„Wag‘ es Dich ja nicht!“, zischte uns die strenge Mutter zu. „Du wirst schon sehen, was Du davon hast“, sagte der Vater. Wir hörten es oft. Wenn wir als Erwachsene vor einer Entscheidung stehen, kommt die Erinnerung: „Wag‘ es Dich nicht!“, hören wir eine Stimme in uns. Wir verbieten uns das Gute. „Es ist, als sei da ein ganz anderer Mensch in mir, der so mit mir spricht“, sagt der Patient über seine innere kritische Stimme. „Diese Stimme ergab früher vielleicht einen Sinn, aber heute tut sie es nicht mehr“, sagt der Therapeut in der Schematherapie. Aber warum fühlt es sich dann immer noch sinnvoll an?Weiterlesen
Wenn wir träumen, werden verschiedene Dinge, die wir am Tag erlebt haben, zu einer Vorstellung zusammengebaut. Beispiel: In der Uni gerät man vormittags mit dem Professor aneinander. Auf dem Weg nach Hause knurrt einen der Nachbarshund an und abends fällt einem beim Auspacken der schweren Tasche das dicke Lehrbuch auf den Zeh. Verbunden sind diese Ereignisse vielleicht mit einem inneren Konflikt. Will man das Fach wirklich studieren? Hasst man den beängstigenden Professor nur oder findet man ihn vielleicht auch attraktiv? Wer dann von einer bellenden Großzehe mit Bart (oder Fell) träumt, der hat die Gedanken an den Professor, den Hund und den Fuß zu einem Gegenstand „verdichtet“.Weiterlesen
Für „psychische Gesundheit“ gibt es unzählige Definitionen. Besonders klar aber bringt es der Psychoanalytiker Wilfred Bion (1897-1979) auf den Punkt: Die Wahrheitsliebe und die Fähigkeit, Frustration zu ertragen, sind die wohl wichtigsten Zeichen psychischer Gesundheit (siehe James Grotstein: A Beam of Intense Darkness, Karnac 2007). Unsere Neugier hilft uns dabei, die Wahrheit herauszufinden. Wir wollen’s wissen – fast immer, fast überall, fast jeden Tag. Weiterlesen