Am Anfang unseres Lebens steht die sehr nahe Beziehung zur Mutter. Neun Monate lang waren wir aufs engste mit ihr verbunden. Wie in einer Symbiose verbrachten wir – wenn alles gut ging – die ersten Wochen miteinander. Langsam kam für uns merklich der Dritte im Bunde dazu, der Vater oder die Lebenspartnerin der Mutter. Als „trennender Dritter“ sorgte er/sie dafür, dass wir den Weg nach draußen in die Welt fanden. Üblicherweise ist die Mutter oft dafür, das Kind eher noch zu schonen, während der Vater die Stimme für die Herausforderung erhebt. Weiterlesen
Neugeborene Babys geben sich manchmal zur Beruhigung noch mit anderen Müttern kurzzeittig zufrieden. Wenn sie etwa acht Monate alt sind, erleben sie die Mutter jedoch bewusster als einzigartig. Sie beginnen, zu fremdeln: Alles, was „Nicht-Mutter“ ist, macht ihnen Angst – manchmal sogar der Vater, wenn er nach Hause kommt. Dieses Fremdeln kann in verschiedenen Formen länger anhalten. Zu Karneval zeigen die Kleinen große Angst vor verkleideten Personen; aber auch der Nikolaus macht ihnen Angst oder ein Mensch von einer anderen Hautfarbe. Der Forscher Henry Parens sieht sogar einen Zusammenhang zwischen Fremdeln und Fremdenhass.Weiterlesen

Kindesmisshandlung ist oft sehr schwer erkennbar – vor allem, wenn Eltern ihre Kinder mit „Gutem“ quälen. Manche Mütter führen extreme Therapien bei ihren Kindern durch und schädigen sie damit. Wenn sie die Kinder dann dem Arzt vorstellen, kann es sehr verwirrend werden, zum Beispiel wenn ein Kind immer wieder hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente bekommt, durch die es sich erbrechen muss. Manche Mütter drängen die Ärzte auch wiederholt zu fragwürdigen Operationen oder forcieren ein Leiden des Kindes, sodass der Arzt sich zum Handeln gezwungen sieht. Auch manche Mütter, die die Vojta-Therapie bei ihren Babys extrem durchführen, können ein Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom haben.Weiterlesen
„Trinken Sie viel“ lautet vielleicht der Rat Deines Arztes, wenn Du gerade an einer Bronchitis leidest. Doch dieser Ratschlag geht möglicherweise in die falsche Richtung. Der Allgemeinmedizinprofessor (mit dem passenden Namen) Chris Del Mar (Universität Queensland, Australien) erklärt, dass der Körper bei Atemwegsinfekten weniger Wasser ausscheidet, weil er mehr „Antidiuretisches Hormon (ADH)“ produziert. Das Antidiuretische Hormon (ADH) stoppt die Wasser-Ausscheidung (anti = gegen, diuretisch = harnausscheidende Wirkung). Wenn Du nun mehr trinkst, als Dein Durst es verlangt, kann das Blut zu sehr verdünnt werden: Es kommt zu einer Hyponatriämie, also zu einem Natriummangel im Blut, was wiederum zu Übelkeit und Kopfschmerzen führen kann. Weiterlesen
Ein Mädchen erlebt zu Hause Missbrauch, doch niemand weiß davon. In der Schule wird es gemobbt. Eine Anführerin gründet einen „Anti-(NameDesMädchens)-Club“ und animiert die anderen, sich mit ihr gegen das Mädchen zu verbünden. Eine grausame Geschichte, kürzlich gehört im Radio. Was da passiert, ist rätselhaft und kann doch auf verschiedenen Ebenen verstanden werden. Wir vermeiden oder verachten mitunter die Menschen, die Krankheiten oder Schicksale erlitten haben, vor denen wir uns selbst fürchten. Wenn wir diesen Menschen begegnen, können wir spüren, wie es sich anfühlen muss, etwas bestimmtes zu erleiden.Weiterlesen
Manchmal verstehen wir uns selbst nicht mehr: Wir sind einfach „trotzig“, obwohl wir es gar nicht wollen. Wir geben uns stachelborstig, obwohl wir in den Arm genommen werden wollen. „Trotzen“ kommt von „Trutzen“, was so viel heißt wie Widerstand leisten, aber auch mutig sein. Im Trotz werden gebeten, etwas zu sagen oder zu tun und machen es gerade deshalb nicht. Weiterlesen