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Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Das Unbewusste anlocken

Psychoanalyse ist ein ständiges Oszillieren zwischen der Realität und der Phantasie, zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten. Der Psychoanalytiker kann in gewissem Maße dosieren, wieviel Bewusstes und Unbewusstes in die Suppe kommt. Wie kann das gehen? Das Bewusste zeichnet sich uner anderem durch die Sprache aus. Wofür ich Worte finde, das ist mir meistens bewusst. Die unbewusste Region fängt oft da an, wo ich sagen muss: „Ich weiß es nicht – es fühlt sich so komisch an. Ich habe da gar keine Worte für.“ Weiterlesen

Liebe ist vegetativ

Liebe geht durch den Magen, heißt es. Verliebtsein führt zu Schmetterlingen im Bauch. Man ist glatt atemlos. Liebe kann viel mit unserem Körper machen. Wenn aber das vegetative Nervensystem zu sehr reagiert, können wir nicht mehr lieben: Wem es übel ist, wer Atemnot hat oder unter Schwindel leidet, ist in dem Moment außer Gefecht gesetzt. Dem ist alles und jeder egal. Vegetatives Wohlbefinden jedoch macht Liebe möglich. Darum ist es so wichtig, auf sein vegetatives Nervensystem zu achten. Weiterlesen

Die Angst vor dem Mittendrin – eingeschlossen in Freiheit. Zugehörigkeit kann befreiend sein – für’s Elektron wie für den Menschen

Manche Menschen bewegen sich immer am Rande. Sie scheinen immer kurz vor dem Absturz zu stehen oder kurz vor dem Rauswurf. Da heiraten zwei und ein Partner geht sofort fremd. Da erhält ein Schüler seinen begehrten Studienplatz und gefährdet ihn gleich wieder durch Nicht-Lernen. Weiterlesen

Unheimliche, angstvolle Zustände: Wie wir die Umwelt wahrnehmen, hängt auch von unseren unbewussten Erinnerungen und unseren Beziehungen ab

Wenn du in den Angst-Zustand kommst, fühlt es sich vielleicht an, als sei deine Haut ganz fragil. Die Umwelt kommt dir bedrohlich vor. Es ist, als bebte die Erde, obwohl sie still steht. Es ist, als sei die Luft vergiftet oder als sei alles „verstrahlt“. In diesem Zustand hast du vielleicht Angst, deinen Verstand zu verlieren. Weiterlesen

Das Schlimme (1)

Es ist mal da und mal nicht. Es krallt sich manchmal um meinen inneren Körper wie eine Krake. Es krallt sich um mein Herz und bringt mich fast um. Und es krallt sich um meine Muskeln. Es ist die Psyche meiner Mutter, die aus der Ferne in mich kommt und das mit mir macht. Es ist vielleicht die Seele des anderen, der mir nahe steht. Daher muss jeder gut beäugt werden, ob er ES machen würde oder nicht. Sie quetscht meine Seele, meinen inneren Körper, sie quetscht mich fast zu Tode. Wann diese Kraft kommt, ist ungewiss. Sie überfällt mich. Jetzt ist wieder so ein Tag, das merke ich schon morgens. Und wenn sie losgelassen hat, ist sie verschwunden, als hätte es sie nie gegeben. Weiterlesen

Ein Tag aus dem Leben einer angehenden Analytikerin

Supervisor: „Ihren Fallbericht sollten Sie noch einmal gründlich überarbeiten.“ Dann zur Bank: „Einen Ausbildungskredit können wir Ihnen nicht geben: Sie machen ja jeden Monat 1400 Euro Verlust!“ (Anmerkung: Die Ausbildung kostet monatlich 1400 Euro, deshalb bin ich ja da.) Dann schnell in die Praxis. Rasch aus dem Briefkasten ein Schreiben gefischt: „Die Krankenkasse hat Ihren Antrag (für die Therapie des „Ausbildungsfalls“) abgelehnt.“ Gefahrene Strecke heute: 200 km. An solchen Tagen: Einfach weiteratmen. Weiterlesen

Corona auf der Couch

Patient (C): „Ich halte das nicht mehr aus. Ich kann so auf keinen Fall weiterleben! Also wie soll ich sagen, ich traue mich kaum, es auszusprechen.“ Analytiker (A): „Hmm.“ C: „Also … äh … ich habe zuerst ein ganzes Land lahmgelegt. Und schließlich sogar die ganze Welt.“ A: „Donnerwetter.“ Weiterlesen

Containment: Gefühle wollen gehalten werden. Schwierigkeiten in der Kommunikation aus psychoanalytischer Sicht

Kleine Kinder werden von ihren Gefühlen oft regelrecht übermannt. Du kennst die plötzliche schlechte Laune deines Kindes, die von jetzt auf gleich die gute Stimmung völlig zunichte macht. Bist du in einer guten Verfassung, kannst du deinem Kind helfen, damit umzugehen. Das ist eine große innere Arbeit, die viel Kraft und Zeit erfordert – und müde macht. Und manchmal bleibt ihr einfach beide im Regen stehen. Weiterlesen

„Psychoanalyse ist mir zu esoterisch“

Der Gedanke, dass Psychoanalyse „esoterisch“ sei, wird immer wieder ängstlich geäußert. Gemeint ist damit häufig eine Angst vor dem Unbewussten oder die Angst, die entsteht, wenn man das Gefühl hat, keine verlässliche Grenze zu haben. Nicht selten sprechen diejenigen von „esoterisch“, die gerne eine Psychoanalyse machen würden, sich aber vor ihr fürchten. Weiterlesen

Immer um’s Schwarze Loch drumrum – wie können wir erfassen, wer wir sind?

„Heureka! Bingo! Ich hab’s!“ Es gibt Momente, in denen wir etwas Wesentliches entdeckt und erkannt haben. Wir können Jahre lang an etwas herumrätseln und wenn wir’s dann endlich gefunden haben, fühlt sich das zutiefst befriedigend an. Wir können uns vielleicht an das schöne Gefühl in Mathe erinnern, wenn sich das richtige Ergebnis wie ein Aha-Effekt wohlig in unserem Körper ausbreitete. Auch eine Deutung vom Psychoanalytiker fühlt sich mitunter an wie die Entdeckung eines Wunders. Doch vielleicht die meiste Zeit unseres Lebens können wir uns immer nur an etwas schwer Greifbares annähern. Weiterlesen