Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrom (ME/CFS) – auch leichte Formen können das Leben sehr schwer machen. Sanftes Yoga kann unterstützen

„Was ist das?“, fragte ich mich. Nach dem Infekt fühlte ich mich entsetzlich krank. Alles tat mir weh – ich schaffte es kaum noch nach draussen. Die Blutuntersuchung war vollkommen unauffällig und auch meine Psychoanalyse half mir nicht. Erst viel später begriff ich, dass ich möglicherweise eine „leichte“ Form des Chronischen Erschöpfungssyndroms hatte (Chronic Fatigue Syndrom, CFS, Myalgische Enzephalitis, ME).

Ich hatte Halsschmerzen, Ganzkörperschmerzen und fühlte mich zu kaum einer Aktivität fähig. Hinzu kam ein starkes Gefühl von Benommenheit (Brain Fog = Hirnnebel), ähnlich wie bei meiner Neuronitis vestibularis damals. Wer an ME/CFS leidet, hat messbar weniger Kraft als Gesunde, was sich in relativ einfachen Tests mit einem Handkraftmessgerät feststellen lässt. Dieses Kriterium fehlte mir allerdings: meine Hände hatten Kraft. Als ich Jahre später einmal Colchicin wegen eines Gichtanfalls nahm, merkte ich, wie sich mein Kopf aufklarte und die Lebenskraft zurückkehrte. Ob Colchicin vielleicht auch bei ME/CFS helfen könnte?

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Links:

Takakazu Oka et al. (2014):
Isometric yoga improves the fatigue and pain of patients with chronic fatigue syndrome who are resistant to conventional therapy: a randomized, controlled trial. BioPsychoSocial Medicine – The official journal of the Japanese Society of Psychosomatic Medicine, 2014, 8:27 Open Access, doi.org/10.1186/s13030-014-0027-8, bpsmedicine.biomedcentral.com/…

SE Bentler et al. (2005):
Prospective observational study of treatments for unexplained chronic fatigue. The Journal of Clinical Psychiatry, 1 May 2005, 66(5):625-632, europepmc.org/abstract/med/15889950

Leonard A. Jason et al. (2009):
CFS: A Review of Epidemiology and Natural History Studies. Bull IACFS ME. 2009 ; 17(3): 88–106 (PDF)

Arbeitsgruppe Scheibenbogen
Forschungsarbeiten von Professor Carmen Scheibenbogen und Team. Charité, Berlin

Kristina Schultheiss:
Craniocervicale Insuffizienz (CCI) – eine wichtige Differenzialdiagnose zu ME/CFS, dr-med-kristina-schultheiss.de/…

PD White et al. (2011):
Comparison of adaptive pacing therapy (APT), cognitive behaviour therapy, graded exercise therapy, and specialist medical care for chronic fatigue syndrome (PACE): a randomised trial. The Lancet, Volume 377, No. 9768, p823-836, 5 March 2011, dx.doi.org/…, Open access, thelancet.com

Robert K. Naviaux et al. (2016):
Metabolic features of chronic fatigue syndrome. PNAS, vol. 113 no. 37, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27573827/ : „Our data show that despite the heterogeneity of factors leading to CFS, the cellular metabolic response in patients was homogeneous, statistically robust, and chemically similar to the evolutionarily conserved persistence response to environmental stress known as dauer.“ (Anmerkung Voos: „Dauer“ bedeutet ein veränderter, „winterschlafähnlicher“ Stoffwechsel als Reaktion auf besonders herausfordernde Umweltbedigungen.)

Dan Moricoli on ME-CFS, aka Chronic Fatigue Syndrome, and Yoga, vimeo.com/114375067

Janice K. Kiecolt-Glaser et al. (2010)
Stress, Inflammation, and Yoga Practice. Psychosomatic Medicine 2010 Feb; 72(2): 113-121. doi: 10.1097/PSY.0b013e3181cb9377, ncbi.nlm.nih.gov/… : „The ability to minimize inflammatory responses to stressful encounters influences the burden that stressors place on an individual. If yoga dampens or limits stress-related changes, then regular practice could have substantial health benefits.“

Bente K. Pedersen and Mark A. Febbraio (2008):
Muscle as an Endocrine Organ: Focus on Muscle-Derived Interleukin-6. Physiological Reviews Published 1 October 2008 Vol. 88 no. 4, 1379-1406, DOI: 10.1152/physrev.90100.2007,
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18923185/

Beitrag vom 8.9.2026 (begonnen am 3.10.2015)

2 thoughts on “Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrom (ME/CFS) – auch leichte Formen können das Leben sehr schwer machen. Sanftes Yoga kann unterstützen

  1. H. Laufs sagt:

    Aktuelle deutsche Artikel zum Thema:

    Medikament bringt Erschöpfungssyndrom zum Verschwinden
    http://www.spektrum.de/news/medikament-bringt-erschoepfungssyndrom-zum-verschwinden/1353694

    Von wegen psychosomatisch: Auffällige Zytokine als Biomarker des Chronischen Erschöpfungssyndroms
    http://www.medscapemedizin.de/artikelansicht/4903440

    Chronisches Erschöpfungs-Syndrom: Komischer Name, ernste Krankheit
    http://www.medscapemedizin.de/artikelansicht/4903355

  2. Sehr geehrte Frau Dr. Voos,

    Ihr Artikel zum CFS schein mir eher nicht viel mit der tasächlichen Erkrankung CFS nach G 93.3 zu tun zu haben.

