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Warum äußern sich viele Psychoanalytiker so zurückhaltend zur Wirkung der Psychoanalyse?

„Mir hat die Psychoanalyse ein ganz neues Leben geschenkt. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so gut fühlen könnte, so mitten im Leben. Ich bin nicht mehr isoliert, ich kann eine Partnerschaft führen, ich konnte eine Familie gründen. Meine unsagbaren Ängste und Zwangsgedanken sind fast vollständig zurückgegangen – und wenn sie kommen, kann ich sie handhaben. Ich kann mich selbst halten und verstehen“, sagt ein Patient. Weiterlesen

Diadochokinese, Dysdiadochokinese und Eudiadochokinese: ein Selbsttest

Wenn wir unsere Hände rasch hin und her drehen, geht das meistens auf beiden Seiten recht schnell. Diese rasche Bewegung, die wie automatisch kommt, heisst „Diadochokinese“ (griechisch: diadechomai = sich ablösen, nachfolgen und kinein = bewegen). Ist diese Bewegung gesund, spricht das unter anderem für ein gesundes Kleinhirn und nennt sich „Eudiadochokinese“ (eu = gut). Ist die Bewegung gestört, heisst sie „Dysdiadochokinese“ und ist sie gar nicht möglich, spricht man von „Adiadochokinese“. Wenn du die schnellen Handbewegungen im Selbsttest einmal ausführst, kannst du vielleicht verschiedenes feststellen.Weiterlesen

So anstrengend.

Es ist anstrengend. Das Kind, es schätzt den Alkoholpegel rasch und sicher ein. Zuverlässiger als jedes Messgerät. Es kennt die Anzeichen – die Dauer der Schlüssellochsuche, das Schmatzen und Schnalzen, den Verlauf der Zunge beim Sprechen. Es ist anstrengend. Das Kind, es dirigiert. Nach vorn geschaut und aufgepasst! Schau nach vorn, schau mich an, hör mir zu, bevor dir ein dreckiger Witz einfällt: Lass nur ja keinen Gedanken aufsteigen. Denn wenn es zu spät ist, ist es zu spät. Geh schön zu deinem Sessel und sieh zum Fernseher, damit ich hinter dir vorbeihuschen kann, bevor deine Hände tatschend suchen. Der Weg ins Zimmer, er ist geschafft. Hier bleibst du jetzt, denkt das Kind. Im Gefängnis. Beschützt vor der Außenwelt – immerhin. Weiterlesen

Über die Angst, besessen zu sein

Sie sei überzeugt davon gewesen, dass der Teufel die Macht über sie übernommen hätte („The Devil had taken me over“), erzählt Catherine Penney in dem Film „Take these broken wings“ (Youtube). Vielleicht hattest Du auch schon einmal das Gefühl, irgendwie oder von bösen Mächten besessen zu sein. Es fûhlt sich an wie eine „Angst ohne Grip“. Du kannst gar nicht richtig beschreiben, wie Du Dich eigentlich fühlst. Es ist vielleicht wie ein Druck von aussen auf die Brust oder wie ein Gefühl, gefangen und eingesperrt zu sein. Besonders Dein Kopf fühlt sich vielleicht komisch an. Zwischen den Augen fühlst Du vielleicht einen unangenehmen Druck, so als wolltest Du weinen, aber es geht nicht. Weiterlesen

Wann wippen wir mit dem Oberkörper vor und zurück? Wann seitwärts?

