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Punktgenau

Gleich kommt es auf mich an. Alle Blicke liegen auf mir. Um Punkt 13 Uhr fängt meine Prüfung an. Das Problem bei olympischen Wettkämpfen ist das Gefühl, auf den Punkt genau leistungsfähig sein zu müssen. Die Nerven zu behalten. Wir können das trainieren: Freih...

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Erniedrigung: was tun?

Die Erniedrigung ist wie ein Schlag in den Magen. Wir können nicht umhin, die Erniedrigung als eine körperliche Reaktion zu spüren. Wir fragen uns, wie wir damit umgehen sollen. Besonders schlimm ist es, wenn uns unsere nächsten Bezugspersonen erniedrigen: der...

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Duckmäuser? Den Ausgang aus dem Kreislauf von Schuldgefühl und strafendem Über-Ich finden

Wer sich selbst besser kennenlernen will, der lernt bald: Alle Gefühle haben ihre Berechtigung. So lässt sich die sogenannte "irrationale Angst" häufig auf innere Gefahren zurückführen, wodurch sie verständlich wird. Auch Neid, Wut, Liebe und Trauer dürfen ges...

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„Telepathie und das Vorbewusste“ von Wolfgang Leuschner (Lesetipp)

In der Psychoanalyse können Patienten heutzutage natürlich auch über ihren Glauben sprechen, denn er sagt viel über das psychische Leben aus. Schwierig scheint es jedoch manchmal noch zu sein, über telepathische Erfahrungen zu sprechen - dieses Gebiet ist noch...

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„A Beam of Intense Darkness“ von James Grotstein (Lesetipp)

Schon allein Titel und Titelbild sind eine Wohltat. All die Versuche, positives Denken an Land zu ziehen, kann man hier einfach fallen lassen. James Grotstein war der Lehranalysand von Wilfred Bion und die tiefe Verbundenheit zu seinem Lehranalytiker ist immer...

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Wilfred Ruprecht Bion (1897-1979): von „minus K“ bis „O“

Wilfred Ruprecht Bion (1897-1979) gilt als außergewöhnlicher Psychoanalytiker. Er wurde 1897 in der Stadt Muttra in Indien geboren. "Der Tod von Wilfred Ruprecht Bion am 8. November 1979 hat uns vor die Aufgabe gestellt, seinen Einfluss und den seines Werkes a...

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69 Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Kurze Sätze greifen tief

„Wenn jemand in Hypnose ist, müssen Sie in kurzen Sätzen sprechen“, sagt die Hypnoselehrerin. „Dieser eine Satz hat mir den Rest gegeben!“, sagen wir nach dem Streit. Kurze Sätze bleiben haften. Sie erreichen unser Innerstes – vor allem dann, wenn wir uns in einem meditativen Zustand befinden, wie es z.B. in der Psychoanalyse häufig der Fall ist. Ein Satz kann viele Gefühle, Phantasien und Assoziationen wecken. Er kann stark wirken. Es sitzt. In der Psychoanalyse-Ausbildung kennen Ausbildungskandidaten die Wirksamkeit kurzer Sätze aus der eigenen Lehranalyse. Doch wenn die ersten eigenen Patienten kommen, stehen viele unter Druck: „Ich muss dem Patienten doch was Gutes sagen, ich muss ihm doch etwas erklären, ihm mit auf den Weg geben“, denkt man. Oder: „Die nächste Supervision ist schon am Montag, da muss ich doch jetzt noch was Schlaues sagen.“Weiterlesen

57 Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Aus: „Wie kann ich gut sein?“ wird: „Was für ein Bild male ich?“

"Nach dem letzten kasuistisch-technischen Seminar (KT) war ich echt geknickt. Ich habe so viel Kritik geerntet!", sagt eine Ausbildungskandidatin. Das Leben in der Psychoanalyse-Ausbildung erscheint gerade am Anfang oft so hart, weil gesagt wird, was gedacht w...

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Psychoanalyse-kritische Literatur lesen: Jeffrey Masson: „Final Analysis“

Wer eine Psychoanalyse-Ausbildung macht, betreibt täglich eine Art Hochleistungssport. Man braucht ein gutes Durchhaltevermögen, das nur aufrecht erhalten kann, wenn es mehr Freud als Leid gibt. Die Abhängigkeit von Patienten, Gutachtern, Krankenkassen, Supervisoren, Institutsleitern, Lehranalytikern und den Finanzen lehrt einen, mit Ungewissheiten zu leben. Man ist wieder Schüler und stellt sich selbst in Frage. Man lernt, dass auch Psychoanalytiker nur Menschen sind, die die Institutsstrukturen mitgestalten und unter Systemen leiden. Weiterlesen

