das zu häufig etwas erhält, bevor es sich äußern darf, reagiert irgendwann mit Abwehr. Es fühlt sich in seinem Eigenleben beschnitten und versucht, sich Raum zu schaffen, um eigene Gefühle zu erleben. Es schiebt die Mutter weg. Dadurch fühlt sich die Mutter abgelehnt und versucht vielleicht umso mehr, dem Kind entgegenzukommen und seine Wünsche – vorzeitig – zu erfüllen. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Das Vorkolloquium (Beispiel DPV) und der Beginn der Patientenbehandlungen. Wie Patienten finden?

Die Psychoanalyseausbildung beginnt mit der eigenen Lehranalyse. Frühestens eineinhalb Jahre später kann man das Vorkolloquium machen. Voraussetzung ist, dass man 10 supervidierte psychoanalytische Erstgespräche mit Patienten geführt hat und 10 weitere Gespräche schriftlich bestätigt sind. Das Vorkolloquium findet entweder auf der Frühjahrs- oder der Herbsttagung der DPV statt. Weiterlesen

Therapeutische Ich-Spaltung – was ist das?

Wer eine Psychoanalyse macht, kann das sicher oft erleben: Man ist verwirrt, wütend oder in Aufruhr und weiß doch, dass da ein Vertrauensband zum Therapeuten ist, das diese Gefühle erträglich macht. Man kann zwar die Gefühle von Spannung und Verwirrung spüren, hat aber gleichzeitig oder etwas später einen distanzierten Blick darauf. „Therapeutische Ich-Spaltung“ bedeutet, dass man sich in der Therapie zwar auf seine Gefühle mehr oder weniger einlassen kann, dass da aber auch ein „zweites Band“ mitläuft: Man kann über sich nachdenken und die Situation analysieren.Weiterlesen

Therapieabbrecher haben gute Gründe

Herablassend diskutieren Psychotherapeuten über einen Patienten: „Der bricht jede Therapie ab, das kannste vergessen.“ Patienten, die mit starken Ängsten, Zwängen oder Selbstmordgedanken einen Psychotherapeuten aufsuchen, haben einen starken Leidensdruck. Dieser Leidensdruck ist das gesunde Zeichen der Psyche, dass hier etwas nicht stimmt. Der Patient wünscht sich Hilfe und geht zu einem Psychotherapeuten. Er trifft vielleicht auf einen Therapeuten, der nicht die für ihn passende Methode anwendet. Einen Therapeuten, der tief innen ähnliche, ungelöste Probleme hat. Oder auf einen schlecht ausgebildeten Therapeuten. Weiterlesen