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Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Couchgeschwister

Irgendwann geht man in der Psychoanalyse-Ausbildung zu einem Seminar, kommt ins Gespräch mit der Sitznachbarin und stellt fest: Wir haben beide denselben Lehranalytiker. „Couchgeschwister“ nennt man die Kollegen, die zum selben Lehranalytiker gehen wie man selbst. Schnell taucht dann die Frage auf: Wie gehe ich mit meinem Couchbruder/meiner Couchschwester um? Die Antworten fallen ganz unterschiedlich aus und hängen auch von der Größe des Instituts ab. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Erstgespräche organisieren

Voraussetzung für die Zulassung zum Vorkolloquium ist es (Beispiel DPV), dass man insgesamt 20 psychoanalytische Erstinterviews mit Patienten geführt hat. Davon müssen 10 Erstinterviews supervidiert werden. Für die Ausbildung nach den DPV-Regularien muss der Supervisor auch ein Lehranalytiker sein. Für viele, die eine Ausbildung zum Psychoanaltiker machen, sind diese Erstgespräche kein Problem, weil sie diese in der Klinik, im Institut oder in der Praxis führen können, in der sie arbeiten. Angehende Laienanalytiker hingegen müssen sich ihre Patienten manchmal etwas zusammensuchen. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Weiterlesen

„Blumen auf Granit“ von Dörte von Drigalski – ein Buch, das die Psychoanalyseausbildung kritisiert

Psychoanalyse tut nicht jedem gut. Die Beziehung zum Therapeuten erinnert an eine Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Beziehung. Ähnlich, wie Eltern bei ihren Kindern Einiges „falsch“ machen können, so können auch Psychoanalytiker einen großen negativen Einfluss auf ihre Patienten haben. „Mein Psychoanalytiker hat mich verrückt gemacht“, las ich im Internet. Weiterlesen

Psychoanalytiker in der Öffentlichkeit als Blogger und Journalist – geht da Psychoanalyse noch?

Der Psychoanalytiker schweigt. Er zeigt sich lieber nicht, um seinem Patienten die Möglichkeit zu geben, so viel wie möglich über ihn zu phantasieren. Psychoanalytiker hat einen „aufnehmenden Beruf“ – der Analytiker nimmt das, was die Patienten ihm zeigen und sagen, auf. Der Journalist macht das Gegenteil. Er gibt ständig etwas von sich, verbündet sich mit der Öffentlichkeit, ist immer präsent. Das ist für den Journalisten überlebenswichtig. Nur so können potenzielle Auftraggeber ihn finden. Aber so finden ihn auch Patienten, wenn er gleichzeitig Psychoanalytiker ist. Der Journalist, der öffentlich seine Meinung äußert, der mit Bild und Stimme in Radio und Fernsehen erscheint, ist bekannt. Der Leser/Zuschauer hat das Gefühl, vertraut mit dem Journalisten zu sein. Weiterlesen

Der Nikolaus kommt

Als Kind ist es ein schöner Traum. Wie von Geisterhand erschaffen, kommt nachts der Nikolaus. Er macht alles heimelig. Das Kind stellt sich vor, dass es sich zusammen mit Mutter und Vater über den Besuch des Nikolauses freut. Alles wurde wie von selbst an diesem Morgen gemacht. Es ist, als hätte ein anderer gut für die Familie gesorgt. Matt und müde stehen die Eltern mit tiefen Augenringen daneben.

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Bist du vielleicht eine „Too-good-Mother“?

Wenn uns jemand zu sehr bemuttert, werden wir ungehalten. Ich war einmal zu Gast bei einer übereifrigen Gastgeberin. Jedesmal, wenn ich meinen letzten Schluck Kaffee genießen wollte, fand ich schon wieder frischen Kaffee in meiner Tasse vor. Das war unglaublich frustrierend. Ich hatte das Gefühl, mir sei der „letzte Schluck“ nicht gegönnt. Auch ein Kind, das zu häufig etwas erhält, bevor es sich äußern darf, reagiert irgendwann mit Abwehr. Es fühlt sich in seinem Eigenleben beschnitten und versucht, sich Raum zu schaffen, um eigene Gefühle zu erleben. Es schiebt die Mutter weg. Dadurch fühlt sich die Mutter abgelehnt und versucht vielleicht umso mehr, dem Kind entgegenzukommen und seine Wünsche – vorzeitig – zu erfüllen. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Das Vorkolloquium (Beispiel DPV) und der Beginn der Patientenbehandlungen. Wie Patienten finden?

Die Psychoanalyseausbildung beginnt mit der eigenen Lehranalyse. Frühestens eineinhalb Jahre später kann man das Vorkolloquium machen. Voraussetzung ist, dass man 10 supervidierte psychoanalytische Erstgespräche mit Patienten geführt hat und 10 weitere Gespräche schriftlich bestätigt sind. Das Vorkolloquium findet entweder auf der Frühjahrs- oder der Herbsttagung der DPV statt. Weiterlesen

Das Kind in der Therapie – so fühlt sich die Mutter

„Bei mir hat das Kind einen geschützten Raum“, sagt die Therapeutin und schließt die Tür des Behandlungszimmers, während die Mutter im Wartezimmer zurückbleibt. „Toll“, denkt die Mutter. „Als ob mein Kind bei mir keinen geschützten Raum hätte! Sicher spielt die Therapeutin auf unseren Sorgerechtsstreit an.“ Weiterlesen

Psychische Störungen hängen mit Beziehung zusammen

Wenn Du eine Psychotherapie machst, merkst Du vielleicht, wie wichtig Dir die Stunden sind. Fällt eine Sitzung aus, ist es für Dich schwer auszuhalten. Es ist Dir wichtig, dass Dein Therapeut für Dich anwesend ist. Vielleicht fühlst Du Dich auch in anderen Beziehungen sehr auf den anderen angewiesen. Wenn Deine nächste Bezugsperson weg ist, kommst Du vielleicht in psychische Not. Weiterlesen

Die neidische Mutter

Das Kind ist längst erwachsen. Längst hat es das Nest verlassen. Und doch: Sie sitzt auf der Schulter, sie kontrolliert. Die Mutter taucht immer wieder auf, wenn das Kind sich weiterentwickeln will. Sie taucht auf, wenn das Kind sich einem Mann nähert, wenn es schön aussehen will, wenn der Geldregen kommt. Sie weiß alles besser und durchkreuzt ihre Pläne. Sie weist zurecht, sie weckt den Zweifel. Doch plötzlich ist die Mutter nicht mehr die Schönste im ganzen Land. Das Kind, es ist nicht länger angefasst, nicht länger angepasst. Die Mutter als Schrecken löst sich auf wie Rumpelstilzchen, wenn man es bei seinem Namen nennt.