Atomoxetin – ein ADHS-Medikament

Atomoxetin ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) eingesetzt wird. Er ist unter dem Präparatenamen Strattera® (Firma Lilly) bekannt. Atomoxetin ist nachweislich wirksam und wird häufig als Alternative zu Methylphenidat (Ritalin ®) angewendet. Die ZDF-Sendung Frontal21 vom 9.12.2008 (leider nicht mehr verfügbar) zeigte allerdings Betroffene, die sehr unter Nebenwirkungen gelitten haben.

Medikamente gegen ADHS können das Selbstbewusstsein schwächen

Der Nachteil der ADHS-Therapie mit Medikamenten ist, dass die „Lebendigkeit“ verloren geht. ADHS-Symptome, so unerträglich sie manchmal sind, sind ein wertvoller Kompass. Sie zeigen, dass etwas nicht stimmt. Mithilfe einer Psychotherapie können sich die Kinder nach und nach besser steuern. Wenn sie keine Medikamente nehmen, dann haben sie auch das selbstbewusste Gefühl, aus eigener Kraft ihre Situation verändern zu können. Die Symptome sind oft ein Hilferuf. Sie zu unterdrücken bedeutet, wertvolle Warnsignale zu unterdrücken und die Suche nach echter Hilfe aufzugeben.

Echte Hilfe heißt: Gemeinsame Suche nach den Ursachen

In der Frontal-Sendung berichtet ein Patient über Selbstmordgedanken während der Behandlung mit Atomoxetin. Selbstmordgedanken sind zwar eine bekannte Nebenwirkung von Atomoxetin. Sie können aber zusätzlich auch eine Reaktion darauf sein, mit den Problemen alleingelassen zu sein. Medikamente allein reichen zur Behandlung eben nicht aus.

Atomoxetin ist ein Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

Atomoxetin ist ein sogenannter „Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer“. Noradrenalin ist ein Botenstoff, der von Nervenzelle zu Nervenzelle weitergeleitet wird. Zwischen den Nervenzellen ist ein Spalt. Dieser Spalt heißt „synaptischer Spalt“. Wenn eine Nervenzelle Noradrenalin abgegeben hat, so nimmt sie das Noradrenalin normalerweise wieder auf, um es wiederzuverwerten. Atomoxetin verhindert diese Wiederaufnahme, so dass das Noradrenalin in dem Spalt verbleibt und so weiter wirken kann.

Atomoxetin ist in Deutschland seit 2005 für die Behandlung von Kindern zugelassen.

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Links:

Krämpfe und QTc-Verlängerung bei Überdosierung von Atomoxetin (Strattera®) in Kombination mit anderen Psychopharmaka
Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, 11.7.2005

Nebenwirkungen von Atomoxetin
Arzneimitteltelegramm 2005; 36: 102

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