• Zur Hauptnavigation springen
  • Skip to main content
  • Zur Hauptsidebar springen
  • Über dieses Blog
  • AGB
  • Datenschutz
  • Kontakt/Impressum

Medizin im Text - Blog

Rund um Psychoanalyse :: Worte statt Pillen

  • Startseite
  • Inhalt
  • Extras
  • Zugang
    • Zugang
    • Login
    • Account
    • AGB
  • Online-Psychotherapie
  • Vojta-Buch
  • Trauma-Buch
Aktuelle Seite: Startseite / Begriffe / Irrationale Wut hat wie irrationale Angst einen Grund

Irrationale Wut hat wie irrationale Angst einen Grund

28.10.2020 von Dunja Voos Kommentar verfassen

„Über Wut soll man sprechen“, heißt es so schön. Doch wie soll man darüber sprechen, wenn man wütend ist, dass der andere ein eigenes Leben hat? Wenn es einen wütend macht, dass man sich abhängig fühlt? Wenn es einen wütend macht, dass der andere Haus und Garten hat, während man selbst in einer kleinen Bude hockt? „Über diese irrationalen Wutgefühle zu sprechen, ergibt doch keinen Sinn, oder?“, fragt man sich. Doch! Alleine darüber zu sprechen kann entlasten, wenn der andere zuhört.

„Ich leide unter chronischem Ärger“, sagt ein Patient. „Ich bin in einer gewaltsamen Familie groß geworden und merke, wie mich meine Vergangenheit daran hindert, beruflich und privat vorwärtszukommen.“ Was tun bei einer solchen Verzweiflung und chronischen Wut? „Alle anderen kommen mir glücklicher vor, allen anderen scheint es besser zu gehen“, sagt der Patient.

Es ist alles so lange her

Ja, es gibt chronische Ärgerzustände im Leben, die sich durch kaum etwas lindern zu lassen scheinen. Doch man spürt vielleicht auch, dass diese Zustände wie Wellen stärker werden und sich wieder abschwächen. Chronische Wut aufgrund von furchtbaren Kindheiten ist meistens ein Lebensthema, das man auch zur Lebensmeditation werden lassen kann. Man kann darüber schreiben, man kann sie in Kunst gießen, sich einem Leistungssport oder anderem Projekt widmen.

Wichtig zu spüren ist, dass dieser chronische Ärger oft verbunden ist mit einem Gefühl von Neid und dass diese Gefühle das Zusammenleben mit anderen erschweren können. Auch wenn die Wut und der Neid noch so „irrational“ erscheint, können wir vielleicht darüber sprechen. Und manchmal merken wir, dass hinter so mancher „irrationaler Wut“ auch etwas Konkretes steckt – vielleicht haben wir uns tatsächlich über etwas Nachvollziehbares geärgert, trauten uns aber nicht, es in diesem Moment anzusprechen. Dann kann sich irrationale Wut darüberlegen und verstärken.

„Ich hatte mich gestern darüber geärgert, dass Du mir nicht zugehört hast“, können wir vielleicht sagen. Wenn der andere es aufnehmen kann, merken wir vielleicht, wie sich auch andere schlechte Gefühle abschwächen – vielleicht nimmt der Neid ab oder wir bemerken auf einmal auch die schönen Seiten unserer Studentenbude.

In Wirklichkeit ist es nicht „irrational“

Mit der „irrationalen Wut“ ist es wie mit der „irrationalen Angst“ – sie hat ursprünglich einen festen Grund. Wer eine Spinnenphobie entwickelt hat, der kann von ihr befreit werden, wenn die „wahre Angst“ dahinter erkannt wird. Wer Angst hat, gleich zu sterben, der erfährt vielleicht irgendwann im Leben, dass er als Baby oder Kleinkind fast gestorben wäre und sich heute daran „erinnert“, wenn er in bestimmte Körperzustände gerät.

Die sogenannte „irrationale Angst“ lässt sich zurückführen auf „innere Gefahren“, die genauso ernstzunehmen sind wie „äußere Gefahren“. Diese „inneren Gefahren“ gehen oft zurück auf unbewusste Phantasien, die sich aus real Erlebtem gebildet haben können.