Wenn wir grossen Kummer oder Schmerzen haben, knien wir uns mitunter hin und wippen vor und zurück. Kleine Kinder, die verwahrlost und alleingelassen sind, wippen ebenfalls vor und zurück. Dies kann ein Zeichen des „Hospitalismus“ sein, also eines Zustandes, der in Isolation entstehen kann. Das Wippen erinnert das Kind vielleicht an das frühe Geschaukeltwerden im Mutterleib. Das Wippen wirkt schmerzstillend, beruhigend und bindungsfördernd – Endorphine und das Bindungshormon Oxytocin können infolge des Wippens ins Blut ausgeschüttet werden (Ignaz Roob, 2015). Auch einige Kinder mit schwerem Autismus wippen vor und zurück. Weiterlesen

Paranoid-schizoide und depressive Position: nach der Starre kommen die Tränen

Wenn du im Rechtsstreit bist, wenn du dich ungerecht behandelt fühlst, wenn du im eisigen Schweigen mit dem Menschen bist, der Dir so wichtig ist, dann bist du in der „paranoid-schizoiden Position“ – einem Zustand, in dem du verhärtet bist. Und obwohl du so gerne von deinem Feind, vom Täter, getrennt wärest, so spukt er dir doch die ganze Zeit im Kopf herum. Du fühlst dich regelrecht von ihm verfolgt. Deine Freunde spalten sich: „Ach, lass ihn doch“, sagen die einen, „Das kannst du nicht auf dir sitzen lassen!“, sagen die anderen. Aus der verkrampften Zweiersituation hilft nur noch etwas Drittes, zum Beispiel ein wohlwollender Anderer oder die Beschäftigung mit einem eigenen Projekt.Weiterlesen

Träume vom Fliegen: Warum ist die Flughöhe oft relativ gering?

Jugendliche berichten häufiger als Erwachsene vom Fliegen im Traum (Michael Schredl, Brigitte.de). Doch auch viele Erwachsene haben noch Traumflüge und Flugträume. Erstaunlich ist, dass viele sagen, dass sie es genießen, nur wenige Meter über dem Boden zu schweben. Warum ist das so? Wenn man bedenkt, dass sich im Traum auch konkrete körperliche Erfahrungen widerspiegeln, so ist Manches denkbar: Kinder träumen vielleicht auch deshalb oft von Tieren, weil sie mit ihnen auf Augenhöhe sind. Weiterlesen

Zen und Psychoanalyse – Youtube-Videos mit Zen-Meister Muho Nölke als Link-Liste

Schon lange verfolge ich den Youtube-Kanal des Zen-Meisters Muho Nölke, der als junger Mann nach Japan ging, um Zen kennenzulernen. Schließlich war er selbst bis zum Jahr 2020 Abt des Klosters Antaji. Oft dachte ich: Vieles von dem, was Muho über Zen erzählt, meine ich, auch so oder ähnlich in der Psychoanalyse erfahren zu haben. Ich fragte ihn, ob er nicht Lust auf ein Gespräch darüber hätte. Hatte er – und lud mich zu Interviews auf seinem Kanal ein. Hier die Liste unserer Gespräche:Weiterlesen

Einsamkeit lindern: Es ist ot schwer, die emotionale Verbindung zu sich und anderen zu finden

Jedes Lebensschicksal ist einzigartig und hoch individuell. Wir laufen so oft mit unserem schwer aushaltbaren Zustand umher. „Je tiefer die Wunde, desto privater der Schmerz“, las ich einmal. Das ganz individuelle Grausame, der ganz individuelle Mangel, quält uns und trennt uns vom anderen, so meinen wir. Gleichzeitig kann es aber genau dieses quälende Gefühl sein, das uns mit anderen Verzweifelten verbindet. Wenn wir darüber nachdenken, dass dieses Grundgefühl bei jedem Schicksal sehr ähnlich sein kann, fühlen wir uns von anderen Einsamen, von anderen Menschen, vielleicht nicht mehr so abgetrennt.Weiterlesen

„Ich kann mich nicht aufs Leben einlassen, weil ich keinen Sinn im Leben sehe.“ Über die tiefe Depression

Bild Nr. 665 verzweifelt von Dunja Voos

Sicher, ich spreche mit dem anderen. Ich gehe arbeiten. Und doch spreche ich im Hinterkopf mit mir selbst ganz anders. Wenn der wüsste, was ich wirklich denke und fühle. Wenn der wüsste, was in mir vorgeht. Ich hab so viel gegoogelt und nichts gefunden. Weiterlesen