    Es besteht eine große Diskrepanz zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und der Lebensrealität der Patienten sowie entsprechender Fachliteratur. Die Erkrankung ME/CFS wird wahrgenommen als unspezifische Befindlichkeitsstörung mit Müdigkeit, als psychische Erkrankung mit Nähe zu Burnout oder Depressionen, und als leichte Erkrankung von meist beschränkter Dauer. Dies ist ein weitverbreitetes Bild in der Öffentlichkeit, aber auch bei vielen Ärzten und politischen Verantwortlichen.

    Tatsächlich ist ME/CFS eine schwere, behindernde Erkrankung, die auch zu Pflegebedürftigkeit führen kann. Die Lebensqualität ist oft niedriger als bei Multipler Sklerose und anderer schwerwiegenden Erkrankungen. In schweren Fällen ist die Erkrankung vergleichbar mit Krebs oder AIDS im Endstadium. 1/4 aller Patienten kann das Haus nicht mehr verlassen oder sind bettlägerig.Über die Hälfte der Patienten sind vermutlich arbeitsunfähig.

    Eine vor wenigen Monaten veröffentlichte Studie der Aalborg Universität Dänemark bestätigt ebenfalls, dass ME/CFS die niedrigste Lebensqualität aller 21 gemessenen Erkrankungen hat.

    Epidemiologische Studien gehen aktuell von 90.000 bis 330.000 betroffene Menschen in Deutschland aus. Dies entspricht 7,5 bis 30 Millionen Patienten weltweit. Durch sehr unterschiedliche Diagnosekriterien kommt es zu dieser noch sehr ungenauen Zahl. Je nach Anwendung wurden ganz unterschiedliche Patientenkohorten in Studien herangezogen. Die untere Zahl basiert auf die neuen ICC-Kriterien, bei der eine sehr restriktive Patientenauswahl verfolgt wurde um bisherige Vermengungen mit anderen Erkrankungen zu vermeiden.

    Kinder, Jugendliche & Erwachsene können gleichermaßen erkranken.

    Aktuell geht man davon aus, dass Frauen bis zu dreimal häufiger betroffen sind. ME/CFS tritt vor allem im Teenageralter und zwischen 30 und 40 Jahren auf. Diese Daten kommen aus den USA, Großbritannien und Norwegen, da es bisher keine einzige epidemiologische Studie aus Deutschland gibt.

    Die DEGAM und andere Fachgesellschaften legen ein biopsychisches Krankheitsmodell zugrunde. Dabei ist ME bereits seit 1969 als Erkrankung des Nervensystems von der Weltgesundheitsorganisation klassifiziert wurden. Der vor wenigen Wochen veröffentlichte Bericht des Robert Koch Institutes folgt ebenfalls diesem psychosomatischen Modell. Man erklärt zwar die Psychiatrisierung als kontraproduktiv, dann wird aber von einer Abwärtsspirale aus Krankheitsstress und veränderter Wahrnehmung gesprochen, bei der die Selbstwirksamkeit gestärkt werden müsste und Ängste gegenüber Aktivität abgebaut werden müssten.

    Im Kontrast dazu steht der Bericht des Institutes of Medicine IOM aus den USA, der ME/CFS als schwere, organische Erkrankung einstuft und dazu über 9000 Studien der letzten 60 Jahre ausgewertet hat. Hier finden Sie den Bericht: http://iom.nationalacademies.org/Reports/2015/ME-CFS.aspx

    Hier noch ein Link zu einem Bericht von Emily, die 2012 an den Folgen von ME/CFS verstorben ist http://www.lost-voices-stiftung.org/was-ist-me/betroffenberichte/bericht-emily/

    Auf unserer Homepage finden Sie neben den Bericht von Emiliy weitere umfangreiche Informationen und Studien zu ME/CFS.

    Eine ganz aktuelle Studie der Berliner Charité finden Sie hier:
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26399744

    Für Rückfragen stehen wir ebenfalls gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Nicole Krüger
    Vorsitzende Lost Voices Stiftung
    Groß-Buchholzer Str. 36B
    30655 Hannover

    Tel. +49(0)511|2706751
    E-Mail nicole.krueger@lost-voices-stiftung.org
    http://www.lost-voices-stiftung.org

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