Zum Glück können viele Patienten in Deutschland eine Psychoanalyse machen, weil sie unter der Bezeichnung „Analytische Psychotherapie“ von den Krankenkassen bezahlt wird. Doch das ist nicht immer so. Beispiele: Die Krankenkasse hält die Psychoanalyse bei einem Patienten für eine ungeeignete Therapie. Die Krankenkasse ist der Meinung, dass der Patient genügend Sitzungen hatte, sodass keine weiteren Stunden bezahlt werden. Der Psychoanalytiker ist weder Arzt noch Psychologe. Dann gilt er trotz seiner jahrelangen Ausbildung als „Laienanalytiker“ und darf nur Selbstzahler behandeln. Ich frage mich: Wie kann die Psychoanalyse für Menschen möglich werden, wenn die Kasse nicht zahlt? Weiterlesen
Auch sie liebt ihn. Er ist die Quelle der Eifersucht. Also bringe ich nicht sie um, sondern ihn. Dann habe ich immer noch sie, mit der ich mein Leid teilen kann“, denkt die Träumerin. Weiterlesen
Hält die Grenze? Erkennt er, was ich wirklich denke? Ich teste es aus, weil ich Angst habe. Angst davor, durchsichtig zu sein. Ich verwirre ihn. Nein, er sieht nicht, was ich wirklich meine. Erleichtert stelle ich fest, dass die Grenze hält. Durch meine Verwirrung habe ich ihn auf Abstand gehalten. Enttäuscht stelle ich fest, dass er nicht in mich hineingreifen kann, um meine Wirklichkeit herauszufischen. Und plötzlich spüre ich: Ich habe auch mich selbst verwirrt. Was ich mir wünsche, weiß ich nicht mehr, weil ich nicht nur ihn und mich, sondern auch unsere Kommunikation verwirrt habe. Verwirrung ist Zerstörung. (Text: © Dunja Voos; Bild: © Julia)
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„Die Vorhaut ist doch nur ein nutzloses Häutchen“, hörte ich eine Mutter sagen, die ihren Sohn aufgrund von Entzündungen operieren lassen wollte. Doch die Vorhaut (lateinisch „Praeputium“) ist eng mit Nerven durchzogen und ermöglicht eine befriedigende Sexualität. Selbstbefriedigung ist für viele Männer ohne Vorhaut kaum vorstellbar. Viele Männer, denen die Vorhaut entfernt wurde, leiden manchmal ein Leben lang unter ihrem Fehlen. Der Autor Clemens Bergner (Pseudonym) ist selbst betroffen und will mit seinem Buch „Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen – nur ein kleiner Schnitt?“ auf die Probleme der Beschneidung (Zirkumzision, lateinisch: circumcisio) aufmerksam machen. Weiterlesen
Der Beginn einer Psychoanalyse kann einem Keller-Aufräumen gleichkommen: Mühevoll schleppt man Kisten, schaut in alte Kartons und schmeißt so manche Päckchen raus. Auf der Couch liegend klagt der Analysand über heftigste Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Panikattacken, Zwangsvorstellungen, Atemnot, Müdigkeit und vielem mehr. Er leidet an Streiterein, Partnerschaftskonflikten, Schwierigkeiten mit den Vorgesetzten, traumatischen Erinnerungen oder Arbeitslosigkeit.Weiterlesen
„Die Ausbildung bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) ist mir zu teuer“, sagen manche, die sich dafür interessieren. Für Ausbildungsteilnehmer ohne guten finanziellen Hintergrund ist die Ausbildung auch finanziell eine Herausforderung, aber sie ist nicht unmöglich. Das, was die Lehranalyse einem mitgeben kann, ist oft von unbezahlbarem Wert. Existenzängste gehören jedoch bei vielen dazu – man weiß eben nicht, wie es ausgeht. Vor einigen Jahren (2015) habe ich einmal ausgerechnet, wie das bei mir in der Anfangszeit der Ausbildung mit den Kosten aussah. Weiterlesen
Irgendwann geht man in der Psychoanalyse-Ausbildung zu einem Seminar, kommt ins Gespräch mit der Sitznachbarin und stellt fest: Wir haben beide denselben Lehranalytiker. „Couchgeschwister“ nennt man die Kollegen, die zum selben Lehranalytiker gehen wie man selbst. Schnell taucht dann die Frage auf: Wie gehe ich mit meinem Couchbruder/meiner Couchschwester um? Die Antworten fallen ganz unterschiedlich aus und hängen auch von der Größe des Instituts ab. Weiterlesen
Der Psychoanalytiker schweigt. Er zeigt sich lieber nicht, um seinem Patienten die Möglichkeit zu geben, so viel wie möglich über ihn zu phantasieren. Psychoanalytiker hat einen „aufnehmenden Beruf“ – der Analytiker nimmt das, was die Patienten ihm zeigen und sagen, auf. Der Journalist macht das Gegenteil. Er gibt ständig etwas von sich, verbündet sich mit der Öffentlichkeit, ist immer präsent. Das ist für den Journalisten überlebenswichtig. Nur so können potenzielle Auftraggeber ihn finden. Aber so finden ihn auch Patienten, wenn er gleichzeitig Psychoanalytiker ist. Der Journalist, der öffentlich seine Meinung äußert, der mit Bild und Stimme in Radio und Fernsehen erscheint, ist bekannt. Der Leser/Zuschauer hat das Gefühl, vertraut mit dem Journalisten zu sein. Weiterlesen
Als Kind ist es ein schöner Traum. Wie von Geisterhand erschaffen, kommt nachts der Nikolaus. Er macht alles heimelig. Das Kind stellt sich vor, dass es sich zusammen mit Mutter und Vater über den Besuch des Nikolauses freut. Alles wurde wie von selbst an diesem Morgen gemacht. Es ist, als hätte ein anderer gut für die Familie gesorgt. Matt und müde stehen die Eltern mit tiefen Augenringen daneben.
Wenn Du eine Psychotherapie machst, merkst Du vielleicht, wie wichtig Dir die Stunden sind. Fällt eine Sitzung aus, ist es für Dich schwer auszuhalten. Es ist Dir wichtig, dass Dein Therapeut für Dich anwesend ist. Vielleicht fühlst Du Dich auch in anderen Beziehungen sehr auf den anderen angewiesen. Wenn Deine nächste Bezugsperson weg ist, kommst Du vielleicht in psychische Not. Weiterlesen