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Psychoanalytische Technik nach Bion und Präkonzeption: Finden, was wir suchten

In Psychoanalysen braucht man sehr viel Geduld – und den Glauben daran, dass das Wesentliche, um das es geht, schon auftauchen wird. Der britische Psychoanalytiker Wilfred Bion (1897-1979) gilt als der Psychoanalytiker, der für „Intuition“ steht. Gleichzeitig lässt er das Objektive, das Logische nicht aus dem Blick. Weiterlesen

Transiente Hypofrontalitätstheorie (THFT): Bewegung macht den Kopf frei

Während wir Sport machen, haben quälende Gedanken oft weniger Platz, als wenn wir still im Zimmer sitzen. Das Gehirn konzentriert sich ganz auf die Bewegung: Sowohl motorische als auch sensorische und autonome Hirnregionen sind aktiv. Jene Hirnareale, die während der Bewegung gerade nicht benötigt werden, sind weniger aktiv. Diese Theorie über die Umverteilung der Aktivität im Gehirn während des Sports nennen Wissenschaftler die „transiente Hypofrontalitätstheorie“ (transient = vorübergehend). Das Frontalhirn (= das Vorderhirn) ist der „Sitz der Persönlichkeit“. Unter anderem hier findet das bewusste Denken statt. Während des Sports ist diese Hirnregion herunterreguliert („hypo“ = griechisches Wort für „unter“).Weiterlesen

Stillstand

Verregnete Sommerferien – die Zeit, in der Alleinerziehende feststecken. In der sie verschluckt werden. In der alles stehenbleibt. In der sich nichts bewegt. Man kann nicht weg und kann nicht bleiben. Es ist niemand da. Nur der Müll türmt sich. Während man ganz alleine älter wird. Weiterlesen

Ohne den Segen der Mutter

Die Mutter lässt nicht los. Sie hat Angst vor dem Verlassenwerden. Jeder Schritt des Kindes eine Bedrohung. Das Kind, es schielt nach der Mutter. Es spürt ihre Angst. Es muss sich heimlich entwickeln. Es klettert eine Etage höher. Die Mutter bemerkt es. Und gerät in Rage. Das Kind will die Mutter schützen. Es zeigt ihr mutig: „Schau her, ich bin eine Stufe höher gekommen, aber ich freue mich nicht daran. Ich bleibe bei Dir.“ Das Kind sitzt eingesperrt mit der Mutter im Turm. Es heißt Rapunzel. Weiterlesen

Psilocybin, MDMA und Low-Dose LSD in der Psychotherapie – was ich davon halte

Manchmal habe ich Patienten vor mir sitzen, die wirken, als würden sie gerade etwas Schönes träumen. Ich selbst bin irritiert. Was ist das? „Wissen Sie, ich mache gerade eine Low-Dose-LSD-Therapie“, sagen mir dann manche. Mir fällt auf, dass Menschen mit sehr schwerem psychischen Leid nach Therapieformen wie dieser fragen. Oft werde ich auch gefragt, was ich von Psilocybin- oder Ketamin-gestützten Psychotherapien halte. Ich halte da nichts von. Die Psychotherapeutenwelt spaltet sich gerade in diejenigen, die sich damit auskennen und es befürworten und diejenigen, die sich davon fernhalten. Weiterlesen

Scham – ein zwischenmenschliches Gefühl, das durch Blicke verstärkt werden kann

Für uns selbst können wir denken, machen, tun, was wir wollen. Zwar kann man sich auch vor sich selbst schämen, doch Scham tritt besonders dann auf, wenn andere Menschen hinzukommen. Wer sich schämt, befürchtet, verachtet zu werden und schuldig zu sein (Gerhart Piers und Milton Singer, 1953: Shame and Guilt: A Psychoanalytic and Cultural Study). Weiterlesen

Psychoanalyse ist hart, weil man erkennt, was man verpasst hat

Jahrelang ringt man in der Psychoanalyse um Erkenntnisse. Irgendwann dämmert es einem, warum man da ist, wo man gerade ist und warum man es früher nicht anders machen konnte. Und dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen: Jetzt weiß man, warum man nicht seinen Traumberuf ergriffen hat, warum man kein Geld hat, warum man krank geworden ist, warum man keinen Partner finden und/oder kein Kind bekommen konnte. Doch jetzt ist es für manches zu spät. Der Schmerz, der dann entsteht, ist unendlich groß. Will man noch retten, was zu retten ist, oder will man einfach verbittern?Weiterlesen

Triebe (englisch: Drives): Der körperliche Drang in uns

Manchmal fühlen wir uns zu etwas „getrieben“. Ohne Hunger und Durst ist kein Leben möglich. Wir kennen unzählige Triebe. Manchen müssen wir unbedingt nachkommen, z.B. dem „Trieb“, uns zu entleeren. Weiterlesen

Agieren (Acting out and Acting in)

Was nicht bewusst ist und daher nicht mit Worten ausgedrückt werden kann, das agieren wir häufig aus. Wenn wir eine Psychotherapie machen und uns etwas gänzlich unbewusst ist, dann stellen wir unsere Probleme mithilfe von Handlungen dar. Wir kommen vielleicht ständig zu spät und machen damit unseren Widerwillen deutlich. Wir können unsere „Wut ausagieren“, indem wir dem anderen die Autoscheibe einschlagen. Wenn wir agieren, veranlassen wir andere Menschen zum Reagieren und Mit-Agieren. Sobald die Gründe für das Agieren verstanden sind und wir Vorstellungen und Worte für unser Erleben gefunden haben, können wir darüber nachdenken und darüber sprechen. Unser Agieren lässt dann nach. Weiterlesen

Der Rauswurf wird beendet – der Kampf mit der inneren Mutter

Darf man das machen? Darf man ein weinendes Kind mit großen hungrigen Augen rausschmeißen? Darf man es aus seinem Inneren rausschmeißen, wenn man meint, dass es die innere hungrige Mutter ist, die da weint? Vielleicht wurde man geboren, um der Mutter zu helfen. Vielleicht war man das Ein und Alles für eine Mutter, die sonst nichts hatte. Eine Mutter, in Not geboren und fast verhungert. Es gab nie Geld. Kein Zuhause. Nur Unruhe und Angst. Weiterlesen