Willkommen

Autismusspektrum: Autistische Zustände psychoanalytisch erklärt

„Ich kann mit Smalltalk nichts anfangen!“, sagen viele Menschen, die „auf dem Spektrum“ sind, wie es heute heisst. Das bedeutet auch: „Ich kann nicht mit den anderen spielen.“ Tatsächlich spielen autistische Kinder oft „anders“ und nicht so oft mit anderen Kindern. Weiterlesen

Wie geht es den Partnern von Psychotherapeuten, Seelsorgern und Psychoanalytikern?

„So würdest Du mit Deinen Patienten nie reden!“, sagt die Frau eines Psychoanalytikers. Und Recht hat sie. Mit Patienten lässt sich so gut umgehen, weil Psychotherapeuten sie nur für jeweils 50 Minuten sehen, weil sie Geld dafür bekommen und weil die Rollen klar verteilt sind. Weiterlesen

Severely deficient autobiographical memory (SDAM): „Ich kann mich kaum an die Kindheit erinnern.“

Manchen fällt es so richtig erst in einer Psychotherapie auf: Wenn sie nach der Kindheit gefragt werden, haben sie kaum Erinnerungen. Während sich viele etwa ab dem vierten Lebensjahr zumindest an prägende Ereignisse aus der Kindheit erinnern, scheint bei manchen die Kindheit völlig aus dem Gedächtnis gestrichen zu sein. Die Erfahrung in der Psychoanalyse zeigt, dass in diesen Fällen häufig schwer traumatisierende Ereignisse vorlagen. Zum Beispiel ist Erinnerung schwierig, wenn man als Kind kaum Gelegenheit hatte, zu erzählen, denn durch Erzählungen festigt sich auch die Erinnerung. Im Laufe einer Psychoanalyse kehren häufig Erinnerungen zurück und die Analysanden sagen: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mich daran noch erinnere!“Weiterlesen

Warum gehen Gefühle kaputt, wenn wir sie aussprechen?

Ich las einmal ein englisches Stück, das ging ungefähr so: Sie spürte Liebe in ihrem Bauch. Das Gefühl stieg in ihrem Hals auf und legte sich auf ihre Zunge. Sie sprach das Wort „Liebe“ aus. Und es fiel auf den Boden und zerbrach wie Glas in tausend Scherben. | Warum haben wir so oft den Eindruck, dass unser Gefühl stirbt, wenn wir es aussprechen? Vielleicht, weil die Worte unserem Gefühl nicht immer gerecht werden können. Unsere Gefühle sind oft so unaussprechlich, dass wir spüren: Das Wort kann nicht annähernd ausdrücken, was wir wirklich fühlen. Vielleicht denken wir, der andere will von uns hören, was wir fühlen – so wie Erwachsene zu einem Kind manchmal sagen: „Was sagt man da?“, um das Wort „Danke“ zu hören. Doch dadurch wird etwas Wertvolles zerstört: Das Gefühl geht kaputt. Weiterlesen

Ausgeschlossensein ist der größte Schmerz

Einer der größten Schmerzen, die wir erleben können, ist das Ausgeschlossensein. Die ersten Erfahrungen damit haben wir mit unseren Eltern und unseren (auch vielleicht nicht vorhandenen) Geschwistern gemacht: Die Eltern gehörten zusammen und verschlossen – konkret oder auch im übertragenen Sinne – ihre Schlafzimmertür vor uns. Weiterlesen

Buchtipp: Die psychische Geburt des Menschen nach Margaret Mahler

Die Entwicklung eines Babys ist unglaublich spannend. Die Psychoanalytikerin Margaret Schonberger Mahler (1897-1985), beschreibt die Säuglingsentwicklung eindrucksvoll in ihrem Buch „Die psychische Geburt des Menschen“. Ein Baby wird psychisch geboren, wenn es bemerkt, dass es ein von den anderen Menschen getrenntes Wesen ist. Dennoch kann es sich mit der Mutter verbunden fühlen. Die größten Entwicklungsschritte finden zwischen dem 5. und 36. Lebensmonat statt. In dieser Zeit löst sich das Kind aus der Symbiose mit der Mutter und wird zum Individuum. Mahler beschreibt vier Subphasen der Loslösung. (Text & Bild: © Dunja Voos)Weiterlesen

Tipps gegen Anusschmerzen

Manchmal leiden wir unter Schmerzen am Anus, ohne dass wir Schäden wie z.B. Hämorrhoiden oder Fissuren dort haben. Meiner Erfahrung nach sind die Ursachen oft Kälte und zu viel Essen am Abend. In einer Studie aus dem Jahr 1986 (Dodi et al.) konnte gezeigt werden, wie Kälte den Druck im Anus erhöhen kann. So höre ich auch oft, dass Betroffene (gerade auch Kinder) nach einem längeren Besuch im Schwimmbad über Anusschmerzen klagen. Anusschmerzen können sich ähnlich anfühlen wie ein Vaginismus, also eine schmerzhafte Verkrampfung der Vagina. Der innere Anusschließmuskel besteht aus glatter Muskulatur, die wir kaum bewusst steuern können, ähnlich wie die übrige Darmmuskulatur. Weiterlesen

Das Tourette-Syndrom aus psychoanalytischer Sicht

Billie Eilish hat es, Jan Zimmermann beschreibt sein Tourette-Syndrom sehr anschaulich in seinen Videos „Gewitter im Kopf“ und im Fernsehen finden sich immer häufiger Menschen, die von dieser Erkrankung erzählen. Dabei leiden die Betroffenen unter nicht oder nur schwer kontrollierbaren Bewegungen (Tics) und Ausbrüchen von Worten, kurzen Sätzen und Geräuschen bzw. Stimmlauten (Vokalisationen). Sehr oft sind es aggressive, provokante und obszöne Worte, die plötzlich aus den Betroffenen ausschießen. Weiterlesen

Wie kann ich meine Impulse in der Gruppe aushalten? Oder: In Balintgruppen auf die Sachfragen verzichten

In Balintgruppen stellen Therapeuten ihre Patienten vor. Sie erzählen von einer Szene, die sie bewegt. Dann sollen sie sich schweigend zurückziehen und hören, was die Gruppe dazu sagt. Manche Gruppenleiter fügen noch eine „Sachfragen-Runde“ ein: „Hat noch jemand aus der Gruppe eine sachliche Frage zu dem Erzählten?“ Weiterlesen

„Und ich hab‘ alles dafür getan, damit es daneben geht“

Manchmal gehen wir fast mit teuflischen Mitteln ans Werk. Wir haben eine Unternehmensgründung, ein Projekt, eine Reise, eine Prüfung vor uns und fürchten uns davor. Wir fürchten die Ohnmacht, die damit einhergeht. Aber wir können uns vorbereiten. Doch nicht nur darauf, dass alles gut geht und wir bestehen – denn dann lassen wir ein Stück Abhängigkeit von den Prüfern, den inneren Zuständen und äußeren Umständen zu. Wir können uns darauf vorbereiten, unser Vorhaben nicht zu bestehen und zu scheitern. So sind wir abhängig von niemandem, außer von unserem eigenen Geschick. Wir haben alles in der Hand. Und das macht Lust. Die Lust wächst. Wir haben einen Plan. Und der ist sicher.Weiterlesen