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„Du kriegst mich nicht!“ Warum wir provozieren

Das Kind streckt der Mutter die Zunge raus und reizt sie damit bis aufs Blut. Der junge Mann wird von seiner Freundin verlassen und verspürt den Drang, sich auf der Straße vor anderen Frauen auszuziehen. „Du kannst mich mal am Arsch lecken“, sagen wir. Provokation hat etwas mit „Nacktmachen“ zu tun. Weiterlesen

Negative therapeutische Reaktion (NTR) – was ist das?

Kaum glaubt der Psychoanalytiker, dass der Patient „Fortschritte“ macht, erzählt der Patient, dass es ihm plötzlich schlechter gehe als je zuvor. Es scheint, als würde der Fortschritt auf der einen Seite einhergehen mit einem Rückschritt auf der anderen Seite. Sigmund Freud beschrieb die „Negative therapeutische Reaktion“ in seinem Beitrag „Das Ich und das Es“ bereits im Jahr 1923.Weiterlesen

Thomas Galli: Was die Kriminologie von der Psychoanalyse lernen kann

Die Zusammenhänge zwischen Psychoanalyse und Kriminologie sind zu vielfältig und komplex, um sie in einem Beitrag wie dem vorliegenden auch nur annähernd andeuten zu können. Spontan könnte man etwa daran denken, der Frage näher nachzugehen, inwieweit die Psychoanalyse als Form von Therapie und medizinischer Heilkunst geeignet ist, Straftäter zu „heilen“, das heißt ihre Straffälligkeit zu reduzieren. Berücksichtigt man allerdings die Erkenntnis, die insbesondere Sigmund Freud in „Das Unbehagen in der Kultur“ ausgearbeitet hat, dass eine Kultur mit ihren Normen vom Einzelnen immer auch den (oft schmerzvollen) Verzicht einfordert, auf das Ausleben seiner Triebe zu verzichten, dann wird klar, dass das, was wir Kultur nennen, zumindest auch auf dem Leid der Individuen aufbaut. (Ein Gastbeitrag von Thomas Galli, Bild von Diana K. Weilandt) Weiterlesen

Der Schlaf des Analytikers (von Ralf Zwiebel). Und: Gähnen ist mehr als Abwehr

„Mein Analytiker ist letztens in der Sitzung eingeschlafen! Und dann sagt er auch noch, dass es mit mir zu tun haben könnte!“, erzählt ein Analysand entsetzt. In der Psychoanalyse liegt der Patient auf der Couch und der Analytiker sitzt im Sessel dahinter. Dieses Setting lädt auf gewisse Art zum Einschlafen ein. Auch Psychotherapeuten, die mit ihren Patienten im Sich-Gegenüber-Sitzen arbeiten, kennen Müdikeitsreaktionen. Doch dass es insbesondere ein Phänomen der Psychoanalyse sein könnte, davon schreibt der Psychoanalytiker Ralf Zwiebel (DPV) in seinem Buch „Der Schlaf des Analytikers“, das bereits 1992 erstmals erschien.Weiterlesen

Partnerschaft: Alles wissen, alles erzählen?

Das Schwierigste, worüber man in einer Partnerschaft wohl sprechen kann, ist über die Beziehung selbst. Man denkt etwas über eine gemeinsame Szene, es ist einem etwas peinlich oder man denkt etwas Peinliches über den anderen – doch wie soll man es sagen? Loriot hat in seinem Sketch „Die Nudel“(Facebook) so gut auf den Punkt gebracht, wie schwierig es sein kann, im Moment zu sagen, was man am anderen oder an sich selbst entdeckt. „Da steht etwas zwischen uns“, sagen wir. In einer Partnerschaft taucht etwas auf, das man im Single-Leben für sich allein nicht hat: Ein zusätzliches inneres Kästchen, ein Raum in sich, in dem man über sich, den anderen und die Beziehung nachdenkt. Weiterlesen

Der Psychoanalyse-Zeitstrahl

Welcher Psychoanalytiker ist wann geboren, welche Gesellschaft gründete sich wann und wer war Lehranalytiker für wen? Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Einen Lehranalytiker finden und die Lehranalyse erleben

Am Anfang der Psychoanalyseausbildung steht die Suche nach einem Lehranalytiker. Sie unterscheidet sich eigentlich nicht von der Suche als Patient nach einem Analytiker. Es gibt oft zunächst nur Adresslisten und Websites. Nicht selten wird einer der Lehranalytiker, bei denen man sich im Bewerbungsgespräch vorstellt, später zum eigenen Lehranalytiker. Weiterlesen

Latenter Traumgedanke und manifester Trauminhalt – was dem Traum zugrundeliegt und was wir von ihm erzählen

Als „latente Traumgedanken“ bezeichnete Sigmund Freud die unbewussten Gedanken, Wünsche und Ängste, die den Traum produzieren. Diese Wünsche und Gedanken werden jedoch meistens nicht 1:1 im Traum erkennbar. Die latenten Gedanken werden verschleiert und verändert. Das Ergebnis dieser Veränderung ist der „manifeste“ Traum, an den wir uns erinnern und den wir erzählen können. Wenn der Träumer nach dem Aufwachen seinen Traum erzählt, kann man nur Rückschlüsse darauf ziehen, was der Träumer „wirklich“ bzw. „ursprünglich“ gedacht hat. Man kann den Traum dann deuten und findet so die unbewussten Gedanken, die zum Traum geführt haben, also die „latenten Traumgedanken“. Weiterlesen

Stalking – wie kann ich damit aufhören? Hilfe für Stalker und Stalkerinnen

Stalking ist wie eine Art Sucht: Man beobachtet den anderen und will über jeden Schritt Bescheid wissen. Doch wie genau man den anderen auch beobachtet: Es gibt keine Beruhigung. „In unserer Beratungsstelle lernen Stalker, wie sehr sie dem anderen damit Angst machen“, sagt ein Therapeut im Fernsehen. Doch darüber, was mit dem Stalker selbst ist, wird viel zu wenig gesprochen. Wer stalkt, der versteht sich selbst nicht mehr. Dabei ist es wichtig, sich selbst zu verstehen, um mit dem zwanghaften, suchtartigen Verhalten aufhören zu können. Stalking ist eine Frage der Beziehung. Weiterlesen

Hysterie: Der Clown unter den Neurosen. Freuds Hysteriepatientin Dora blieb nur drei Monate lang

„Du bist ja hysterisch!“, werfen Männer manchmal ihren Frauen vor. „Hystera“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Gebärmutter“. Jeder Mensch kann in einer Überforderungssituation heftig reagieren. Doch hysterische Persönlichkeitszüge können den Betroffenen viele Schwierigkeiten bereiten, wenn sie zu stark ausgeprägt sind. Die Betroffenen leiden aus klassischer Sicht besonders stark unter Körperreaktionen (von Reizdarm bis Hyperventilation), die sie selbst nicht beherrschen und die auch von anderen nicht eingeordnet werden können. Die Hysterie kann mit vielen Störungen wie z.B. der Hypochondrie, eng verknüpft sein. Weiterlesen