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Der unbarmherzige Patient. Der unbarmherzige Therapeut.

Noch drei Minuten, sagt der grosse Zeiger. Gleich wird er klingeln, mein Patient. Wie fast jeden Tag zur vollen Stunde. Und ich kann nichts dagegen tun. Er wird da sein. Er wird wollen. Er will, dass ich zuhöre und nachdenke. Ich kann nicht weg. Dabei bin ich müde. Wie eine Mutter. Doch der Säugling, er gibt keine Ruhe. Er fordert und fordert. || Noch drei Minuten, sagt das Autoradio. Dann steige ich aus und begebe ich mich zur Tür meines Lehranalytikers. Er wird da stehen und auf mich warten. Ohne Gnade. Er fordert von mir, dass ich sage, was mir einfällt. Ständig. In jeder Sekunde. Meine ich. In meiner Welt. Er sitzt da und wartet und wartet. Wie ein Herrscher. Ich bin müde, ich will nichts mehr sagen. Doch er ist da, komme, was wolle.Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Heilen durch Verstehen und „Joining up“

„Also Du hast den Patienten verstanden. Und was machst Du dann, damit Du ihm hilfst?“, werde ich manchmal gefragt. „Da hat der Analytiker mich verstanden und ich habe mich allein dadurch um Längen besser gefühlt. Ich habe das Gefühl, es hat sich wirklich etwas verändert“, erzählt eine Patientin. „Und dann?“, fragt die Freundin. „Nichts ‚und dann‘ – das hat gereicht“, sagt die Patientin. Tatsächlich geraten Patienten und Analytiker manchmal in Erklärungsnot, wenn es an dieser Stelle um die Wirkung der Psychoanalyse geht. Es müsse doch etwas folgen, man müsse doch etwas machen, so der Gedanke. Doch man darf gelassen bleiben. Weiterlesen

Ausgeschlossen oder bedrängt

Ausgeschlossen oder bedrängt. Nur diese beiden Zustände kennt das Kind. Es versucht, die Mutter zu lesen. Aber da ist nichts, was es lesen könnte. Da sind nur fremde Buchstaben, die es nicht versteht, die niemand verstehen kann. Hier kommst Du nicht rein. Imme...

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Der Borderline-Körper – auch nach Vojtatherapie als Baby: die komplexe posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) lässt sich langsam verstehen

Die Psychoanalytikerin Clara Mucci publicseminar.org beschreibt, wie sie in der psychoanalytischen Ausbildung nicht genügend Handwerkszeug fand, um komplex traumatisierten Menschen zu helfen. Sie beschreibt, dass es sich bei den unerträglichen Zuständen der Be...

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Wut – Gefühle erklärt für Kinder (aber nicht nur)

Wenn Du richtig wütend bist – wie fühlt sich das an? Wie ein Erdbeben? Wie eine Wallung, die von unten hoch kommt? Zittern deine Hände? Wirst Du rot und möchtest ganz laut schreien? Wut ist ein sehr, sehr starkes Gefühl. Wenn man wütend ist, bekommt man ungeheure Kraft. Und es wird einem alles egal – man will die Wut nur los werden. Wir glauben manchmal, dass wir explodieren, wenn wir jetzt nicht jemanden anschreien. Kleine Kinder schlagen einfach zu, wenn sie wütend sind. Das ist wie ein Reflex: Zack, ist die Schaufel auf dem Kopf des anderen.Weiterlesen

Enttäuschung – wie damit klar kommen?

Enttäuschung ist ein Herz-erdrückenes Gefühl. Man mag den anderen nicht mehr. Er fällt hinten rüber. Das, was man für wahr hielt, ist (nicht mehr) wahr. Vielleicht war es einmal wahr - für uns und für den anderen. Bei einer Enttäuschung hat sich etwas massiv v...

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Hypochondrie als Zeichen früher Traumata

Während wir unter wechselnden Körperbeschwerden leiden und uns immer wieder quälende Sorgen darum machen, fühlen wir uns alleingelassen. Andere nehmen uns oft nicht mehr ernst. Doch häufig gibt es einen sehr ernsten Hintergrund: Viele, die unter der Angst vor Krankheiten (Hypochondrie) leiden, haben als Baby und Kind schon viele medizinische Behandlungen und mitunter auch Gewalt über sich ergehen lassen müssen. Frühe Trennungen von der Mutter, die erste Lebenszeit im „Brutkasten“, Operationen und Therapien wie die Vojta-Therapie waren frühe Angriffe auf den Körper. Diese frühen Erfahrungen sind ein Leben lang als quälende und beängstigende Körpererinnerungen da.Weiterlesen

Vom Zweifel zur Eindeutigkeit: „Du merkst, wenn es soweit ist.“

"Soll ich ihn verlassen, oder nicht?" | "Sind das noch Vorwehen oder geht's jetzt los?" | "Ist es nun der Blinddarm oder nicht?" | "Soll ich mein Studium fortsetzen?" Wir alle kennen Lebensphasen, in denen wir lange zweifeln und nicht wissen, wie wir das verst...

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Intuition – wie sehr kann ich ihr trauen?

Manchmal liegen wir mit unserem Bauchgefühl richtig. "Ich hab's doch gewusst!", sagen wir. "Ich bin meiner inneren Stimme gefolgt und habe an diesem Institut genau das gefunden, was ich gesucht habe", berichten wir froh, wenn's gut ging. Auch in Bezug auf unse...

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Wie lässt sich subjektives Erleben verändern?

"Jetzt freu dich doch mal!", hören wir. Doch Gefühle lassen sich nur bedingt steuern. Subjektives Erleben ist sehr schwer konkret zu beeinflussen. Manche psychisch Leidende schaffen es nicht, eine Psychotherapie zu beginnen, weil sie schon am Telefon den mögli...

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