52 Wie werde ich Psychoanalytiker*in? „No memory, no desire, no understanding“ – geht das in der Ausbildung?

„No memory, no desire, no understanding“ (nichts erinnern, nichts wünschen, nichts verstehen) – wenn es dem Psychoanalytiker gelingt, diese Haltung einzunehmen, kann er sich ganz auf das Hier und Jetzt der Analyse-Sitzung einlassen. Geprägt wurde der Begriff von Wilfred Ruprecht Bion (1897-1979). Doch in der Ausbildung zum Psychoanalytiker ist man häufig so angespannt, dass diese Haltung ein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint. Anstatt sich der Stunde abwartend und wunschlos hinzugeben, denkt der Ausbildungskandidat: „Ich muss dem Patienten doch jetzt eine kluge Deutung geben, damit er bei mir bleibt. Schweige ich schon zu lange? Was wohl der Supervisor dazu sagen wird? Wann der Patient wohl endlich dazu bereit sein wird, sich auf die Couch zu legen? Und wann war nochmal das nächste Gespräch mit der Bank?“

Fest steht: Diese Gedanken und Ängste lassen sich nicht ausschalten. So manche Analyse-Stunde ähnelt einer Meditation, in der man versucht, die negativen Gedanken irgendwie handzuhaben. Aufziehen und wieder gehen lassen? No way. Also bleibt einem manchmal nichts anderes übrig, als sich von diesem hohen Ideal zu verabschieden und sich mit seinen Ängsten und Sorgen näher zu befassen. „If you don’t have a stomach for anxiety, you’re in the wrong profession“, sagt die Psychoanalytikerin Edna O’Shaugnessy in dem Film „Encounters through Generations“.

Die Ängste, Sorgen und Abhängigkeiten sind da, die Regeln und Erwartungen ebenfalls. Es macht unzufrieden, wenn man mit dem Patienten immer nur unter Druck zusammen ist.

Es hilft vielleicht die grundsätzliche Einstellung, dass die Psychoanalyse-Ausbildung lange dauern kann – sehr lange. Die Geldsorgen mögen drücken, aber es lassen sich immer wieder neue Wege finden. „Schau nicht auf die Früchte“, höre ich meinen Yogalehrer sagen. In jeder Stunde gilt es, gute Arbeit zu leisten – so gut, wie es einem möglich ist. Irgendwann hält man auf einmal eine reife Frucht in der Hand und man ist völlig überrascht.

Wenn man das Ziel, Analytiker zu werden, nicht ständig anstarrt, dann kann man schon in der Ausbildung ein guter Analytiker sein.

Jede Psychoanalysestunde bringt einen weiter – sowohl die eigene Lehranalyse als auch die Patientenbehandlung und die Supervision. Das, was man dadurch gewinnt, geht nicht mehr verloren. Als Autorin denke ich manchmal: „Egal, was passiert: Ich kann ja darüber schreiben.“ Ähnlich ist es in der Psychoanalyse-Ausbildung: Hier geschieht nichts, was einen nicht persönlich weiterbringen würde.

Wünschen

„Wünsche dir alles, erwarte nichts und werde reich beschenkt“ – so heißt das Buch des Yogalehrers Sriram. Bücher wie diese können in der Ausbildung sehr inspirieren. Aus diesem Buch habe ich ein wenig diese Einstellung gewonnen: „Wenn ich sorgfältig arbeite und das mir Mögliche tue, dann werde ich sehen, wohin es geht.“ In der Ausbildung lernt man die persönlichen Schwächen kennen. So kann auch der Zweifel daran wachsen, ob man diesem Beruf überhaupt gewachsen ist.

Es gibt ein schönes Video der gehörlosen Schlagzeugerin Evelyn Glennie. Sie wurde zunächst nicht an der Musikhochschule angenommen. Sie sagt: „Ich konnte das nicht akzeptieren. An der Musikhochschule abgelehnt zu werden, nur, weil ich nicht hören kann, sah ich nicht ein.“ (TED-Talk 2007: Wie man hinhört)

Man kann das Zusammenspiel von Ausbildungssituation und der Haltung „no memory …“ als eine sportlich-geistige Herausforderung sehen. Es hilft dabei tatsächlich, das Meditieren zu üben. Es lässt sich immer wieder zurück zum eigenen Atem finden, auch, wenn der innere und äußere Aufruhr groß ist. Es entstehen immer wieder zutiefst befriedigende Stunden, die das Gefühl aufkommen lassen: Jetzt ist es gut so wie es ist.

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Dieser Beitrag wurde erstmals verfasst am 17.5.2017
Aktualisiert am 21.8.2022