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Duckmäuser? Den Ausgang aus dem Kreislauf von Schuldgefühl und strafendem Über-Ich finden

Man bekommt zu hören, dass das Schuldgefühl irgendwie nicht richtig sei, dass es eingeredet oder vererbt sei oder dass es aus sonstigen Gründen nicht so ganz richtig sei. Doch auch das Schuldgefühl ist in einem inneren und äußeren System verankert und es hat Recht – es fragt sich nur oft, wozu es wirklich passt. Weiterlesen

„A Beam of Intense Darkness“ von James Grotstein (Lesetipp)

Schon allein Titel und Titelbild sind eine Wohltat. All die Versuche, positives Denken an Land zu ziehen, kann man hier einfach fallen lassen. James Grotstein war der Lehranalysand von Wilfred Bion und die tiefe Verbundenheit zu seinem Lehranalytiker ist immer wieder spürbar. Grotstein erklärt Bions Verständnis vom Seelenleben und von der Psychoanalyse. Es geht um den Wahrheitstrieb und um die menschlichen Qualen. Dieses Buch ist seit vielen Jahren meine „Psychoanalyse-Bibel“. Sätze wie diese tun einfach gut: „Each session constitutes the first day – again – of the analysis … Do not desire to cure the patient.“ („Jede Sitzung ist wie der erste Tag der Analyse. Wünsche Dir nicht, den Patienten zu heilen.“) Erschienen ist das Buch 2007 bei Routledge.

Psychoanalyse-kritische Literatur lesen: Jeffrey Masson: „Final Analysis“

Wer eine Psychoanalyse-Ausbildung macht, betreibt täglich eine Art Hochleistungssport. Man braucht ein gutes Durchhaltevermögen, das nur aufrecht erhalten kann, wenn es mehr Freud als Leid gibt. Die Abhängigkeit von Patienten, Gutachtern, Krankenkassen, Supervisoren, Institutsleitern, Lehranalytikern und den Finanzen lehrt einen, mit Ungewissheiten zu leben. Man ist wieder Schüler und stellt sich selbst in Frage. Man lernt, dass auch Psychoanalytiker nur Menschen sind, die die Institutsstrukturen mitgestalten und unter Systemen leiden. Weiterlesen

Das Ausfallhonorar in der Psychoanalyse

Da ist man krank, sagt die Stunde ab und der Psychoanalytiker verlangt ein Ausfallhonorar in voller Höhe. „Es ist wie bei einem Kurs in der Volkshochschule“, erklärt der Analytiker. „Wenn Sie da nicht kommen, müssen Sie den Gesamtpreis ja auch zahlen.“ Nach § 615 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) darf der Psychotherapeut ein Ausfallhonorar verlangen. Gerade in der Ausbildung zum Psychoanalytiker kann es aus vielen Gründen schwierig sein, vom Patienten ein Ausfallhonorar zu verlangen. Manchmal fühlt man sich als Ausbildungskandidat nahezu dazu gedrängt, ein Ausfallhonorar zu berechnen, weil es so gelehrt wird. Doch wichtig ist es, die eigenen Gefühle und Phantasien dazu wahrzunehmen und seine eigenen Regelungen zu entwickeln.Weiterlesen

Melanie Klein und die Kleinianer: Warum man nach Melanie Klein immer ein bisschen einsam bleibt

Melanie Klein (1882-1960) war eine Psychoanalytikerin, die sich besonders mit der Entwicklung des kleinen Kindes beschäftigte. Sie entwickelte eine Form der Psychoanalyse für Kinder. Während die Psychoanalyse des Erwachsenen von Worten und freier Assoziation lebt, erfährt der Therapeut bei Kindern das meiste über ihr Spiel. Weiterlesen

Was heißt eigentlich „Bedeutung“?

