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Was ist Bions „O“? Über die namenlose Angst und das formlose Unendliche in uns

Die Psychoanalyse ist eine intuitive und subjektive Wissenschaft, die nach der Wahrheit sucht. Auch du hast wahrscheinlich deine eigenen subjektiven Wahrheiten, die du immer wieder spürst. Zwar versuchst du vieles abzuwehren, aber oft weisst du im Grunde, wie es tief in dir aussieht. Diese Wahrheit, die sich immer wieder spüren lässt, die immer wieder auftaucht, nannte der britische Psychoanalytiker Wilfred Bion (1897-1979) das „O“ (Ultimate Truth, Absolute Reality). Weiterlesen

Psychose: Frühe invasive Traumata können mit späteren Positivsymptomen zusammenhängen. Vernachlässigung kann möglicherweise zu Negativsymptomen führen

Die sich entwickelnde Psyche und der reifende Körper sind beim Baby noch sehr eng miteinander verbunden. Die Reifung geschieht insbesondere über die enge Kommunikation mit Mutter und Vater. Über das Vermögen der Eltern, sich in ihr Kind einzufühlen, kommt es zur psychischen Strukturierung. Weiterlesen

Neurose und Psychose – was ist der Unterschied?

Jeder Mensch hat seine Neurosen. Damit sind die Stellen in der Psyche gemeint, die nicht so ganz im Gleichgewicht sind. Wenn Du z.B. immer überpünktlich zu Terminen kommst, dann hast Du eine Pünktlichkeitsneurose. Vielleicht hattest Du Eltern, die sehr auf Pünktlichkeit achteten oder Du hast einmal Schaden genommen, als Du zu spät kamst. Weiterlesen

Mehr Psychotherapie in der Psychiatrie – eine Erinnerung an Bertram Karon

Ich finde es oft schwer zu hören, wie Patienten und Patientinnen in der Psychiatrie, die wirklich versuchen, ihre Psychose zu verstehen, rasch auf Diskussionen um die Medikamenteneinnahme eingebunden werden. Ich habe erlebt, wie Patienten, die von einem nächtlichen Alptraum berichteten, nicht nach dem Inhalt des Traumes befragt wurden, sondern direkt eine Erhöhung der Medikamentendosis erhielten. Weiterlesen

Die Gedanken sind frei

„Mama, kannst du meine Gedanken lesen?“, fragt mich mein Kind. „Nein, das kann ich nicht.“ Aufatmen. „Aber ein bisschen?“ – „Naja“, antworte ich, „wenn ich ein Schokoladeneis auf den Tisch stelle und du schaust es an, dann glaube ich, dass du denkst, dass du es gerne essen würdest. Aber auch das ist nur geraten. Lesen kann ich deine Gedanken nicht.“ Wohl die meisten Menschen fürchten sich dann und wann davor, dass man ihre Gedanken lesen könnte. Menschen in schwerer psychischer Anspannung sind streckenweise davon überzeugt, dass man ihre Gedanken lesen kann. Sätze aus der Kindheit wie „Du bist für mich wie aus Glas“ oder „Der liebe Gott sieht alles“ können solche Ängste verstärken. Weiterlesen

Wenn innere Objekte versauern: Warum der gute Psychoanalytiker am Wochenende schlecht wird

Als wir uns als Kind entwickelten, konnten wir irgendwann die Abwesenheit von Mutter und Vater ertragen. Wir erreichten eine "Objektkonstanz" - das heißt: Das Bild von Mutter und Vater (die Repräsentanz) blieb in uns stabil, auch wenn wir sie für eine Weile ni...

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Die Sprache in der Psychose: Es war einmal der Sinn

Menschen in einer Psychose entwickeln häufig eine ganz eigene Sprache. Ihr inneres Erleben ist so schwierig zu beschreiben, dass sie z.B. Worte für spezielle Erfahrungen erfinden. Ähnlich tun es kleine Kinder in ihrer Entwicklung. Pippi Langstrumpf erfindet das Wort „Spunk“. Durch die Nähe zum Traum finden sich im nicht ganz klaren psychischen Zustand manchmal auch interessante Sprach-Ergebnisse: So phantasierte eine psychotische Patientin einen Drachen (englisch „Dragon“), nachdem Christopher Bollas das Verb to „drag on“ (= sich hinziehen) verwendete (Bollas: Wenn die Sonne zerbricht, Klett-Cotta, 1. Auflage 2019). Weiterlesen

Wortvorstellung und Sachvorstellung: „Loch ist Loch“. Das „Teekesselchen“ ist so alt wie die Sprache

"Loch ist Loch", sagte ein Patient des Psychiaters Victor Tausk (1879-1919). Sigmund Freud berichtet davon (Sigmund Freud: Das Unbewusste, 1915, Projekt Gutenberg). Dieser Patient erzählte, dass er sich im Gesicht zwanghaft Mitesser ausdrückte, sodass tiefe Lö...

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Präcox-Gefühl: Der erste intuitive Eindruck bei der Schizophrenie-Diagnostik ist wichtig

Als "Präcox-Gefühl" (also vor-reifes Gefühl) wird ein erstes intuitives Gefühl bezeichnet. Es zeigt sich, bevor man weiß, was genau überhaupt los ist. In der Psychiatrie bezeichnet man damit den ersten intuitiven Eindruck des Psychotherapeuten vom Patienten, d...

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Harold Searles: Der psychoanalytische Beitrag zur Schizophrenieforschung

Die "Collected Papers on Schizophrenia and Related Subjects" des Psychoanalytikers Harold F. Searles (1918-2015) wurden erstmals im Jahr 1965 veröffentlicht. 2008 legte sie der Psychosozial-Verlag neu auf: Das Buch "Der psychoanalytische Beitrag zur Schizophre...

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