Ich sitze ihm gegenüber. Dem Mörder. Er ist hoch-explosiv, gefährlich. Ich sage den anderen Bescheid, sie schauen kurz nach, aber sie können ihn nicht wirklich entschärfen. Sie zucken mit den Schultern und gehen wieder. Und ich sitze wieder da. Zusammen mit dem Mörder. Ich kann mich dabei nicht entspannen. Ich muss ihn im Blick behalten. Und in mir das ständige Gefühl des elektrischen Aufgeladenseins.Weiterlesen
Wer schon als Baby oder (Klein-)Kind schwer traumatisiert wurde, hat meistens extrem außergewöhnliche Dinge erlebt. Die Erfahrungen brennen sich fest in Psyche und Körper ein und führen auf eine Art zu einem hochsubjektiven Gefühl. Die Gefühle, die gefühlt werden, die Bilder die entstehen, die gedanklichen Schlüsse, die aus all dem gezogen werden, sind sehr fest. „Ich bin mir ganz sicher“, sagen viele Menschen, die schwer traumatisiert sind. Weiterlesen
Bei manchen Menschen ist es offensichtlich: Sie hatten in der Kindheit Gewalt erlebt, Erniedrigungen, Missachtung, Misshandlung und dergleichen mehr. „Solche Menschen haben es gut!“, sagen manche, „Sie wissen, woher ihr Leid kommt und woran sie arbeiten müssen.“ Diese Menschen sind völlig verzweifelt, weil bei ihnen „wirklich nichts“ war und sie sich dennoch lebensmüde fühlen. Weiterlesen
Wenn du in den Angst-Zustand kommst, fühlt es sich vielleicht an, als sei deine Haut ganz fragil. Die Umwelt kommt dir bedrohlich vor. Es ist, als bebte die Erde, obwohl sie still steht. Es ist, als sei die Luft vergiftet oder als sei alles „verstrahlt“. In diesem Zustand hast du vielleicht Angst, deinen Verstand zu verlieren. Weiterlesen
Es ist mal da und mal nicht. Es krallt sich manchmal um meinen inneren Körper wie eine Krake. Es krallt sich um mein Herz und bringt mich fast um. Und es krallt sich um meine Muskeln. Es ist die Psyche meiner Mutter, die aus der Ferne in mich kommt und das mit mir macht. Es ist vielleicht die Seele des anderen, der mir nahe steht. Daher muss jeder gut beäugt werden, ob er ES machen würde oder nicht. Sie quetscht meine Seele, meinen inneren Körper, sie quetscht mich fast zu Tode. Wann diese Kraft kommt, ist ungewiss. Sie überfällt mich. Jetzt ist wieder so ein Tag, das merke ich schon morgens. Und wenn sie losgelassen hat, ist sie verschwunden, als hätte es sie nie gegeben. Weiterlesen
„Erlauben wir dem jetzigen Moment, zu sein.“ – „Erlauben wir uns, da zu sein.“ – „Es ist, wie es ist“, hören wir. „Das heißt aber doch nicht, dass es gut ist!“, wagt einer zu sagen. Es gibt Sätze, die tun häufig den Menschen gut, die ein „Mindestmaß“ an psychischer Stabilität haben, die eine behütete Kindheit oder zumindest eine gute Mutter-Kind-Beziehung hatten. Viele Menschen jedoch, die in der Baby- und Kleinkindzeit Gewalt oder Vernachlässigung ausgesetzt waren, bekommen bei diesen Sätzen ein schwer mulmiges Gefühl. Ihr Körper „erinnert“ sich möglicherweise an furchtbaren Qualen von damals – und die Seele auch. Weiterlesen