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Psychoanalytiker in der Öffentlichkeit als Blogger und Journalist – geht da Psychoanalyse noch?

Der Psychoanalytiker schweigt. Er zeigt sich lieber nicht, um seinem Patienten die Möglichkeit zu geben, so viel wie möglich über ihn zu phantasieren. Psychoanalytiker hat einen „aufnehmenden Beruf“ – der Analytiker nimmt das, was die Patienten ihm zeigen und sagen, auf. Der Journalist macht das Gegenteil. Er gibt ständig etwas von sich, verbündet sich mit der Öffentlichkeit, ist immer präsent. Das ist für den Journalisten überlebenswichtig. Nur so können potenzielle Auftraggeber ihn finden. Aber so finden ihn auch Patienten, wenn er gleichzeitig Psychoanalytiker ist. Der Journalist, der öffentlich seine Meinung äußert, der mit Bild und Stimme in Radio und Fernsehen erscheint, ist bekannt. Der Leser/Zuschauer hat das Gefühl, vertraut mit dem Journalisten zu sein. Weiterlesen

Bist du vielleicht eine „Too-good-Mother“?

Wenn uns jemand zu sehr bemuttert, werden wir ungehalten. Ich war einmal zu Gast bei einer übereifrigen Gastgeberin. Jedesmal, wenn ich meinen letzten Schluck Kaffee genießen wollte, fand ich schon wieder frischen Kaffee in meiner Tasse vor. Das war unglaublich frustrierend. Ich hatte das Gefühl, mir sei der „letzte Schluck“ nicht gegönnt. Auch ein Kind, das zu häufig etwas erhält, bevor es sich äußern darf, reagiert irgendwann mit Abwehr. Es fühlt sich in seinem Eigenleben beschnitten und versucht, sich Raum zu schaffen, um eigene Gefühle zu erleben. Es schiebt die Mutter weg. Dadurch fühlt sich die Mutter abgelehnt und versucht vielleicht umso mehr, dem Kind entgegenzukommen und seine Wünsche – vorzeitig – zu erfüllen. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Das Vorkolloquium (Beispiel DPV) und der Beginn der Patientenbehandlungen. Wie Patienten finden?

Die Psychoanalyseausbildung beginnt mit der eigenen Lehranalyse. Frühestens eineinhalb Jahre später kann man das Vorkolloquium machen. Voraussetzung ist, dass man 10 supervidierte psychoanalytische Erstgespräche mit Patienten geführt hat und 10 weitere Gespräche schriftlich bestätigt sind. Das Vorkolloquium findet entweder auf der Frühjahrs- oder der Herbsttagung der DPV statt. Weiterlesen

Therapeutische Ich-Spaltung – was ist das?

Wer eine Psychoanalyse macht, kann das sicher oft erleben: Man ist verwirrt, wütend oder in Aufruhr und weiß doch, dass da ein Vertrauensband zum Therapeuten ist, das diese Gefühle erträglich macht. Man kann zwar die Gefühle von Spannung und Verwirrung spüren, hat aber gleichzeitig oder etwas später einen distanzierten Blick darauf. „Therapeutische Ich-Spaltung“ bedeutet, dass man sich in der Therapie zwar auf seine Gefühle mehr oder weniger einlassen kann, dass da aber auch ein „zweites Band“ mitläuft: Man kann über sich nachdenken und die Situation analysieren.Weiterlesen

Therapieabbrecher haben gute Gründe

Herablassend diskutieren Psychotherapeuten über einen Patienten: „Der bricht jede Therapie ab, das kannste vergessen.“ Patienten, die mit starken Ängsten, Zwängen oder Selbstmordgedanken einen Psychotherapeuten aufsuchen, haben einen starken Leidensdruck. Dieser Leidensdruck ist das gesunde Zeichen der Psyche, dass hier etwas nicht stimmt. Der Patient wünscht sich Hilfe und geht zu einem Psychotherapeuten. Er trifft vielleicht auf einen Therapeuten, der nicht die für ihn passende Methode anwendet. Einen Therapeuten, der tief innen ähnliche, ungelöste Probleme hat. Oder auf einen schlecht ausgebildeten Therapeuten. Weiterlesen

Freie psychoanalytische Insitute – Adressliste

Freie psychoanalytische Institute sind psychoanalytische Ausbildungs-Institute, die zwar der „Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie“ (DGPT) angehören, aber sonst keiner weiteren Fachgesellschaft (DPG, DPV, DGAP oder DGIP) angeschlossen sind. Die Ausbildungsgänge an diesen Instituten sind staatlich anerkannt. Eine Liste aller psychoanalytischen Weiterbildungsinstitute in Deutschland findest Du auf der Website der DGPT. Nachfolgend habe ich die Adressen der freien psychoanalytischen Institute in Deutschland, nach Postleitzahl geordnet, aufgelistet: Weiterlesen

Alfred Adler, die Individualpsychologie und die humanistische Psychologie

Der österreichische Arzt und Psychologe Alfred Adler (1870-1937) entwickelte die Individualpsychologie. Sie gehört ebenso zur Tiefenpsychologie wie die Analytische Psychologie von Carl Gustav Jung und die Psychoanalyse von Sigmund Freud. Weiterlesen

Holy Seven: Die sieben psychosomatischen Erkrankungen

Psychische Spannungen können zu körperlichen Erkrankungen führen. Bereits 1950 hat der Arzt und Psychoanalytiker Franz Alexander, psicoterapiaintegrativa.com (1891-1964), sieben psychosomatische Erkrankungen zusammengefasst, die später als „Holy Seven“ bezeichnet wurden. Franz Alexander war der Meinung, dass jede dieser Erkrankungen eine Antwort auf einen spezifischen Konflikt darstellt – ähnlich wie das Weinen eine Reaktion auf Trauer ist. Weiterlesen