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Grausame Kreise – eine kurze Geschichte der Weihnachtseinsamkeit

Es war, als sei ich eines Tages, mitten im Leben, aufgewacht inmitten einer großen Leere. Wie konnte ich nur hierhin gekommen sein? Wo waren die anderen? Die anderen waren im Kreise ihrer Familie. Dort waren sie geboren, feierten ihre Feste, heirateten und sta...

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Warmer Dezembersturm

Das Kind, es hat niemanden, der es versteht. Niemanden, der mit ihm spricht, der es warmherzig umarmt und niemanden, der ihm Halt gibt. Das Kind, es friert fast das ganze Jahr. Nur manchmal, da stellt es sich an den Rand des weiten Feldes und lässt sich vom Wind umarmen. Der warme Dezemberwind nimmt das Kind in seine Geborgenheit. Er ist der Einzige, der es tröstet. Und als es einschläft, spürt es, wie der Wind es davonträgt.Weiterlesen

Den Funken in sich bewahren

Ich kann diesen Funken in mir bewahren: Diesen Funken Hoffnung, dieses entfaltbare Säckchen Liebe, dieses Bild in meinem Kopf von meinem Ziel. Es ist keine Fatamorgana. Es ist echt, unerbittlich. Und wo immer ich bin, passe ich auf meinen kleinen Funken auf. Ich lege eine Schutzhülle über ihn und gehe weg von Orten und Menschen, die meinen kleinen Funken angreifen wollen. Ich halte ihn und beschütze ihn – das ist die einzige Aufgabe, die ich habe auf dem Weg zum Ziel. Weiterlesen

Wie das Trauma der Mutter zur „Dummheit“ des Kindes führen kann

Vor dem Kind steht die traumatisierte Mutter. Das Kind weiß nicht, was das heißt. Es weiß nur: Es darf die Mutter nicht berühren. Nicht mit Worten, nicht mit Gefühlen, nicht mit Erinnerungen. Das Kind, es plappert den ganzen Tag, doch es spricht nicht. Spreche...

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Ein Engel.

Das Baby neben mir schreit. Es ist schon lange dunkel, doch die Fahrt wird noch Stunden dauern. Ich weine. Leise in mich hinein. Wie soll ich das schaffen? Jetzt muss ich auch noch tanken. Trunken vor Müdigkeit stolpere ich zur Zapfsäule. Die frische Luft schmerzt in den Lungen. Ich gehe in die Tankstelle, um zu zahlen. Weiterlesen

Verlassenheitsschmerz, nächtlicher: „Er schläft mit dem Rücken zu mir ein und ich liege wach.“

Er dreht sich um. Ich schaue auf seinen Rücken. Ich höre, wie sein Atem tiefer wird. Er schlummert ein. Seine Gedanken schweifen ab. „Und was ist mit mir?“, möchte ich schreien. Ich starre auf die Decke, die sich gleichmäßig in seinem Atemrhythmus auf und ab hebt. Meine Haut fängt an zu jucken. Die innere Unruhe steigt in mir auf. Weiterlesen

Die Sorgen der Alleinerziehenden

„Sie hätten ihr die Zähne besser nachputzen sollen.“ | „Versuchen Sie, mindestens einmal täglich mit ihr zu üben.“ | „Sie sollten Ihre Bremsen kontrollieren lassen.“ | „Ihr linkes Frontlicht ist kaputt.“ | „Sie müssen Ihrer Tochter mehr bei den Hausaufgaben helfen.“ | „Langsam müsste Ihr Kind das aber können.“ | „Die Einkommensteuererklärung ist fällig.“ | „Bringen Sie zum nächsten Mal bitte 160 Euro für das Tanzkostüm mit.“ | „Ihre Ausgaben übersteigen bei Weitem Ihre Einnahmen.“ Weiterlesen

Der erleichternde Schmerz

Sie ist unaushaltbar, diese innere Spannung. Ich könnte die Wände hochgehen. Schwindel kommt. Und Atemnot. Die Übelkeit, sie wächst. Sie lässt mich nichts mehr halten. Diese unsägliche Unruhe. Angst und Druck drängen mich. Taubheit, Kribbeln, Derealisation, Panik, Verlorensein. Es gibt so viel äußerst Unangenehmes in meiner inneren Welt. Wenn ein Arzt sagt: „Es tut nicht weh“, wird mir angst und bange. Was denn stattdessen? Und dann kommt er: stechend, spitz, ziehend, bohrend, dumpf, zerreißend und deutlich: Der Schmerz. Er lässt sich anfassen. Er beendet die Hölle der Schwammigkeit. Was für eine Erlösung. Weiterlesen

Es kann niemand etwas dafür

Aufgewachsen in Gewalt und Todesangst. Aufgewacht in dieser kalten Welt. Auf einmal sickert Dir ins Bewusstsein: „Du bist ganz allein.“ Allein wie eine Aussätzige. Wie hinter Glasscheiben bewegen sich die anderen – als Paare, Familien, Geschwister, als Kinder und Eltern. Lachend und gemeinsam. Schmerzvermeidung tut weh. Du selbst bleibst unberührt. Du berührst niemanden. Weiterlesen

Ode an die Realität

Ich lief und lief - immer weg. Und was da war, das sollte weg. Die Realität, so schien's, war unaushaltbar, nicht begreifbar. Ich konnte sie nicht finden. Ich floh in den Gedankenraum, in die Welt der Wunder, des Traums und des Spiels. Ich hob ab. Und litt an ...

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