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Hoffen, hoffen, hoffen

Manchmal bleibt uns nichts anderes übrig, als zu hoffen. Manchmal kannst du nichts anderes tun, als Tee zu trinken und zu warten. Während du dich so ohnmächtig fühlst, schlägt dir das Herz bis zum Hals. Es fühlt sich an, als müsstest du sterben – weil du nichts tun kannst, während dein Innerstes rast. Aber du kannst hoffen – immer wieder hoffen und hoffen. Weiterlesen

Todestrieb und Zerstörungswut: Der tiefe Wunsch, zu zerstören, kann sehr be(un)ruhigend sein

Ich habe den tiefen Wunsch, zu zerstören. Nicht nur ein bisschen was abzubrechen, nicht nur irgendwo einen Katscher reinzumachen, Kaffee drüberlaufen zu lassen oder ein bisschen zu kneifen. Ich habe den tiefen Wunsch, ganz zu zerstören, vollkommen, sodass nichts mehr übrig bleibt. Der Hass in mir ist unermesslich. Ich will nicht nur irgend etwas zerstören, sondern alles, was mir im Weg ist. Besonders, wer und was mir am nächsten steht, will ich zerstören. Und zwar ganz. Weiterlesen

Amok

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„Warum, warum?“, fragen sie sich immer wieder. „Können sie das nicht verstehen?“, frage ich mich. „Ist ihnen Hass so fremd? Fühlen sie niemals diesen furchtbaren Drang, alles zu zerstören?“ Sie sind so merkwürdig erstaunt. „Astonished“, das englische Wort dafür klingt viel treffender. Man hört daraus, wie versteinert die Menschen sind. Doch mich hält nichts mehr. Und noch während ich schieße, denke ich, dass ich sie alle auf eine ganz merkwürdige Weise liebe. Und dass ich nicht will, was ich da tue. Plötzlich, aus dem Tumult, wie aus dem Nichts, ein Brennen. Und noch während ich zusammensinke, denke ich: „Vielleicht bekomme ich es doch noch – ein bisschen Liebe.“ (Gedanken eines Amokläufers. Text & Bild: Dunja Voos) Weiterlesen

Unser Krankenkassensystem

Ich will das nicht alles mittragen müssen: diese Zahnklammer- und Weisheitszahnindustrie, die viel zu frühen operativen Geschlechtsangleichungen, die vielen unnötigen Rücken- und Nasenscheidewand-OPs, die vielen Sprachtherapien von Kindern, die nur etwas mehr Zeit brauchen, die vielen Intensivbehandlungen von alten Menschen, die gerne schon längst gestorben wären. Weiterlesen

Punktgenau

Gleich kommt es auf mich an. Alle Blicke liegen auf mir. Ich muss da sein, parat sein. Das Gefühl, auf den Punkt genau leistungsfähig sein zu müssen, lässt uns zittrig und ängstlich werden. Doch wir können das trainieren: Freihändig Rad fahren, obwohl die Auge...

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Die Sorgen der Alleinerziehenden

„Sie hätten ihr die Zähne besser nachputzen sollen.“ | „Versuchen Sie, mindestens einmal täglich mit ihr zu üben.“ | „Sie sollten Ihre Bremsen kontrollieren lassen.“ | „Ihr linkes Frontlicht ist kaputt.“ | „Sie müssen Ihrer Tochter mehr bei den Hausaufgaben helfen.“ | „Langsam müsste Ihr Kind das aber können.“ | „Die Einkommensteuererklärung ist fällig.“ | „Bringen Sie zum nächsten Mal bitte 160 Euro für das Tanzkostüm mit.“ | „Ihre Ausgaben übersteigen bei Weitem Ihre Einnahmen.“ Weiterlesen

Ich wehre mich nicht mehr

Ich habe meine krallende Hand vom Ufer entkrallt, habe mich in die Fluten sinken lassen. War das anstrengend vorher. Immer nur Widerstand zu leisten. Jetzt muss ich gar nichts mehr. Alles geschieht von selbst. Und während ich mich vom Wasser mitziehen lasse, m...

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Der Baum der Erkenntnis

Er steht da, im Paradies: Der Baum der Erkenntnis. Um mich herum ist die Welt in Ordnung. Innen drin bin ich unwissend. Ich stelle mich dumm, ich halte mich dumm. Ich weiß: Wenn ich diesen Apfel esse, wird die Welt um mich herum zusammenbrechen. Aber ich bin l...

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Ich bin ein Tumor – Geschichte eines Ungewollten

Es ist so komisch, was mit mir geschieht. Ich werde dauernd angegriffen. Ständig kommen Moleküle auf mich zu und verursachen mir Übelkeit. Heiße Strahlen lassen mich brennen. Ich weiß doch auch nicht, wie das geschehen konnte. Ich sah kein Ufer mehr. Die Verbi...

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Und ich dachte, ich bin böse.

Immer fühlte ich mich böse. Ich hatte große Beziehungsangst, weil ich dachte, ich sei von Natur aus wie ein aggressiver Bullterrier, der jeden gleich ins Bein beißt. Meine Mutter sagte, ich hätte immer nur geschrien. Ich sei trotzig gewesen und nicht zu bändigen. Ich hätte Regeln gehasst, mich nie daran gehalten. Ich hätte Anordnungen unterwürfig befolgt und dann doch rebelliert. Ich sei immer wütend gewesen. Ich wurde immer angegriffen und bestraft. Weiterlesen