Trotz und Liebe: Mein Kind bleibt einfach stehen
Manchmal verstehen wir uns selbst nicht mehr: Wir sind einfach „trotzig“, obwohl wir es gar nicht wollen. Wir geben uns stachelborstig, obwohl wir in den Arm genommen werden wollen. „Trotzen“ kommt von „Trutzen“, was so viel heißt wie Widerstand leisten, aber auch mutig sein. Im Trotz werden gebeten, etwas zu sagen oder zu tun und machen es gerade deshalb nicht.
In der Psychoanalyse spricht der Patient auf einmal nicht weiter. Früher sagte man vorrangig, er widersetze sich, leiste „Widerstand“. Natürlich kann das auch der Grund sein. Doch heute sieht man auch, dass ein Patient schweigt, wenn er sich erstmal innerlich sortieren will. Wer trotzig ist, fühlt sich häufig ohnmächtig und wie von vielen Zwängen hypnotisiert.
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Dieser Beitrag erschien erstmals am 7.11.2012
Aktualisiert am 8.4.2023
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2 thoughts on “Trotz und Liebe: Mein Kind bleibt einfach stehen”
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Hallo!
Ich finde mehr als schade, dass auch in diesem Artikel ausschließlich die Mutter als Bindungsperson benannt wird, die Trotz aushält, verursacht, löst. Anonsten hat mir der Text gefallen, interessant wie hilfreich.
Danke für diese gute Zusammenfassung. Ich werde sie mit Freude von meinem Blog aus verlinken, auf dem ja so einiges über’s Trotzen steht. In unserer Familie prallen ja gleich drei Sturköpfe aufeinander, zwei davon mit 40 Jahren Erfahrungsvorsprung auf den Dritten (aber der holt auf :-) )
Ich fand und finde es hilfreich, in Trotzsituationen im Hinterkopf zu behalten, dass das Kind a) es nie, nie, nie persönlich meint und b) aus seiner Perspektive Recht hat. Wieso hat es Recht? Weil die Welt so riesengross ist, und ich selber so winzig klein und machtlos, und ich möchte doch wenigstens ein kleines Bisschen selbst bestimmen können…
Die Sache mit der Wiedergutmachung und dem Wieder herstellen der Verbindung finde ich ebenfalls ganz, ganz wichtig. An „trotzigen Tagen“ (ja, auch Mamas trotzen! und wie!) lege ich viel Wert auf einen gemeinsamen Mittagsschlaf, da wird gekuschelt bis satt! Und als Mama kann man auch mal nachgeben oder sich entschuldigen, wenn man Unrecht hat. Dadurch verliert man nicht etwa an Autorität. Nein, man gewinnt ganz viel an Respekt!