Supportiv-expressive Therapie nach Lester Bernard Luborsky

Der Psychoanalytiker Lester Bernard Luborsky (1920-2009) (Perelman School of Medicine, University of Pennsylvania) hat die supportiv-expressive Therapie (SET) entwickelt. Sie ist eine Form der Kurzzeittherapie, bei der die Beziehung zum Therapeuten im Vordergrund steht. Der Therapeut erkundet mit dem Patienten zum Beispiel die Wünsche und Bedürfnisse des Patienten. Dann untersucht der Therapeut zusammen mit dem Patienten, welche Erwartungen der Patient an die anderen hat, wenn er einen Wunsch hat. Werden die anderen die Wünsche und Bedürfnisse erfüllen? Wie reagieren die anderen? Wie reagiert der Patient? Solche Therapiebausteine können kaum isoliert angewendet werden. Die supportiv-expressive Therapie ist zum Beispiel nahe dran an der übertragungsfokussierten Psychotherapie (Transference Focussed Psychotherapy, TFP).

Bekannt ist Lester Bernard Luborsky geworden über die von ihm geprägten Begriffe „Zentrales Beziehungskonflikt-Thema“ (ZBKT, CCRT) und „Dodo-Bird-Verdict“. Er trieb die Psychotherapieforschung voran und sagte, dass alle Therapieformen gleich wirksam sein – es komme allein auf die Beziehung zwischen Patient und Therapeut an.

Verwandte Artikel in diesem Blog:

Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht am 19.6.2015

Schreibe einen Kommentar