Auch die ursprüngliche Wut des Patienten ist berechtigt. Sie läuft heute oft ins Leere, weil er mit den Eltern nicht mehr sprechen kann oder weil die früheren Täter nicht bestraft wurden. Aber sie bindet sich manchmal auch an andere, aktuelle Gründe zum Wütendsein. Nur verdrängt man möglicherweise den aktuellen, realen Grund und findet sich in der alten Wut-Schlaufe wieder. Woher die aktuelle Wut auch immer kommen mag: Es lohnt sich, darüber nachzudenken und darüber zu sprechen.

Diesen Beitrag teilen:
  • twittern  
  • teilen  
  • teilen 
  • mitteilen 
  • teilen 
  • E-Mail 

Kategorie: Begriffe

Leser-Interaktionen

Schreibe einen Kommentar Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Haupt-Sidebar

Dr med Dunja Voos portrait by BrittaFrenzDr. med. Dunja Voos
*Worte statt Pillen*
Das Blog zur Psychoanalyse
Herzlich willkommen!
www.praxis-voos.de
E-Mail

Ausgezeichnet mit dem Großen Förderpreis 2018 der DPV-Stiftung

Neu: Dunja Voos: Schatten der Vergangenheit


Trauma liebevoll heilen und innere Balance finden. Mehr erfahren …

Suchen & Finden

Das 7-Tage-Angstprogramm

Jeden Tag die eigene Angst ein bisschen besser verstehen. Bei Kauf eines Jahres-Zugangs zum Blog können Sie alle Extra-Texte downloaden – auch das 7-Tage-Programm bei Angststörungen.

Login

 
 
Forgot Password

Blog-Zugang

Durch Kauf eines Blog-Zugangs stehen Ihnen alle Beiträge zur Verfügung.

Schlagwörter

ADHS alleinerziehend Angststörung Atmung Bindung Bion Borderline Buchtipp CoronaPsychologie Denken Depression Diagnostik DPV Einsamkeit Elternkontakt Emotion EmotionaleErnährung Erschöpfung Freud GlossarPsychoanalyse IPA Kinder Kurze_Geschichten Körperkennenlernen Lebenshilfe Medikamente Meditation Nase Persönlichkeitsstörung Psychoanalyse PsychoanalytikerInWerden Psychose Psychosomatik Psychotherapie Psychotherapiepraxis Reizdarm Schlaf Sexueller Missbrauch Technik_Psychoanalyse Traum Trauma VegetativesNervensystem Vojta Yoga Zwang

Psychoanalyse aktuell: Die Online-Zeitung der DPV

Podcast „Rätsel des Unbewussten“

Aspie-Art


Sie sind nur wenige Quadratzentimeter groß und kosten nur wenige Dollar: Die „ACEOs“ (Art Card Originals and Editions) der Malerin Anna Hoff. Mehr auf ebay

texttreff Netzwerk

Neueste Kommentare

  • evelyn bei „Ich hasse mich/ich liebe mich“ – wie funktioniert das?
  • Dunja Voos bei Das präverbale Trauma
  • Patricia bei Das präverbale Trauma

PsychoanalytikerIn werden

7 Wie wird man Psychoanalytiker? „Laienanalyse“: Nicht nur Ärzte und Psychologen können Psychoanalytiker werden

Bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) heißt es: „Zulassungsvoraussetzung (zur Ausbildung) ist in der Regel ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Medizin oder Psychologie. … Über die Möglichkeiten der Zulassung von Absolventen aus anderen Hochschulbereichen gibt eine individuelle Beratung Auskunft„. Das heißt also: Auch Akademiker*innen anderer Fachrichtungen als die der Medizin und Psychologie können Psychoanalytiker*innen werden. Sie […]

Mehr Beiträge zu diesem Thema lesen ...

© 2021 ·medizin-im-text.de/blog von Dr. med Dunja Voos · 50259 Pulheim · Telefon 02238 / 96 99 666 ·