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Das Tiefegefühl

Wir kennen eine große Palette an Gefühlen: Angst, Trauer, Freude, Neid, Lust, Liebe, Hass, Ärger. Aber ein Gefühl, für das wir keinen gebräuchlichen Namen haben, ist aus meiner Sicht eine Art „Tiefegefühl“. Es ist ein Gefühl, als würde man in sich selbst hineinfallen. Es entsteht zum Beispiel, wenn wir einen Unfall sehen, wenn wir in der ersten Nachthälfte tief träumen, wenn wir ein kurzes Gefühl des Unheimlichen haben, wenn wir eine „telepathische Begegnung“ haben, wenn uns jemand seinen Traum erzählt oder vielleicht, wenn wir „psychotisch“ sind. Es ist das Gefühl, das entsteht, wenn für Momente das Unbewusste spürbar ist. Weiterlesen

Sexueller Missbrauch und die erotische Komponente: „selbst schuld“ am sexuellen Missbrauch? Wie du Schuldgefühle verstehen kannst

Sexueller (Kindes-)Missbrauch kommt in unzähligen Farben und Varianten vor. Er kann von Vätern, Müttern, Großeltern, Geschwistern, Lehrern und anderen Menschen ausgehen. Er ist meistens umso folgenschwerer, je näher der Täter/die Täterin dem Opfer stand und je chronischer das Geschehen war. Sexueller Missbrauch ist furchtbar. Die Opfer sind echte Opfer und verabscheuen selbst, was ihnen passiert ist. Das ist ein Teil. Was die Sache aber so ungeheuer schwierig macht, ist die „lustvolle“ Komponente, die während des Missbrauchs oder aber in der Erinnerung manchmal auftauchen kann. Weiterlesen

Lebensfreude

Das kleine Mädchen läuft auf den Papa zu. Es kribbelt in seinem Bauch, vor lauter Freude. Er nimmt es in seine Arme und wirft es hoch in die Luft. Das Mädchen jauchzt. Der gesunde Vater ist stark. So stark, dass er seine eigenen Gefühle kennt, hält, lenkt. Er freut sich mit seinem Kind. Die beiden sind glücklich. Und arglos. Und sie dürfen es bleiben, denn die Mutter schaut zu und freut sich. Weiterlesen

„Achtsame Menstruation“ kann bei Regelschmerzen helfen und: Angststörungen sind vor der Regel am schlimmsten.

Deine Regel hat bestimmte Rhythmen. Wenn du dir etwas Zeit nimmst, kannst du vielleicht noch Dinge feststellen, auf die du sonst nicht achtest. Wenn du einmal ruhige Tage hast, kannst du versuchen, deinen Blutschwall, wenn du ihn spürst, auf der Toilette abfliessen zu lassen. Es kann 5-10 Minuten dauern, bis er völlig abgeflossen ist. Doch dadurch kannst du den Verbrauch von Binden und Tampons reduzieren.Weiterlesen

Durch die Wände

Es nutzt nichts. Sie kommt immer wieder. Egal, wieviel Schutz ich mir vor mich und um mich herumstelle: Sie dringt durch Mauern, durch meine Haut, durch mein Körperfett – direkt in mich ein. Und dann ist ihre Seele in mir und tobt. Sie macht mich krank. Sie schadet mir. Sie will mich aushöhlen, will mich töten. Irgendwo sitzt sie und schickt mir ihre bösen Gedanken, davon bin ich überzeugt. Ich spüre es, ich fühle es. Ich wünschte, sie würde sterben. Aber dann ist die Angst noch größer: Dann kann sie vom Himmel aus, von überall her in mich eindringen. Weiterlesen

Selbstliebe – wie geht das?

„Du musst lernen, Dich selbst zu lieben.“ Das ist so leicht daher gesagt, doch Selbstliebe und Selbstakzeptanz sind die schwierigsten Kunststücke unseres Lebens. „Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst“ – das ist oft so schwierig, weil man sich selbst oft eben nicht liebt, sondern sogar ablehnt. Es ergibt wenig Sinn, sich die Selbstliebe zwanghaft aufzuerlegen. Selbstliebe und Selbstinteresse entstehen vor allem dadurch, dass wir von anderen liebevoll und mit Interesse angeblickt werden – von Mutter und Vater, von Lehrern, vom Partner, vom Psychoanalytiker.Weiterlesen

„Ich wohne mit einem Mörder zusammen.“ Frühtraumatisierung und Lebensgefühl

Ich sitze ihm gegenüber. Dem Mörder. Er ist hoch-explosiv, gefährlich. Ich sage den anderen Bescheid, sie schauen kurz nach, aber sie können ihn nicht wirklich entschärfen. Sie zucken mit den Schultern und gehen wieder. Und ich sitze wieder da. Zusammen mit dem Mörder. Ich kann mich dabei nicht entspannen. Ich muss ihn im Blick behalten. Und in mir das ständige Gefühl des elektrischen Aufgeladenseins.Weiterlesen

Es, Ich und Über-Ich: Das Instanzenmodell (Strukturmodell) und das topographische Modell von Sigmund Freud

„Jetzt könnte ich ihr die Brille von der Nase hauen“, denke ich. Meine Wut wächst, das „Es“, der Trieb, lässt mich zum Tier werden. Doch ich lächele freundlich und zeige meiner Kollegin nichts von meiner Wut. Mein strenges „Über-Ich“, das Gewissen, verbietet es mir. Weiterlesen

Podcast: Wer braucht eine Psychoanalyse? Danke an „Der 8. Tag“

Ausreden dürfen in einem Interview – es ist eine Seltenheit und es ist eine große Freude, wenn das möglich ist. Diese Woche (Juni 2021) durfte ich zu Gast sein im Podcast „Der 8. Tag“ und wurde von der Journalistin Alev Dogan zum Thema „Psychoanalyse“ interviewt. Sie fragte unter anderem: „Wer braucht eine Psychoanalyse?“ In diesem Podcast geht es auch um frühe Bindung und ich konnte ausführlich darstellen, warum ich die Vojta-Therapie bei Babys für schwer traumatisierend halte. Obwohl ich schon viele Medien auf dieses Thema aufmerksam gemacht hatte, konnte ich erst hier Gehör finden. Ich freue mich sehr über dieses Podcast und bedanke mich herzlich bei Alev Dogan, Marc Saha und dem Team von „ThePioneer.de“.

Was heißt „Besetzung“ in der Psychoanalyse?

Etwas sei „libidinös besetzt“ heißt es oft in der Psychoanalyse. Damit meint der Psychoanalytiker, dass quasi unser Herz daran hängt. Wenn wir an unseren Liebsten denken oder immer noch unser rotes Spielzeugauto lieben, sind der Liebste und das Auto „libidinös besetzt“. Sigmund Freud hat den Begriff der „Besetzung“ in diesem Sinne geprägt. Schon die Vorstellung vom Auto kann „libidinös besetzt“ sein, das heißt, die Vorstellung in unserer Psyche ist quasi „energetisch aufgeladen“. Unser Körper gerät in Wallung, wenn wir nur an den Liebsten denken. Der Psychoanalytiker Timo Storck schreibt: „Die Besetzung an sich bedeutet, dass bestimmte Vorstellungen libidinös-triebhaft besetzt sind, weil Lust und Befriedigung (bzw. die Erwartung dessen) damit verbunden sind.“ (Timo Stock: Das dynamisch Unbewusste, Kohlhammer 2019, S. 58)Weiterlesen