„Was bedeutet das?“, werden wir manchmal gefragt. Und vielleicht macht es uns ganz nervös. „Wie jetzt? Was soll das bedeuten? Braucht der andere jetzt eine Erklärung von uns?“, denken wir. In dem schönen Lied „Was soll das bedeuten?“ tagt es, obwohl es noch Mitternacht ist. Bedeutung heißt oft, dass wir erklären können, was gleich kommen wird. Es gibt einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang oder eine Parallelität. Das Symbol „Herz“ steht für die Liebe. Da wird etwas gleichgesetzt. Ein Wort, ein Bild, ein Gefühl – das alles hängt miteinander zusammen. Weiterlesen

Vojta-Therapie verbessert Schluckvorgang und fördert das Sprechen, aber schadet bei Babys möglicherweise der Psyche

Die Vojta-Therapie als Physiotherapie, die schon bei ganz jungen Babys angewendet wird, ist aus meiner Sicht psychisch schädlich. Ihre guten Auswirkungen auf den Körper sind vielfach durch Studien belegt, doch es kann eine schwere Traumatisierung entstehen, weil die Mutter ihr Baby in Zwangspositionen bringt und auf das Schreien nicht mit Loslassen reagiert – so jedenfalls meine Erfahrung mit Erwachsenen, die als Baby die Vojta-Therapie erhielten. Weiterlesen

Bei Atemwegsinfekten Durstgefühl beachten

„Trinken Sie viel“ lautet vielleicht der Rat Deines Arztes, wenn Du gerade an einer Bronchitis leidest. Doch dieser Ratschlag geht möglicherweise in die falsche Richtung. Der Allgemeinmedizinprofessor (mit dem passenden Namen) Chris Del Mar (Universität Queensland, Australien) erklärt, dass der Körper bei Atemwegsinfekten weniger Wasser ausscheidet, weil er mehr „Antidiuretisches Hormon (ADH)“ produziert. Das Antidiuretische Hormon (ADH) stoppt die Wasser-Ausscheidung (anti = gegen, diuretisch = harnausscheidende Wirkung). Wenn Du nun mehr trinkst, als Dein Durst es verlangt, kann das Blut zu sehr verdünnt werden: Es kommt zu einer Hyponatriämie, also zu einem Natriummangel im Blut, was wiederum zu Übelkeit und Kopfschmerzen führen kann. Weiterlesen

Falsches Selbst – woran wir es erkennen

Schon Babys merken, welche ihrer Verhaltensweisen bei den Eltern erwünscht und welche unerwünscht sind. Sie können beispielsweise schon relativ früh Weinen unterdrücken, um die Eltern zu schonen, wenn sie merken, dass die Eltern sehr belastet sind (Elliot and Gonzalez-Mena, 2011). Dasselbe kann auf allen möglichen Ebenen passieren – das Kind passt sich den Eltern an: Es verhält sich so, wie es den Eltern gut tut, besonders, wenn es sehr verletzliche oder verletzte Eltern sind. Es tut, was sie wollen, es wünscht sich das, was sie sich wünschen und es fühlt sogar oft das, was die Eltern sich vorstellen. Wenn die Eltern – oft unbewusst – zu viel Anpassung fordern, kann das Kind über die Zeit ein „falsches Selbst“ entwickeln. Weiterlesen

Abwehr: Wir wollen das Ich beruhigen und unser Selbstwertgefühl erhalten

Ständig müssen wir unzählige Ängste abwehren. Sowohl in der Außenwelt als auch in unserem Inneren lauern zahlreiche Gefahren wie ungewollte Wut, Rachegelüste, „unerlaubte“ Liebesgefühle und vieles mehr. Die Psyche will sich vor Unlust und Angst schützen. Das Ich wehrt äußere und innere Gefahren reflexartig ab und hat dabei verschiedene Möglichkeiten. Die verschiedenen Abwehrmechanismen formulierte Anna Freud in ihrem Buch „Das Ich und die Abwehrmechanismen“ im Jahr 1936. Weiterlesen