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Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Die eigenen Abhängigkeiten anerkennen und Unsicherheit aushalten lernen

Wer Psychoanalytiker*in wird (und ist und bleibt), der wird (ist und bleibt) stets Mensch. Doch gerade in der Ausbildung gibt es viele Abhängigkeiten: vom Supervisor, von den Kostenzusagen, von der Treue der Patienten, von der eigenen Gesundheit und dem Funktionieren des Autos. Vielleicht kämpfen wir in der Ausbildung gegen diese Abhängigkeiten an. „Ich kann doch den Patienten nicht für meine Ausbildungszwecke festhalten“, denken wir und geben uns besonders „loslassend“. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Über die emotional korrigierende Erfahrung

Wenn wir eine strenge Mutter hatten, dann brauchen wir eine weiche Psychotherapeutin, damit wir eine emotional korrigierende Erfahrung machen können. Nur so können wir gesund werden. Meinen wir. Doch so leicht geht es oft nicht. Wir sehnen uns so sehr danach, selbst eine „emotional korrigierende Erfahrung“ zu machen oder sie unseren Patienten zur Verfügung zu stellen, dass wir uns da vielleicht manchmal verausgaben. Auch wir selbst als Psychotherapeuten suchen immer wieder nach Chancen, bisher negativ Erlebtes endlich einmal in einer positiven Variante erleben z können.Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Präverbale Zustände erfassen durch Reverie

Hält eine Mutter ihr Baby im Arm, träumt sie. Sie schaut es an und erahnt dabei, was in ihm vorgehen mag – Psychoanalytiker sprechen vom „träumerischen Ahnungsvermögen der Mutter“. Wir kennen das: Manches bekommen wir viel besser mit, wenn wir verträumt sind. Wir haben etwas nur „aus dem Augenwinkel“ gesehen, aber wir haben es doch wahrgenommen. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? (Beispiel DPV) Muss der Ausbildungspatient auf der Couch liegen?

Wer bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) die Ausbildung zum Psychoanalytiker macht, beendet diese mit einem Kolloquium, in dem man einen seiner beiden Ausbildungsfälle ausführlich vorstellt. Die DPV steht für die Psychoanalyse mit vier Sitzungen pro Woche im Liegen auf der Couch. Was aber, wenn ein Patient, also ein sogenannter „Ausbildungsfall“, sich nicht auf die Couch legen will bzw. kann? Ist dann der Abschluss möglich? Weiterlesen

Arbeiten nach dem Kostenerstattungsverfahren: So gehe ich vor

Manche Psychoanalytiker und Psychotherapeuten haben keinen Kassensitz, das heißt, die Krankenkassen übernehmen nicht so selbstverständlich die Kosten wie bei einem Vertragspsychotherapeuten (ein Vertragspsychotherapeut hat Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen geschlossen). Psychologen oder Ärzte mit abgeschlossener Psychoanalyse- bzw. Psychotherapie-Ausbildung können jedoch nach dem „Kostenerstattungsverfahren“ mit den gesetzlichen Krankenkassen zusammenarbeiten. Weiterlesen

Wie grenze ich mich als Psychotherapeutin ab? Gar nicht. Wir sind dem Patienten oft einen Schritt voraus

Ich muss mich nur so lange abgrenzen, solange ich überfordert bin. Der Chirurg muss sich nicht mehr von Blut abgrenzen, weil er es kennt. Wir Erwachsene müssen nicht mehr vor „Hänsel und Gretel“ weglaufen, weil wir verstanden haben, dass die böse Hexe ein Teil der guten Mutter ist. Wir können die Geschichte symbolisch verstehen. Wir können „Ja“ sagen, obwohl der andere auch „Ja“ sagt, wenn wir in uns spüren: Das sind wir selbst, die wir da „Ja“ sagen. Mich abgrenzen – oder besser gesagt „abwehren“ – muss ich als Psychotherapeutin nur so lange, bis ich mich selbst besser verstanden habe.Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? „Ich mache mir Sorgen um Sie.“

Der Satz „Ich mache mir Sorgen um Sie“ ist sicher einer der sensibelsten in der Psychotherapie. Es kann so vieles heißen. Das Sich-Sorgen kann anzeigen, dass eine bedeutsame Bindung zwischen Analytiker und Analysand entstanden ist. Manche erleben es vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben, dass sich überhaupt jemand um sie sorgt. Hier kann der Satz eine korrigierende emotionale Erfahrung ermöglichen. Er kann jedoch auch verunsichern und auf fruchtlose Weise beunruhigen. Der Satz kann das Gefühl auslösen, dass etwas Schlimmes passieren wird, ohne dass irgendjemand hier noch die Zügel in der Hand hätte.Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Wie gesund muss ich sein?

Patienten sind Patienten und Therapeuten haben alles im Griff – oder? Viele glauben, dass man doch ganz gesund oder komplett stabil sein müsse, um Psychoanalytiker zu werden. Doch das ist nicht so. Zu Beginn meiner Ausbildung fragte ich einen erfahrenen Psychoanalytiker: „Wie gesund muss man sein, um Psychoanalytiker zu werden?“ Seine Antwort erstaunte und erleichterte mich zugleich. Dieser Analytiker erzählte mir, dass er selbst als Kind schwer traumatisiert wurde und dass er seine Vergangenheit mithilfe einer eigenen Psychoanalyse bewältigen konnte. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Sich nicht zu bestimmten Aussagen provozieren lassen

Manchmal spürt man es ganz genau: Der Patient versucht, uns zu einer bestimmten Aussage zu bewegen. Er will uns möglicherweise auch zu einem „Schluss jetzt!“ drängen. Es kann gut und richtig sein, dem Patienten die Antwort zu geben, auf die er wartet – so sie denn der Wahrheit entspricht. Oft aber merken wir auch, dass dem Patienten unsere Antwort nichts bringt. Es ist ein ähnlicher Effekt wie wenn Kinder immer „Warum?“ fragen. Wichtig ist es, zu verstehen, woher dieses Drängen kommt und was die Fragen bewirken sollen. Durch unsere Ratlosigkeit merkt der Patient, dass er nicht wie mit einem Automaten verbunden ist, sondern dass der Therapeut ein eigenständiger, getrennter und mitunter ebenso ratloser Mensch ist. Manchmal soll das Drängen auch von etwas anderem ablenken.Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Heilen durch Verstehen und „Joining up“

„Also Du hast den Patienten verstanden. Und was machst Du dann, damit Du ihm hilfst?“, werde ich manchmal gefragt. „Da hat der Analytiker mich verstanden und ich habe mich allein dadurch um Längen besser gefühlt. Ich habe das Gefühl, es hat sich wirklich etwas verändert“, erzählt eine Patientin. „Und dann?“, fragt die Freundin. „Nichts ‚und dann‘ – das hat gereicht“, sagt die Patientin. Tatsächlich geraten Patienten und Analytiker manchmal in Erklärungsnot, wenn es an dieser Stelle um die Wirkung der Psychoanalyse geht. Es müsse doch etwas folgen, man müsse doch etwas machen, so der Gedanke. Doch man darf gelassen bleiben. Weiterlesen