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Christopher Bollas: Wenn die Sonne zerbricht (Buchtipp)

Wer sich für die Psychoanalyse der Psychosen interessiert, wird viel Wertvolles im Buch des Psychoanalytikers Christopher Bollas (IPA) finden: „Wenn die Sonne zerbricht – das Rätsel der Schizophrenie“ (Klett-Cotta 2019). Bollas beschreibt seinen langen Weg von seiner Arbeitsstelle in einer Einrichtung für psychotische Kinder (East Bay Activity Center, EBAC) über seine Ausbildung zum Psychoanalytiker in der British Psychoanalytical Society bishin zu seiner Praxistätigkeit in den USA. Weiterlesen

Der Ödipus-Komplex, der negative Ödipuskomplex und der Laios-Komplex

Aus der Beziehung unserer Eltern sind wir auf eine entscheidende Art ausgeschlossen. Wir können nicht unsere Mutter oder unseren Vater heiraten, die beiden bilden für uns auf eine gewisse Art eine unüberschreitbare Grenze. Mit dieser Grenze müssen wir uns unser Leben lang auf verschiedene Weise auseinandersetzen, zum Beispiel, wenn wir mit Hierarchien konfrontiert sind oder uns von einer Gruppe ausgeschlossen fühlen. Sigmund Freud prägte für dieses Problem den Begriff des „Ödipus-Komplex“. Es geht um die Akzeptanz des eigenen Geschlechts, um die Akzeptanz der Grenzen. Die Tochter wird den Vater nie heiraten können und der Sohn nicht die Mutter. Um Themen wie diese geht es im Ödipus-Komplex. Schwierig ist es für viele, als Erwachsene die eigene Liebe zu finden und Liebe und Sexualität zusammenbringen zu können. Weiterlesen

Fremdenhass: Aggressionen vorbeugen heißt auch Rassismus vorbeugen

Aggressive Kinder sind nicht einfach so aggressiv – sie haben immer einen Grund dazu. Meistens sind es chronische Frustrationen, die dazu führen, dass ein Kind aggressiv wird. Vernachlässigte und eingeengte Kinder leiden zudem oft an einem schwachen Selbstwertgefühl. Weiterlesen

Festgemauert

Festgemauert in der Erde … hält sie mich, lässt mich nicht los. Es gibt kein Vor und kein Zurück, kein Auf und kein Ab, kein Links und Rechts. Dieses Festgehaltenwerden macht Panik und lässt die Angst auf eine merkwürdige Weise verschwinden. Auch, wenn der Körper unter diesem Druck sterben könnte. Wenn ich Abschied davon nehmen möchte, fliege ich weg. Oder nicht?

Das Erbrechen

Alles zieht sich im Mund zusammen. Da kommt eine Welle, das spürt man. Liegen ist jetzt nicht mehr. Unruhig steht man auf. Ab auf’s Klo, mit Eimer davor und dann warten. Dann hyperventilieren. Man spürt, wie der Atem schneller geht. Wie es einem heiß wird. Dann leeres Husten. Dann Erbrechen. Das Brechzentrum im verlängerten Rückenmark, in der Medulla oblongata, meint man vielleicht zu spüren. Husten, Verschlucken, keine Luft mehr bekommen. „Aspirationspneumonie“ denkt der Mediziner noch, während er erbricht. Plötzlich sind die Atemwege wieder frei. Vielleicht Erleichterung, vielleicht auch nicht. (Text: Dunja Voos, Bild: Julia)Weiterlesen

Widerstand (englisch: Resistance), Übertragungswiderstand und Widerstandsanalyse in der Psychoanalyse

Sigmund Freud bezeichnete die Aktionen des Patienten, die das Weiterkommen in der Psychoanalyse verhindern, als Widerstand. Wenn Patienten „Widerstand leisten“, dann tun sie das meistens aus Angst. Wer in der Psychoanalyse seinen vorbewussten Neid oder seine Scham nicht sichtbar werden lassen möchte, der beginnt vielleicht, belanglose Dinge zu erzählen. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Die Stunde wie einen Traum betrachten

In Alltagsunterhaltungen haften wir gerne dem Konkreten an. Auch in Psychoanalyse-Sitzungen können wir dazu verführt werden, uns mit dem Patienten in Rechthabereien und Richtigstellungen zu verwickeln. Wir können die Stunde jedoch auch ganz bewusst wie einen Traum betrachten und uns fragen: Wo gibt es Verdichtungen und Verschiebungen? Die Patientin erzählt zwar von zwei Kolleginnen, die sich stritten, doch könnte sie damit auch die Beziehung zwischen ihr und ihrer Analytikerin meinen. Weiterlesen

„Der Patient muss erstmal therapiefähig werden.“ Über Vorstellungswelten in der Psychotherapie

„Der Patient braucht erst einmal Medikamente, um überhaupt therapiefähig zu werden.“ Nicht wenige Psychiater glauben, dass Patienten erst einmal Medikamente nehmen müssten, um für eine Therapie zugänglich zu werden. Ich frage mich sehr oft, was das heißen soll. Denn wenn der Patient noch keine Medikamente nimmt und seine Symptome sehr deutlich und schwerwiegend sind, ist es doch eine wunderbare Chance für den Patienten und den Therapeuten, genau damit zu arbeiten. Weiterlesen

Im Bann

Warum konnten wir es jahrelang zulassen, missbraucht zu werden? Warum sind wir wie versteinert, wenn die Chefin uns anschaut? Warum führen wir die Vojta-Therapie bei Babys durch, obwohl wir schon so lange wissen, dass sie möglicherweise psychisch schadet? Warum fahren wir als Geisterfahrer immer schneller? Weil wir im Bann sind. Wenn wir gebannt sind, sind wir wie gelähmt. Doch wenn wir die Idee bekommen, dass wir im Bann sind, dann dämmert es uns: Wie in einem Alptraum merken wir, dass wir träumen. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Ausbildung und Beruf vereinen

Wer mitten im Berufsleben steht und eine Psychoanalyse-Ausbildung beginnen möchte, braucht erstmal Zeiträume für die Lehranalyse. Bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) heißt das: Vier Mal pro Woche 45 Minuten Lehranalyse plus Hin- und Rückweg müssen eingeplant werden, also grob gesagt zwei bis drei Stunden pro Tag. Das bedeutet für viele zunächst einmal weniger Zeit fürs Geldverdienen. Rein rechnerisch. Doch die Lehranalyse gibt oft Kraft, sodass man mehr Energie für seine Arbeit hat und seine Kräfte sinnvoller einsetzen kann. Andererseits kann die Psychoanalyse phasenweise sehr erschöpfend sein.Weiterlesen