
Häufig haben wir Gedanken, die wir gar nicht bewusst denken („Thoughts without a thinker“, Bion). Sie schweben einfach in uns herum, vielleicht als unbewusste Phantasie oder Körperempfindung. Sie sind noch nicht ausgegoren. Die Gedanken brauchen einen Raum, in dem sie gedacht werden können: Sie brauchen einen Denkraum und natürlich einen Denker, der sie denkt. Weiterlesen

„Stimmen im Kopf“ lautet der Titel einer Dokumentation auf arte.tv (youtube). 10% der Menschen hörten Stimmen, heißt es dort. Kinder, die schwer traumatisiert (z.B. sexuell missbraucht) wurden, haben eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, als Erwachsene Stimmen zu hören. Weiterlesen
„Sagen Sie mir bitte, wie ich es los werden kann!“, sagen manche. Man will ES – oder auch „Das“ genannt – nicht haben. Es scheint hartnäckig in der Psyche zu sitzen wie ein maligner Tumor. Weiterlesen

Die sich entwickelnde Psyche und der reifende Körper sind beim Baby noch sehr eng miteinander verbunden. Die Reifung geschieht insbesondere über die enge Kommunikation mit Mutter und Vater. Über das Vermögen der Eltern, sich in ihr Kind einzufühlen, kommt es zur psychischen Strukturierung. Weiterlesen
Ein Wort, so schnell und leicht gesagt. Vielleicht stellen wir uns ein paar Stunden oder Tage, höchstens Wochen vor. „Geduld“ aber braucht man in schwierigen Dingen Monate und Jahre, nicht selten Jahrzehnte. Geduld erfordert einen langen Atem. Geduld ist ein Band – manchmal kann ein Geduldsfaden reißen, aber oft man kann den Faden wieder aufnehmen und ihm weiter folgen. Manchmal kann man resignieren, manchmal gibt man auf. Die Dinge gehen nicht immer gut aus.Weiterlesen

Jeder Mensch hat seine Neurosen. Damit sind die Stellen in der Psyche gemeint, die nicht so ganz im Gleichgewicht sind. Wenn Du z.B. immer überpünktlich zu Terminen kommst, dann hast Du eine Pünktlichkeitsneurose. Vielleicht hattest Du Eltern, die sehr auf Pünktlichkeit achteten oder Du hast einmal Schaden genommen, als Du zu spät kamst. Weiterlesen
„Immer, wenn ich eine Panikattacke habe, habe ich das Gefühl, dass jemand in mich eindringt. Ich glaube in dem Moment, ich fühle mich so unfassbar schlecht, weil meine Mutter mir in eben diesem Moment Böses wünscht. Ich schäme mich, das zu sagen, weil es so psychotisch klingt. Obwohl ich meinen Verstand einsetze, bleibt diese Angst bestehen“, sagte ich als Studentin. Weiterlesen

Mit schwer traumatisierten Patienten solle man in der Psychotherapie nicht lange schweigen, weil dann der Phantasieraum angeregt würde und die Patienten in der Haltlosigkeit abstürtzen, heisst es oft. Doch es kommt auf die Art des Schweigens an: Wenn ich mich als Psychoanalytikerin emotional „einklinke“ und wirklich präsent bin, dann suchen auch schwer traumatisierte Menschen immer wieder das lange Schweigen. So werden sie der Schwierigkeit, überhaupt Worte zu finden, gerecht. Weiterlesen
„Mama, kannst du meine Gedanken lesen?“, fragt mich mein Kind. „Nein, das kann ich nicht.“ Aufatmen. „Aber ein bisschen?“ – „Naja“, antworte ich, „wenn ich ein Schokoladeneis auf den Tisch stelle und du schaust es an, dann glaube ich, dass du denkst, dass du es gerne essen würdest. Aber auch das ist nur geraten. Lesen kann ich deine Gedanken nicht.“ Wohl die meisten Menschen fürchten sich dann und wann davor, dass man ihre Gedanken lesen könnte. Menschen in schwerer psychischer Anspannung sind streckenweise davon überzeugt, dass man ihre Gedanken lesen kann. Sätze aus der Kindheit wie „Du bist für mich wie aus Glas“ oder „Der liebe Gott sieht alles“ können solche Ängste verstärken. Weiterlesen
Das Gefühl, verrückt zu werden, ist sehr unangenehm. Es schwirrt im Kopf. Es ist, als ob sich Energien aneinanderrieben. Es ist eine Mischung aus „Ich will das nicht“ und „So ist es aber.“ Weiterlesen