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Buchtipp: Psychotische Körperbilder. Oder: Psychotisch ist flüssig, gesund ist fest

Als ich den Titel „Psychotische Körperbilder“ las, war meine Neugier geweckt und ich bestellte gleich das Buch des Psychoanalytikers David Rosenfeld (Buenos Aires, IPA) im Psychosozial-Verlag. „Psychoanalytische Arbeit mit schwer gestörten Patienten“ – auch der Untertitel versprach viel. Dann war ich jedoch ziemlich enttäuscht: Das Buch besteht aus einigen kurzen Patientengeschichten, die nur oberflächlich angeschnitten werden und so manches erschien mir beim Lesen sehr befremdlich. Ein merkwürdiges Buch. Inspiriert vom Psychoanalytiker Harold Searles (1918-2015) sowie dem Film „Take These Broken Wings – Schizophrenie heilen ohne Medikamente“ war ich von folgendem Satz David Rosenfelds erst einmal ernüchtert: Weiterlesen

Neville Symington: The Psychology of the Person

Der Psychoanalytiker Neville Symington (1937-2019) (IPA) arbeitete gerne mit Psychotikern. Ihm gingen die Erklärungen, die die Psychoanalyse heute für Psychosen hat, oft nicht weit genug. Daher beschäftigte er sich intensiv mit religiösen Sichtweisen und versuchte sie mit der Psychoanalyse zu vereinen. In seinem wunderbaren Buch „The Psychology of the Person“ schreibt er darüber. Es ist 2012 bei Karnac Books, London, erschienen und lässt sich sehr leicht auf Englisch lesen.Weiterlesen

Christopher Bollas: Wenn die Sonne zerbricht (Buchtipp)

Wer sich für die Psychoanalyse der Psychosen interessiert, wird viel Wertvolles im Buch des Psychoanalytikers Christopher Bollas (IPA) finden: „Wenn die Sonne zerbricht – das Rätsel der Schizophrenie“ (Klett-Cotta 2019). Bollas beschreibt seinen langen Weg von seiner Arbeitsstelle in einer Einrichtung für psychotische Kinder (East Bay Activity Center, EBAC) über seine Ausbildung zum Psychoanalytiker in der British Psychoanalytical Society bishin zu seiner Praxistätigkeit in den USA. Weiterlesen

Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen – nur ein kleiner Schnitt? (Buchtipp)

„Die Vorhaut ist doch nur ein nutzloses Häutchen“, hörte ich eine Mutter sagen, die ihren Sohn aufgrund von Entzündungen operieren lassen wollte. Doch die Vorhaut (lateinisch „Praeputium“) ist eng mit Nerven durchzogen und ermöglicht eine befriedigende Sexualität. Selbstbefriedigung ist für viele Männer ohne Vorhaut kaum vorstellbar. Viele Männer, denen die Vorhaut entfernt wurde, leiden manchmal ein Leben lang unter ihrem Fehlen. Der Autor Clemens Bergner (Pseudonym) ist selbst betroffen und will mit seinem Buch „Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen – nur ein kleiner Schnitt?“ auf die Probleme der Beschneidung (Zirkumzision, lateinisch: circumcisio) aufmerksam machen. Weiterlesen

Das Risiko der Verbundenheit (Buchtipp)

In der Psychoanalyse verändert sich nicht nur der Patient – auch der Analytiker entwickelt sich weiter. Die Psychoanalyse hängt immer auch mit der Person des Psychoanalytikers zusammen, mit seiner Geschichte, mit dem, was er erlebt hat und damit, wie es ihm gerade geht. Über die „Intersubjektivitätstheorie in der Praxis“ schreibt der Psychoanalytiker Chris Jaenicke in seinem Buch „Das Risiko der Verbundenheit“. „Niemand aber ist jemals vor den Risiken der Verbundenheit geschützt, denn der Preis eines offenen Herzens ist immer die eigene Verwundbarkeit. Nur das Wissen um die abtötenden Folgen eines Lebens mit versteinertem Herzen gibt uns den Mut, emotional verfügbar zu bleiben“ (S. 126). … „Sobald Liebesgefühle auftauchen, sind Verlustängste nicht fern“ (S. 199).Weiterlesen

„Blumen auf Granit“ von Dörte von Drigalski – ein Buch, das die Psychoanalyseausbildung kritisiert

Psychoanalyse tut nicht jedem gut. Die Beziehung zum Therapeuten erinnert an eine Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Beziehung. Ähnlich, wie Eltern bei ihren Kindern Einiges „falsch“ machen können, so können auch Psychoanalytiker einen großen negativen Einfluss auf ihre Patienten haben. „Mein Psychoanalytiker hat mich verrückt gemacht“, las ich im Internet. Weiterlesen